freundlich
DE | FR
International
Indien

Alle 41 Arbeiter aus Tunnel in Indien befreit – das Drama in 15 Bildern

A line of ambulances drive past carrying workers rescued from the site of an under-construction road tunnel that collapsed in Silkyara in the northern Indian state of Uttarakhand, India, Tuesday, Nov. ...
Eine Reihe von Krankenwagen fährt am Dienstagabend mit Arbeitern weg, die aus dem eingestürzten Tunnel in Indien gerettet wurden.Bild: keystone

Alle 41 Arbeiter aus eingestürztem Tunnel in Indien befreit – das Drama in 15 Bildern

28.11.2023, 18:31
Mehr «International»

In Indien war am 12. November nach einem Erdrutsch ein im Bau befindlicher Autobahntunnel teilweise eingestürzt und verschüttete 41 Arbeiter. Die Männer steckten ganze 17 Tage lang 200 Meter vom Eingang entfernt hinter riesigen Massen von Geröll fest.

Nun konnten endlich alle 41 Arbeiter aus dem 4.5 Kilometer langen Autobahntunnel befreit werden.

Hier 15 Bilder vom Unfallort nahe der Kleinstadt Uttarkashi im Himalaya-Bundesstaat Uttarakhand:

epa10987151 A handout photo made available by the Information Department, Uttarkashi Government of India shows a trapped laborer in a tunnel standing in front of a camera sent through a pipe by rescue ...
20. November: Ein im Tunnel eingeschlossenen Arbeiter, der vor einer Kamera steht, die von Rettungskräften durch ein Rohr angebracht wurde.Bild: keystone

Nach dem Einsturz hatten die Behörden zunächst eine schnelle Rettung in Aussicht gestellt, die sich seither aber immer weiter verzögert hat.

Laut Behörden gab es für die Retter bei ihren Versuchen, mit einer grossen Bohrmaschine in Richtung der Arbeiter durchzudringen, immer wieder Rückschläge.

Rescuers rest at the site of an under-construction road tunnel that collapsed in Silkyara in the northern Indian state of Uttarakhand, Friday, Nov. 24, 2023. Rescuers are racing to evacuate 41 constru ...
24. November: Rettungskräfte am Unglücksort.Bild: keystone
epa10994589 Rescue workers at the site of a tunnel collapse on the Brahmakal Yamunotri National Highway in Uttarkashi, India, 25 November 2023. Rescue and relief operations were underway as 40 workers ...
24. November: Rettungskräfte und Experten sind in der Nähe der Einsturzstelle zu sehen.Bild: keystone

Ein australischer Tunnel-Experte, der an den Rettungsarbeiten beteiligt ist, sprach von unglaublich schwierigen Bedingungen. Er sei aber zuversichtlich, dass alle Männer lebend gerettet werden können, sagte Arnold Dix, Präsident des Internationalen Dachverbandes für Tunnel- und technischen Untertagebau (ITA), dem australischen Sender ABC.

«Wir sind oben im Himalaya, und der Himalaya ist im Grunde ein relativ junges Gebirge, was bedeutet, dass es leicht auseinanderbricht», betonte Dix. «Das heisst, wenn man einen Tunnel bohrt, besteht ständig das Risiko, dass es zu einem Einsturz kommt.»

epa10993673 A vertical shaft boring machine arrives near the site of the tunnel collapse on the Brahmakal Yamunotri National Highway in Uttarkashi, India, 25 November 2023. Rescue and relief operation ...
25. November 2023: Eine vertikale Schachtbohrmaschine kommt in der Nähe der Einsturzstelle des Tunnels auf dem Brahmakal Yamunotri National Highway an.Bild: keystone

Die Behörden arbeiteten zuletzt an verschiedenen Rettungsplänen gleichzeitig. Dazu gehörte auch eine vertikale Bohrung vom Gipfel des Berges aus. Hunderte Helfer waren bei den Aktionen im Einsatz, so die Zeitung «India Today».

