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Wegen «Blasphemie»: 10 Jahre Gefängnis für iranische Zombie-Jolie

Mit den Bildern einer Zombie-Version von Angelina Jolie ist die Instagrammerin Sahar Tabar bekannt geworden. Das wurde ihr nun zum Verhängnis: Jetzt droht der Instagrammerin eine Haft von zehn Jahren.
15.12.2020, 14:0715.12.2020, 15:48

Im Iran ist es nicht unüblich, dass Influencerinnen aufgrund ihrer Social-Media-Posts verhaftet werden. In der Vergangenheit wurden Frauen schon dafür bestraft, weil sie tanzende oder singende Videos auf ihren Social-Media-Kanälen gepostet haben, wie eine iranische Aktivistin nun auf Twitter berichtet.

Vor einem Jahr ist auch die Instagrammerin Sahar Tabar, die für ihre erstellten Bilder bekannt wurde, verhaftet worden. Ihr droht nun eine bis zu zehnjährige Haftstrafe.

Die 19-Jährige ist auf Social-Media und in den Medien als «Zombie-Angelina» bekannt geworden – weil sie sich nach eigenen Angaben unzähligen Schönheitsoperationen unterzog, um ihrem Idol Angelina Jolie ähnlicher zu sehen.

In Wirklichkeit entstanden die schreckhaften Bilder aber per Bildbearbeitung. Es soll sich dabei nur um einen Scherz gehandelt haben. Die Instagrammerin zählte bis zur Löschung ihres Accounts fast 500'000 Follower.

Doch der Scherz ging nach hinten los. Die Vorwürfe des iranischen Gerichts: «Blasphemie (Verhöhnen oder Verfluchen bestimmter Glaubensinhalte einer Religion), Anstachelung zu Gewalt, Geldeinnahmen durch nicht angebrachte Mittel und Ermutigung der Jugend zu Verderbnis». Das schreibt der «Guardian». Was genau zur Verhaftung und Verurteilung führte, ist nicht bekannt. Tabar hat bereits letztes Jahr im Oktober live im Fernsehen gestanden, dass ihre Bilder nicht echt sind. Seither befindet sie sich in Haft. Die junge Frau soll unter mehreren psychischen Krankheiten leiden. Ob vor dem Geständnis Druck auf die Frau ausgeübt wurde, ist unklar.

Menschenrechtler versuchen schon seit längerem, die junge Frau aus der Untersuchungshaft zu holen. Nun meldet sich die iranische Aktivistin Masih Alinejad zu Wort und wendet sich an Angelina Jolie höchstpersönlich. Das könnte vielleicht klappen: Denn Angelina Jolie ist eine bekannte Menschenrechtlerin. Zum Aufruf hat sie sich bisher noch nicht geäussert.

(cki)

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