International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Absurd: Twitter bleibt im Iran verboten, obwohl selbst der Präsident twittert



Der Kurznachrichtendienst Twitter bleibt im Iran verboten. «Twitter gehört unseren amerikanischen Feinden, (...) daher wird das Twitter-Verbot auch nicht aufgehoben», sagte Vize-Generalstaatsanwalt Abdolsamad Chorramabadi am Dienstag.

Der Antrag des Kommunikationsministers sei damit abgelehnt. Dieser solle versuchen, die Internet-Dienste im Iran zu fördern, anstatt sich für solche aus den USA einzusetzen, sagte Chorramabadi laut Nachrichtenagentur Fars.

Bild

Auch Präsident Hassan Rohani twittert. Bild: KEYSTONE

Kommunikationsminister Mohamed-Dschawad Asari-Dschahromi, mit 36 Jahren jüngster Minister im Kabinett von Präsident Hassan Rohani, ist ein Verfechter des freien Internets. Er hatte bei der Staatsanwaltschaft eine Aufhebung des Twitter-Verbots beantragt. Seiner Meinung nach sollten sich auch die Verantwortlichen im Justizwesen der neuen Zeit anpassen.

Politiker und Kleriker twittern

Das Twitter-Verbot im Iran mutet absurd an: Alle iranischen Medien und sogar der Präsident und seine Minister – auch einige Kleriker – sind aktive Mitglieder bei Twitter. Aussenminister Mohamed Dschawad Sarif gibt seine Statements zu wichtigen aussenpolitischen Themen nur noch über Twitter ab.

Soziale Dienste wie Twitter, Instagram und Facebook bereiten dem islamischen Establishment schon lange Kopfschmerzen, da sie bei regimekritischen Unruhen als wichtigstes Kommunikationsmittel genutzt werden.

30 Millionen Iraner umgehen Internet-Verbot

Informationen, Videos und Bilder der Proteste werden so im In- und Ausland verbreitet und von Medien weltweit verwendet. Die Hardliner fordern daher, alle sozialen Netzwerke zu schliessen.

Den Iranern sind diese Verbote in der Regel jedoch egal: Sie verschaffen sich mit einem sogenannten VPN-Tunnel Zugang zu allen verbotenen Diensten. Vize-Generalstaatsanwalt Chorramabadi hatte kürzlich eingeräumt, dass mehr als 30 Millionen Iraner die Internetverbote des Landes umgingen. (whr/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Simon Probst 14.08.2018 15:26
    Highlight Highlight Die CH zensiert online-poker wegen Suchtprävention. Sie verbietet online-poker jedoch nicht, sondern will dass auf CH-Sites gespielt wird.

    Ich finde das noch viel schizophrener :)
    • Oberon 14.08.2018 20:36
      Highlight Highlight Es ging immer um das Geld, aber mit Lizenzvergaben hätte man das X-fache heraus holen können. ;)

Iran-Sanktionen aus US-Sicht wieder in Kraft – aber Europa wehrt sich dagegen

Die US-Regierung hat in einem umstrittenen Alleingang erklärt, dass internationale Sanktionen gegen den Iran seit Sonntag (MESZ) wieder gültig sind. Diese Strafmassnahmen waren nach dem internationalen Atomabkommen von 2015 ausgesetzt worden. Die USA traten unter Präsident Donald Trump im Mai 2018 aus dem Abkommen mit dem Iran aus, und es ist deshalb völlig strittig, ob sie die Sanktionen allein wieder in Kraft setzen können. Irans Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif sprach in der Nacht …

Artikel lesen
Link zum Artikel