epa10996303 General view of the tunnel that collapsed, in Uttarkashi, India, 26 November 2023. Rescue and relief operations continue for the 41 workers who remain trapped after the under-construction  ...
26. November: Gesamtansicht des eingestürzten Tunnels bei Nacht.Bild: keystone

Am 18. November wurden die Bohrarbeiten zur Rettung vorübergehend unterbrochen, nachdem es beim Einsatz eines eigens aus der Hauptstadt Neu Delhi eingeflogenen Bohrgeräts zu Problemen gekommen war. Ein lautes Knacken sei im Tunnel zu hören gewesen. Das Geräusch habe Panik bei den Rettungskräften ausgelöst.

Bis zu dem Zeitpunkt, als die Arbeiten eingestellt wurden, hatte sich die Maschine bereits etwa 24 Meter durch den Schutt gebohrt. Über bereits bestehende Rohre wurden die Eingeschlossenen weiter mit Sauerstoff, Medikamenten und Nahrung versorgt. Man pumpe kleine Lebensmittelpakete in den Tunnel, berichtete die Zeitung «Indian Express» am 19. November. Ausserdem stehe man in Kontakt mit den Arbeitern. «Es gibt Strom und Wasser im Tunnel», zitierte die Zeitung «Times Now» Anurag Jain vom Verkehrsministerium.

epa10997169 A general view of the site of the Silkyara tunnel that collapsed while being under construction, to join in rescue operations, in Uttarkashi, India, 27 November 2023. Rescue and relief ope ...
27. November: Gesamtansicht der Baustelle.Bild: keystone
epa10997157 A group of miners with a digging tool arrives at the site of the Silkyara tunnel that collapsed while being under construction, to join in rescue operations, in Uttarkashi, India, 27 Novem ...
27. November: Eine Gruppe von Bergleuten mit einem Grabungswerkzeug trifft an der Stelle des während der Bauarbeiten eingestürzten Silkyara-Tunnels ein, um an den Rettungsarbeiten teilzunehmen.Bild: keystone

Während Angehörige zu Beginn noch auf eine schnelle Rettung hofften, werde ihre Verzweiflung nun immer grösser. Die Stimmen der Eingeschlossenen wurden von Stunde zu Stunde schwächer. Behörden kündigten am Samstag vor zwei Wochen indes an, sich um Unterkunft, Verpflegung und die medizinische Betreuung von wartenden Familienmitgliedern zu kümmern, wie die Nachrichtenagentur ANI berichtete.

epa10997160 A local Hindu priest (C) distributes offerings to a worker arriving at the site of the Silkyara tunnel that collapsed while being under construction, to join in rescue operations, in Uttar ...
27. November: Ein örtlicher Hindu-Priester (rechts) verteilt Opfergaben an einen Arbeiter, der an der Baustelle des eingestürzten Silkyara-Tunnels ankommt, um an den Rettungsarbeiten teilzunehmen.Bild: keystone
epaselect epa10997161 A worker arrives at the site of the Silkyara tunnel that collapsed while being under construction, to join in rescue operations, in Uttarkashi, India, 27 November 2023. Rescue an ...
27. November: ein Rettungsarbeiter.Bild: keystone

Nach zehn Tagen wurden erste Videoaufnahmen der Arbeiter veröffentlicht. Die Bilder stammten von einer Kamera, die durch eine Röhre zu den 41 Männern geschickt wurde. Für die Familien der Männer, die sich beim Unglücksort aufhalten, war es eine Erleichterung, die Videos zu sehen, schrieb der «Indian Express».

Ausserdem erhielten die Arbeiter ihre erste warme Mahlzeit in zehn Tagen. Die Mahlzeit – ein Reis-Linsen-Gericht – wurde in Flaschen durch eine neu gebohrte Röhre zu den Männern geschickt. Davor verband die eingeschlossenen Männer nur eine sehr enge Röhre mit der Aussenwelt, durch die sie etwa Trockenfrüchte und Wasser erhalten konnten.

