Diese US-Militäreinrichtungen hat der Iran bisher zerstört
27 Basen oder militärische Einrichtungen der USA hat Iran nach eigenen Angaben bisher angegriffen. Die meisten der Raketen und Drohnen wurden abgefangen. Einige fanden aber auch in ihr Ziel.
Während im Iran bisher mindestens 800 Menschen Opfer der US-Angriffe wurden, darunter beinahe 200 Kinder, starben durch iranische Vergeltungsmassnahmen bisher sechs US-Militärangehörige. 18 wurden verletzt.
Getroffen hatte der Iran unter anderem das Konsulat in Dubai – aber auch einige wichtige Luftwaffenstützpunkte. Das US-Kriegsministerium zeigt sich in der Kommunikation äusserst verhalten. Viele der Einschläge in dieser Liste wurden bis jetzt nicht bestätigt. Sie kann dem Anspruch der Vollständigkeit deshalb nicht gerecht werden.
NSA US-Navy-Basis in Bahrain
Die attackierte NSA – Naval Support Activity – befindet sich in der Hauptstadt Manama im Quartier Juffair. Der Stützpunk dient der 5. Flotte der US-Navy als Hauptquartier, welche in der Region für den Schutz der Seewege und damit für einen reibungslosen Handel sorgen sollte. Zum Einsatzgebiet gehört auch die Strasse von Hormus.
Videos zeigen, wie eine iranische Drohne eine Radaranlage zerstört. Neue Satellitenaufnahmen (für die wir die Lizenz nicht besitzen) beweisen aber, dass mindestens zwei grosse Radare und eine Lagerhalle getroffen worden waren.
Flughafen Erbil, Irak
Der Flughafen von Erbil im Nordirak wurde während der ersten Kriegstage mit mindestens sechzig Raketen und Drohnen angegriffen – ein paar davon konnten nicht abgefangen werden, sodass am Sonntag beim Flughafen Feuer gemeldet wurde. Das berichtet die Kleine Zeitung.
Der Flughafen von Erbil wird auch vom US-Militär genutzt. Spekuliert wird, dass ein Munitionslager getroffen wurde. Abgefeuert wurden die Drohnen offenbar nicht aus dem Iran, sondern von einer iranfreundlichen schiitischen Miliz im Irak selbst.
Auch das amerikanischen Grosskonsulat in Erbil wurde angegriffen. Erst im letzten Dezember wurde das «weltgrösste diplomatisch genutzte Gebäude» eröffnet. Wie Welt-Reporter Steffen Schwarzkopf vor Ort berichtet, wurde der 800-Millionen-Bau mittlerweile geräumt. Zurück bleibt nur das Notpersonal.
Konsulat in Dubai, Vereinigte Arabische Emirate
Auch das US-Konsulat in Dubai wurde angegriffen. Bei der Drohnenattacke vom Dienstag-Abend sei es zu keinen Verletzten gekommen. Vom TV-Sender CNN verifizierte Bilder zeigen eine riesige Rauchwolke über dem Gebäude und lodernde Flammen. Mittlerweilen sei das Feuer gelöscht worden.
Camp Buehring in Kuwait
Camp Buehring ist der Hauptstandort der Reserveeinheit für den Nahen Osten. Er befindet sich im Nordwesten Kuwaits. Mindestens eine Arash-2-Drone schlug dort ein. Ein Gebäude wurde dabei zerstört. Unklar ist, ob auch Helikopter auf dem nahegelegenen Landefeld in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Zivile Mitarbeiter der Basis berichten gegenüber dem Guardian über die vorherrschende Orientierungslosigkeit: «Das Schlimmste ist, dass unser Arbeitgeber nicht reagiert. Wir haben keinerlei Anweisungen erhalten.» Ein amerikanischer Mitarbeiter ergänzt: «Alle reden über das Militär, aber niemand redet über uns. Wir sitzen hier fest und werden behandelt, als wären wir Kanonenfutter.»
Camp Arifjan in Kuwait
Camp Arifjan beherbergt Einheiten sowohl der US Air Force als auch der Navy und des Marine Corps. 9000 Personen sind hier stationiert. Im Lager existieren über ein Dutzend Fast-Food-Restaurants wie Taco Bell, KFC und Burger King. Neben US-Personal sind hier auch Briten, Australier, Kanadier, Rumänen und Polen stationiert. Arifjan wird vor allem als Logistikzentrum genutzt.
