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epa07593470 Bharatiya Janta Party workers celebrate as the BJP party leads the election results in Mumbai, India, 23 May 2019. The Lok Sabha, the lower house of Parliament, elections, which began on 11 April 2019, is having the results tallied on 23 May. The Lok Sabha elections were held for 542 of the 543 lower house seats, and a party or alliance needs 272 seats to form a government.  EPA/DIVYAKANT SOLANKI

Anhänger von Premierminister Modi feiern das Wahlresultat in Mumbai. Bild: EPA/EPA

Die grösste Demokratie der Welt hat gewählt – so ist es herausgekommen



Der indische Premierminister Narendra Modi hat seine Partei zur Siegerin der Parlamentswahlen erklärt. «Zusammen wachsen wir, zusammen gedeihen wir, zusammen bauen wir ein starkes und einbindendes Indien - Indien siegt erneut», schrieb Modi am Donnerstag auf Twitter, nachdem erste Auszählungsergebnisse auf einen Erdrutschsieg seiner hindu-nationalistischen BJP hindeuteten.

Für Modis Herausforderer von der oppositionellen Kongress-Partei, Rahul Gandhi, dürfte sich die Hoffnung auf ein Comeback der Gandhi-Dynastie damit zerschlagen haben.

Nach Auszählung von rund der Hälfte der 600 Millionen abgegebenen Stimmen kommt Modis Bharatiya Janata Party auf etwa 300 der 543 Parlamentssitze

BJP-Parteichef Amit Shah erklärte aut Twitter, das Ergebnis sei «Indiens Entscheidung gegen die Propaganda, Lügen, persönlichen Angriffe und unbegründete Politik der Opposition.»

Bestätigt sich das Ergebnis, würde die BJP ihr Wahlergebnis aus dem Jahr 2014 noch übertreffen. Im Unterhaus dürften die BJP und ihre Verbündeten dann mit knapp 50 Sitzen mehr über eine komfortable Mehrheit verfügen. Im Oberhaus hingegen wird ihnen weiterhin die Mehrheit fehlen.

epa07594580  Bhartya Janta Party (BJP) leader and Indian Prime Minister Narendra Modi  gestures a victory sign at the party headquarters in New Delhi, India, 23 May 2019. The Lok Sabha, the lower house of Parliament, elections, which began on 11 April 2019, is having the results tallied on 23 May. The Lok Sabha elections were held for 542 of the 543 lower house seats, and a party or alliance needs 272 seats to form a government. According to the polling Narendra Modi could retain the position of Prime Minister along with the Bhartya Janta Party (BJP).   EPA/HARISH TYAGI

Premierminister Narendra Modi: Seine Partei schnitt noch besser ab als 2014. Bild: EPA/EPA

Für die oppositionelle Kongress-Partei bedeutet das sich abzeichnende Ergebnis eine herbe Enttäuschung: Den vorläufigen Ergebnissen der Wahlkommission zufolge kommt die Partei nur auf 49 Sitze.

Gandhi verliert seinen Sitz

Parteichef Gandhi räumte ein, dass er seinen Sitz im lange von seiner Familie gehaltenen Wahlkreis an die BJP verloren hat. Er gratulierte der BJP-Kandidatin, der das Volk die Stimme gegeben habe. Nachwahlbefragungen, die bereits auf einen deutlichen Sieg von Modis Partei hingedeutet hatten, hatte Gandhi am Mittwoch als gefälscht bezeichnet.

epa07594744 Congress party president Rahul Gandhi speaks during a press conference in New Delhi, India, 23 May 2019. Rahul Gandhi, conceding defeat has congratulated Indian Prime Minister Narendra Modi and Bharatiya Janata Party (BJP) for winning the Lok Sabha elections.  EPA/STR

Muss eine deutliche Niederlage einstecken: Rahul Gandhi von der Kongress-Partei. Bild: EPA/EPA

Kongress-Anhänger Rajesh Tiwari sagte der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag nach Bekanntgabe der vorläufigen Ergebnisse: «Wir sind traurig, aber wir werden wieder aufstehen.» Modi habe «wegen seiner Lügen und falschen Versprechen gewonnen». Das Land sei nun «in Gefahr».