Rescuers work at the site of an under-construction road tunnel that collapsed in Silkyara in the northern Indian state of Uttarakhand, India, Tuesday, Nov. 28, 2023. Officials in India said Tuesday th ...
28. November: Rettungskräfte arbeiten an der Rettung der verschütteten Arbeiter.Bild: keystone
Ambulances wait to carry workers from the site of an under-construction road tunnel that collapsed in Silkyara in the northern Indian state of Uttarakhand, India, Tuesday, Nov. 28, 2023. Officials in  ...
28. November: Krankenwagen warten darauf, Arbeiter von der Baustelle des Tunnels zu transportieren.Bild: keystone

Am Dienstag konnten nach 17 Tagen schliesslich alle 41 Arbeiter aus dem eingestürzten Tunnel befreit worden. Die Männer wurden durch ein 90 Zentimeter breites Rohr ins Freie geholt, wie Aufnahmen im örtlichen Fernsehen zeigten. Vor dem Tunnel warteten ihre Familien, die so sehr auf diesen Moment gehofft hatten.

Die letzten Meter mussten die Retter mit der Hand und kleinen Werkzeugen weitergraben. Denn neun Meter vor dem Durchbruch stiess der Bohrer am Montag auf dicke Metallträger und verschüttete Baufahrzeuge und zerbrach.

People watch rescue operations at the site of an under-construction road tunnel that collapsed in Silkyara in the northern Indian state of Uttarakhand, India, Tuesday, Nov. 29, 2023. Officials in Indi ...
28. November: Menschen beobachten die Rettungsarbeiten.Bild: keystone
epa10999146 A team of doctors arrives for treatment of the first people rescued from a tunnel on the Brahmakal Yamunotri National Highway in Uttarkashi, India, 28 November 2023. Uttarakhand Chief Mini ...
Ein Ärzteteam trifft zur Behandlung der ersten aus dem Tunnel geretteten Personen ein.Bild: keystone
This handout photo provided by the Uttarakhand State Department of Information and Public Relations shows Pushkar Singh Dhami, right, Chief Minister of the state of Uttarakhand, greeting a worker resc ...
Pushkar Singh Dhami (rechts), der Ministerpräsident des Bundesstaates Uttarakhand, begrüsst einen Arbeiter, der aus dem Tunnel gerettet wurde.Bild: keystone

Den Männern gehe es den Umständen entsprechend gut, sagte ein Mitarbeiter des Katastrophenschutzes am Dienstag. Krankenwagen sollten die Arbeiter für einen Gesundheitscheck in eine Klinik bringen. (lst/sda/dpa/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Bankräuber gruben 60 Meter langen Tunnel in Brasilien
1 / 8
Bankräuber gruben 60 Meter langen Tunnel in Brasilien
In Brasilien haben Polizisten einen Bankraub vereitelt und dabei einen mehr als 60 Meter langen Tunnel entdeckt.
quelle: polícia civil/divulgação
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Unter dem Atlantik – Passagiere bleiben im Eurotunnel stecken
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
3 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Tomtom2503
28.11.2023 18:45registriert Oktober 2021
Hey, einmal eine gute Nachricht! Gratulation den Bergungskräften.
300
Melden
Zum Kommentar
3
UNRWA-Chef warnt vor humanitärer Katastrophe in Gaza – ein Überblick
Mitarbeiter des Palästinenserhilfswerks UNRWA sollen sich am Hamas-Terror beteiligt haben. Netanjahu will, dass Mandat des Palästinenserhilfswerks der Vereinten Nationen beendet wird. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Anfang Februar forderte der israelische Ministerpräsident Netanjahu, das Mandat des Palästinenserhilfswerks der Vereinten Nationen zu beenden. Diese Forderung kritisiert der UNRWA-Chef Philippe Lazzarini scharf.

Zur Story