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Nahost-Krieg: Trump nennt Netanjahu «verrückt» – Iran droht

epa07462976 US President Donald J. Trump (R) and Prime Minister of Israel Benjamin Netanyahu (L) shake hands in the Oval Office of the White House in Washington, DC, USA, 25 March 2019. Trump earlier  ...
Netanjahu und Trump.Bild: EPA POOL

Bericht: Zwischen Trump und Netanjahu kracht es – Iran droht mit Abbruch der Verhandlungen

Während Trump eine Einigung in Aussicht stellt, drohen Netanjahu sowie der Iran mit neuen Angriffen. Und zwischen dem US-Präsidenten und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu soll es gekracht haben. Das Nacht-Update.
02.06.2026, 06:0002.06.2026, 06:20

Der Iran droht angesichts des eskalierenden Konflikts zwischen Israel und der mit Teheran verbündeten Hisbollah-Miliz im Libanon mit einem Abbruch der Verhandlungen mit den USA im Iran-Krieg.

Sollte «die israelische Aggression gegen den Libanon» andauern, werde man «nicht nur den Verhandlungsweg stoppen, sondern auch in eine direkte Konfrontation mit dem Feind treten», schrieb Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf auf X nach einem Gespräch mit seinem libanesischen Amtskollegen Nabih Berri. US-Präsident Donald Trump betonte auf Truth Social, die Gespräche mit Teheran würden in «schnellem Tempo» fortgeführt.

Die Hisbollah habe ihrerseits dem US-Vorschlag für einen gegenseitigen und damit auch für Israel geltenden Angriffsstopp zugestimmt, teilte Aouns Büro mit. Libanons Behörden hätten eine entsprechende Bestätigung erhalten. Die libanesische Regierung selbst ist keine Konfliktpartei.

Netanjahu droht weiter mit Angriffen

Später gab Netanjahu eine Erklärung ab, in der von einer neuen Waffenruhe keine Rede war. Allerdings schien er von seiner Ankündigung abzurücken, die Hisbollah in den südlichen Vororten Beiruts angreifen zu lassen. Sollte die Hisbollah aber ihre Angriffe auf israelische Städte nicht einstellen, werde Israel wieder «Terrorziele» in Beirut angreifen, schrieb Netanjahu auf X. Das habe er Trump mitgeteilt. «An dieser Haltung hält Israel unverändert fest», schrieb er. Parallel dazu werde Israels Armee ihren Einsatz im Südlibanon wie geplant fortsetzen.

Die Kämpfe zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah stellen einen Knackpunkt in den Verhandlungen über ein dauerhaftes Abkommen zur Beendigung des Krieges der USA gegen den Iran dar. Neben der Freigabe iranischer Vermögenswerte im Ausland und dem Festhalten an der faktischen Kontrolle über die Strasse von Hormus verlangt der Iran als Bestandteil eines endgültigen Abkommens auch einen dauerhaften Waffenstillstand im Libanon.

Trump nennt «nächste Woche» für mögliche Iran-Einigung

Trump sagte dem US-Sender ABC nach dessen Angaben in einem Telefon-Interview, er denke, dass er «nächste Woche» eine Einigung mit dem Iran über eine Verlängerung der Waffenruhe und die Wiedereröffnung der Strasse von Hormus erzielen werde. Er müsse aber noch manche Punkte klären. Trump hatte schon früher optimistische Zeitpläne bekanntgegeben, die jedoch dann schnell von der Realität eingeholt wurden. Erst am Wochenende lieferten sich die USA und der Iran trotz Waffenruhe wieder einen militärischen Schlagabtausch.

Je länger Washington und Teheran keine Einigung erzielen, desto mehr könnten Faktoren wie das Ringen um die Strasse von Hormus und der Konflikt im Libanon die Ereignisse beeinflussen, gab der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz zu bedenken. «Es war stets klar, dass der derzeitige Kurs ohne eine Einigung letztlich zu einer Eskalation führen würde», schrieb er auf X.

Nach Angaben des libanesischen Präsidenten Joseph Aoun bezieht sich der von Trump angekündigte Stopp israelischer Angriffe zunächst auf die südlichen Vororte der Hauptstadt Beirut, die als Hochburg der Hisbollah gelten. «Nach der vorgeschlagenen Vereinbarung werden die israelischen Angriffe auf die südlichen Vororte Beiruts eingestellt, während die Hisbollah im Gegenzug auf Angriffe gegen Israel verzichtet», teilte das Präsidialamt mit. Die Waffenruhe solle auf das gesamte libanesische Staatsgebiet ausgeweitet werden.

Bericht: Trump nennt Netanjahu «verrückt»

Die Hisbollah habe ihrerseits dem US-Vorschlag für einen gegenseitigen und damit auch für Israel geltenden Angriffsstopp zugestimmt, teilte Aouns Büro mit. Libanons Behörden hätten eine entsprechende Bestätigung erhalten. Die libanesische Regierung selbst ist keine Konfliktpartei.

Wegen Israels Eskalation im Libanon soll Trump Netanjahu am Montag in einem mit Schimpfwörtern gespickten Telefonat scharf angegangen haben, berichtete das US-Nachrichtenportal «Axios» unter Berufung auf zwei US-Beamte und eine dritte mit dem Gespräch vertraute Quelle. Trump habe seinen Verbündeten als «verrückt» bezeichnet und ihm Undankbarkeit vorgeworfen. Ohne ihn sässe Netanjahu im Gefängnis, soll Trump gewettert haben. Gegen den israelischen Regierungschef läuft seit sechs Jahren ein Korruptionsprozess.

Derweil fing die israelische Luftwaffe auch nach Trumps Ankündigung einer neuen Feuerpause nach eigenen Angaben erneut zwei Geschosse aus dem Libanon ab. Zugleich soll Israels Luftwaffe laut der «Times of Israel» weitere Angriffe im nördlichen Nachbarland geflogen haben.

Verhandlungen sollen weitergehen

Die Konfrontation zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz hatte sich zuletzt deutlich zugespitzt. Israel und die libanesische Regierung hatten Mitte April zwar eine Waffenruhe geschlossen. Die Schiitenmiliz selbst lehnt Verhandlungen mit Israel aber ab. Der Krieg geht seither weiter, beide Seiten greifen sich weiter täglich an. Dabei sterben vor allem im Libanon immer wieder Menschen.

Israels Soldaten waren im Libanon zuletzt immer weiter ins Landesinnere vorgedrungen, aber noch weit von Beirut entfernt. Entgegen der Behauptung Trumps hätten sich die israelischen Truppen nicht auf dem Weg in die Hauptstadt befunden, zitierte die «Times of Israel» in der Nacht Militärquellen.

Vertreter Israels und des Libanons verhandeln seit Wochen in Washington über Bedingungen für eine Entschärfung des Konflikts. Einen Durchbruch gab es dabei bisher aber nicht. Diese Verhandlungen sollen nach Angaben des libanesischen Präsidialamtes nun weiter fortgesetzt werden, um die jüngsten Fortschritte zu erörtern und darauf aufzubauen. (sda/dpa)

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quelle: keystone / maya levin
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