Die Wahlen in der grössten Demokratie der Welt hatten sich über mehrere Wochen erstreckt. Am Sonntag war die Mammutwahl nach sechs Wochen zu Ende gegangen. An der Wahl beteiligten sich nach Angaben der Wahlbehörde rund 65 Prozent der 900 Millionen Stimmberechtigten. Experten schätzen die Kosten auf umgerechnet mehr als sieben Milliarden Franken.

epa07593461 Election officials use electronic voting machines to tally ballots for the Lok Sabha election at a counting center in Bhopal, India, 23 May 2019. The Lok Sabha, the lower house of Parliament, elections, which began on 11 April 2019, is having the results tallied today. The Lok Sabha elections were held for 542 of the 543 lower house seats, and a party or alliance needs 272 seats to form a government. According to polling Narendra Modi is set to retain the position of Prime Minister along with the Bhartya Janta Party (BJP).  EPA/SANJEEV GUPTA

Wahlbüro in Bhopal: An der Wahl in Indien nahmen rund 600 Millionen Menschen teil. Bild: EPA/EPA

Wegen der erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen und der gewaltigen Grösse des Landes mit seinen 1.3 Milliarden Einwohnern fand die Wahl in sieben Phasen statt. Gezählt werden sollten die über Wochen hinweg abgegebenen Stimmen innerhalb eines einzigen Tages.

Gratulation aus Pakistan

Der 68-jährige Modi ist nicht unumstritten. Kritiker werfen seiner Partei vor, die Gesellschaft zu spalten und die 170 Millionen Muslime im Land und andere religiöse Minderheiten zu diskriminieren.

So wurden während Modis Amtszeit etwa Städte mit historisch muslimischen Namen umbenannt. Zudem stieg die Zahl der Menschen, die wegen der Aufzucht von Rindern und des Verzehrs von Rindfleisch gelyncht wurden. Einige Schulbücher wurden umgeschrieben, um den Beitrag von Muslimen zur indischen Geschichte und Kultur zu minimieren.

Modi selbst gestaltete die Wahl als Referendum über seine Führung und stellte sich selbst als den einzigen Politiker dar, der Indien verteidigen könne - etwa im Kaschmir-Konflikt mit Erzfeind Pakistan.

Pakistans Regierungschef Imran Khan gratulierte Modi und dessen Partei am Donnerstag zum Wahlsieg. Er freue sich darauf, gemeinsam mit Modi für «Frieden, Fortschritt und Wohlstand in Südasien» zu arbeiten, twitterte Khan. (sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Micha Schläpfer 24.05.2019 10:52
    Highlight Highlight War im Dezember in Indien und habe die Wahlen, und das Werben für die Parteien davor, miterlebt. Da viele Inder Analphabeten sind und auch leider vielen die Bildung verwehrt wird (auf Grund genau dieser Parteien und deren Anführern), werden alle Hebel bewegt um die Wählerschaft hinters Licht zu führen. Utopische Versprechungen gehören zur Tagesregel. Die BJP finde ich nicht gut, weil sie Nationalisten- und gegen die Vielfalt sind. Der jetztige Gandhi, der nicht mit Mahatma Gandhi verwandt ist, sondern der Enkel der ermordeten Indira Gandhi, missbraucht einfach den wunderbar klingenden Namen.
  • reamiado 24.05.2019 01:30
    Highlight Highlight Briefwahl wär krass, da hätten die indischemn Pöstler was zu tun o_O
  • Nelson Muntz 23.05.2019 20:25
    Highlight Highlight Auch stark christlich geprägte Städte wurden unötigerweise umbenannt. Christen und Parsis werden von der Regierung, Hindus UND Moslems schikaniert. Grundlos brennen Kirchen und es gibt immer wieder Todesopfer.
    • Dr.Master of Disaster 24.05.2019 08:04
      Highlight Highlight die grösste verfolgte Minderheit sind die Muslime selbst. Und es heisst Muslime, nicht Moslems.
    • Surya43 24.05.2019 23:06
      Highlight Highlight Krass wie viele Likes dieser Kommentar bekommt und Christen wieder in die Opferrolle schlüpfen. Religiös, Kulturell und Geschichtlich bedeutende Städte wurden wieder ZURÜCKBENANNT. In Zuge der Islamischen Eroberungsversuche (Delhi-Sultanat oder Moghul-Reich) wurde versucht die Hindus zu dezimieren, auszulöschen und konvertieren. Das Gleiche versuchten die Portugiesen, Holländer und Briten. Viele Kirchen und besonders Moscheen wurden auf Hindutempel errichtet, nachdem man sie grundlos zerstört hatte. Und Parsis werden ganz sicher nicht schikaniert. Verbreite hier keine Falschinfos!
  • DemonCore 23.05.2019 18:25
    Highlight Highlight Danke, ein interessanter Artikel.

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