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Pro-democracy protesters flood a street during a rally in Hong Kong, Sunday, Dec. 1, 2019. A huge crowd took to the streets of Hong Kong on Sunday, some driven back by tear gas, to demand more democracy and an investigation into the use of force to crack down on the six-month-long anti-government demonstrations. (AP Photo/Vincent Thian)

Am Sonntag zog ein Protestmarsch mit Tausenden Menschen durch die chinesische Sonderverwaltungszone. Bild: AP

Erneut vereinzelte Ausschreitungen auf Hongkongs Strassen



Eine Woche nach dem deutlichen Wahlerfolg der Demokratie-Bewegung ist es in Hongkong erneut zu Protesten und vereinzelten Ausschreitungen gekommen. Nach einem Zeitungsbericht verwüsteten radikale Demonstranten einige Geschäfte und Restaurants.

Wie die Hongkonger Zeitung «South China Morning Post» berichtete, zog am Sonntag ein Protestmarsch mit Tausenden Menschen durch Hongkong. Die Polizei setzte Tränengas gegen Demonstranten ein, die die Beamten demnach mit Objekten beworfen haben sollen.

Zu vereinzelten Ausschreitungen war es bereits am Samstagabend gekommen, als rund 200 Demonstranten nach einem zunächst friedlichen Protest eine Strassenblockade errichten. Zudem wurde der Eingang einer U-Bahn-Station in Brand gesetzt.

Die neuen Proteste am Wochenende beendeten eine Phase von annähernd zwei Wochen, in der es rund um die Bezirksratswahlen in der chinesischen Sonderverwaltungsregion verhältnismässig ruhig geblieben war. Bei den Wahlen am vergangenen Sonntag hatte Hongkongs Demokratie-Bewegung einen überraschend deutlichen Sieg errungen. Das regierungsfreundliche Lager verlor die Kontrolle in 17 von 18 Bezirksräten.

Keine Zugeständnisse der Regierungschefin

Trotz ihrer Wahlschlappe machte Hongkongs umstrittene Regierungschefin Carrie Lam danach keine Zugeständnisse an die Protestbewegung. Die 62-Jährige kündigte nur an, den Dialog mit dem Volk fortsetzen zu wollen. Dafür müsse es aber weiter friedlich sein.

Auf die Forderungen ihrer Kritiker und des demokratischen Lagers ging Lam nicht ein. Beobachter gehen davon aus, dass sich die Proteste deshalb fortsetzen werden. Die Protestbewegung fordert unter anderem den Rücktritt von Carrie Lam, freie Wahlen und eine unabhängige Untersuchung in Polizeigewalt bei den Protesten.

Fast 6000 Demonstranten festgenommen

Der Protestmarsch am Sonntag begann in der Nähe der Polytechnischen Universität. Auf dem Campus der Hochschule war es vor zwei Wochen zu schweren Zusammenstössen gekommen. Über Tage belagerte die Polizei danach das Gelände, auf dem sich Dutzende Demonstranten versteckten. Die Blockade der Polizei endete am Freitag. Seit Beginn der Proteste vor fast sechs Monaten wurden laut Angaben der «South China Morning Post» annähernd 6000 Demonstranten festgenommen.

Seit der Rückgabe 1997 an China wird Hongkong nach dem Grundsatz «ein Land, zwei Systeme» unter Chinas Souveränität autonom regiert. Anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik geniessen die sieben Millionen Hongkonger weitgehende Rechte wie Versammlungs- und Meinungsfreiheit. Jetzt befürchten sie aber, dass ihre Freiheiten zunehmend eingeschränkt werden. (viw/sda/dpa)

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Bilder von den Krawallen in Hongkong

Hongkong: Klarer Sieg für das Demokratie-Lager

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    Alle Leser-Kommentare
  • Royeti 01.12.2019 14:57
    Highlight Highlight Lächerlich. Habe mir das heute aus der Nähe angeschaut.

    1. die Protestierenden sind Jugendliche zwischen 12 und 17 und sie sind entsprechend nicht sehr gewalttätig.

    2. die Polizei ist zwar präsent, aber sehr sehr passiv.

    3. Am 1. Mai und bei jedem FCZ Spiel ist die Polizei aggressiver und um ein Vielfaches brutaler. In Zürich prügelt und schiesst die Polizei auf alles mit Kapuze - in Hong Kong fordert die Polizei die Leute einfach auf, nach Hause zu gehen.

    4. Unter den Polizisten selbst sind viele mit Sympathien für die Protestbewegung.
    • Nikita Schaffner 01.12.2019 17:14
      Highlight Highlight Und weil es ja so ruhig war, hatte auch nur eine Frau dieses Wochenende ihr Auge durch Gummischrot verloren.
      Oder wie die Polizei Rücksichtslos eine ältere Dame auf den Boden schmeisst.
      Ist ja scheinbar bei jedem FCZ Spiel so...?
    • Royeti 01.12.2019 18:09
      Highlight Highlight Die Polizei setzte heute kein Gummischrot ein. Einzig Tränengas und Schlagstöcke - dieses jedoch sehr gezielt und restriktiv.
      Vereinzelt waren kleine Kinder und ältere Menschen, welche sich in der Gegend aufhielten, jedoch nicht protestierten. Diese waren dann auch vom Tränengas betroffen....insgesamt war es aber bei weitem weniger gefährlich/aggressiv als am 1. Mai in Zürich oder am 13.05. in Basel....
    • Gapunsa 01.12.2019 18:14
      Highlight Highlight Bin auch vor Ort, also friedlich ist es auf jeden Fall nicht gewesen heute...

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