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Iran

Israel bombardiert Gebäude, in dem Chameneis Nachfolger bestimmt wird

Israel bombardiert Gebäude, in dem Chameneis Nachfolger bestimmt werden soll

03.03.2026, 17:3503.03.2026, 20:21

Das Gebäude eines Expertenrats einflussreicher Geistlicher im Iran ist nach Medienberichten bei einem Angriff in der Stadt Ghom getroffen und schwer beschädigt worden. Es gab allerdings widersprüchliche Angaben aus Israel und dem Iran zu der Frage, ob dort zum Zeitpunkt des Angriffs gerade ein Gremium iranischer Geistlicher tagte, das einen Nachfolgers von Ajatollah Chamenei bestimmen soll. Staatsoberhaupt und Religionsführer Chamenei war am Samstag bei einem israelischen Angriff getötet worden.

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, US-israelische Kräfte hätten das Gebäude des Sekretariats des Expertenrats in Ghom angegriffen. Nach ersten Informationen hätten sich dort zum Zeitpunkt des Angriffs keine Personen befunden. Durch den Raketenangriff seien auch Wohnhäuser und Geschäfte in der Umgebung beschädigt. Mehrere Anwohner und Passanten seien verletzt worden.

Laut der den Revolutionsgarden nahe stehenden Nachrichtenagentur Fars sind die Berichte über einen Angriff auf das Gebäude des Expertenrats in Ghom zutreffend, dort habe jedoch keine Sitzung stattgefunden. Demnach führt der Expertenrat aus Sicherheitsgründen Abstimmungen in anderer Form durch. Unter Berufung auf informierte Quellen hiess es, das Verfahren zur Wahl eines neuen Religionsführers befinde sich in der Schlussphase.

Mossad: «Es ist egal, wer heute gewählt wird»

Bereits in der vergangenen Nacht war das Gelände des Expertenrats in Teheran Ziel von Angriffen durch Kampfflugzeuge der US- und israelischen Streitkräfte geworden.

Israelische Medien berichteten dagegen unter Berufung auf Sicherheitskreise, zum Zeitpunkt des Angriffs habe dort eine Abstimmung stattgefunden. Es seien aber offenbar nicht alle 88 Mitglieder des Expertenrats anwesend gewesen, sondern deutlich weniger. Die Berichte liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad veröffentlichte in einem Post auf X in persischer Sprache ein Video, in dem Bilder iranischer Geistlicher zu sehen waren, die wie bei einem Domino-Spiel hintereinander umkippten. «Es ist egal, wer heute gewählt wird, sein Schicksal ist schon besiegelt», heisst es in dem Post. «Nur das iranische Volk wird seinen künftigen Anführer wählen.» (sda/dpa)

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25 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Stammhalter
03.03.2026 18:11registriert Januar 2026
Auch hier: beeindruckende Geheimdienstarbeit.

Dass wohl nicht alle 88 Mitglieder vor Ort waren, spricht für mich von einem Sicherheitsnetz, das die iranischen Machthaber aufgebaut haben. Beruhigend aber, wie der Führungszirkel bislang dezimiert werden konnte.
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