Satellitenbilder, die von CNN und der New York Times ausgewertet wurden, zeigen, dass der Iran hier mindestens eine Radaranlage zerstören konnte. In der Nähe, ca. 10 Kilometer entfernt, stürzte eine F-15E Strike Eagle ab. Der Vorfall wird als «Friendly Fire» gewertet.
Ali Al Salem Air Base, Kuwait
Mindestens sechs Gebäude wurden in der Luftwaffenbasis Ali Al Salem bei zwei Angriffswellen zerstört. Das zeigen Vorher-Nachher-Satellitenbilder. Zunächst hatte das kuwaitische Militär gemeldet, den Angriff von Iran mit ballistischen Raketen komplett abgewehrt zu haben.
Trotz der eindrücklichen Zerstörung gibt es keine Angaben über Verletzte oder Tote.
Hafen von Shuaiba, Kuwait
Die bisher einzigen US-Todesopfer gab es im Hafen von Shuaiba. Dort wurde am Sonntagmorgen ein US-Operationszentrum getroffen. Sechs amerikanische Soldaten wurden dabei getötet. US-Präsident Donald Trump zeigte sich wenig empathisch: «Leider wird es wahrscheinlich noch mehr geben, bevor es vorbei ist. So ist es nun mal», sagte er.
Al-Udeid Air Base, Qatar
Der Luftwaffenstützpunkt Al-Udeid ist der grösste im Nahen Osten. Bis zu 10’000 SoldatInnen sind dort stationiert. Angesichts der Grösse wirkt die bisher überlieferte Zerstörung minim. Satellitenbilder zeigen, dass ein Zelt und ein paar Satellitenschüsseln getroffen wurden.
Bisher nicht bestätigt ist die Zerstörung eines AN/FPS-132-Frühwarnsystems. Iran behauptet, die über eine Milliarde Dollar teure, turmhohe Infrastruktur ausgeschaltet zu haben. Angebliche Beweisbilder auf Social Media stellten sich als Fälschungen heraus.
Jebel Ali, Vereinigte Arabische Emirate
Jebel Ali wurde bekannt wegen der aufgeschütteten palmförmigen Insel mit Luxusresidenzen. In unmittelbarer Nähe existiert aber auch einer der umtriebigsten Häfen des Nahen Ostens. Offiziell ist der Hafen kein US-Stützpunkt, er wird aber von der US-Navy stark genutzt.
Aufnahmen vom Sonntag zeigten starke Rauchentwicklung aus einem Gebäude, das im Sperrbereich der US-Navy liegt. Über den Grad der Zerstörung ist nichts bekannt. Der Hafenbetrieb wurde bereits wieder aufgenommen.
Al Dhafra Luftwaffenstützpunkt, Vereinigte Arabische Emirate
Von Al Dhafra aus flog die US-Airforce Missionen gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS). Was genau der Iran dort zerstören wollte, ist laut der New York Times unklar. Auf einem Gebiet von der Grösse eines Fussballfeldes wurden diverse Zelte und Gebäude stark beschädigt. Aufgrund alter Fotos spekuliert das Blatt, dass sich dort ebenfalls Kommunikationsanlagen befunden haben könnten.
Al Ruwais, Vereinigte Arabische Emirate
Al Ruwais ist ein Industriestützpunkt der staatlichen Erdölfirma Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC). Etwas ausserhalb soll sich auch US-Militärinfrastruktur befinden, die durch einen Angriff von über 100 Raketen beschädigt worden ist. Worum es sich dabei handelt, ist nicht klar. Gemunkelt wird, dass ein THAAD-Antiraketensystem getroffen worden ist (Terminal High Altitude Area Defense). Dies ist jedoch nicht bestätigt.
Die US-Stützpunkte mit Infrastrukturschäden
Mit der Operation «Epische Wut» droht Donald Trump, den Iran «windelweich» zu prügeln. Die grösste Angriffswelle stehe noch bevor. Iran hat seine Gegenreaktion «Wahres Versprechen» getauft. Die grosse Frage aber bleibt: Wie soll das alles enden?
