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Neue Spannungen um den Iran – Trump droht mit Angriffen auf Boote



Der US-Raketenzerstörer USS Mason auf dem Weg vom Atlantik in den Golf von Oman. (Archivbild)

Bild: EPA US NAVY

Nach drei gescheiterten Versuchen hat der Iran im vierten Anlauf einen Militärsatelliten ins Weltall geschossen. Israel reagierte auf den Start mit einem Aufruf an die internationale Gemeinschaft, schärfere Sanktionen gegen den Iran zu verhängen. Gleichzeitig drohte US-Präsident Donald Trump dem Iran wegen eines Zwischenfalls im Persischen Golf mit militärischen Massnahmen.

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna brachten die Revolutionsgarden (IRGC) am Mittwoch von einem nicht genannten Wüstengebiet aus den Satelliten «Nur-1» (Licht-1) ins All. Der Satellit sei erfolgreich auf eine Umlaufbahn in 425 Kilometern Höhe gebracht worden. Das sei eine grosse Errungenschaft der Islamischen Republik, hiess es in der IRGC-Erklärung.

Die USA und Israel sehen das iranische Satellitenprogramm kritisch, weil sie befürchten, dass der Iran die Technik der Trägerraketen zum Bau militärischer Langstreckenraketen nutzen könnte. Das israelische Aussenministerium wertete den Start von «Nur-1» am Mittwoch als Verstoss gegen iranische Zusicherungen. Teheran arbeite weiter an seinem Raketenprogramm, darunter auch an Geschossen, die mit einem Atomsprengkopf bestückt werden könnten.

«Das iranische Regime konzentriert seine Bemühungen weiterhin auf seine militärischen Aggressionen, anstatt seinen gescheiterten Umgang mit dem Ausbruch des Coronavirus zu verbessern, der Zehntausende iranische Bürger betrifft», erklärte das Ministerium. Die internationale Gemeinschaft müsse schärfere Sanktionen gegen den Iran verhängen, um solche Aktivitäten künftig zu unterbinden.

Im Februar hatte der 130 Kilogramm schwere Satellit «Safar» (Triumph) nach einem erfolgreichen Start vom Raumfahrtzentrum Semnan im Zentraliran nicht die gewünschte Umlaufbahn erreicht. Davor waren zwei weitere Satellitenstarts gescheitert. Teheran argumentiert, iranische Satelliten sollten nur Daten zu Wetter, Naturkatastrophen und Landwirtschaft liefern und keine militärischen Ziele verfolgen. Daher stehe ihr Einsatz im Einklang mit internationalen Vorschriften. «Nur-1» wurde aber als Militärsatellit bezeichnet.

Nach einem Zwischenfall im Persischen Golf drohte US-Präsident Donald Trump dem Iran am Mittwoch mit Angriffen auf Boote der Revolutionsgarden. Er habe die US-Marine angewiesen, alle iranischen Boote zu zerstören, die amerikanische Schiffe bedrängten, twitterte Trump. Am Mittwoch vergangener Woche hatte die US-Marine mitgeteilt, elf Boote der Revolutionsgarden hätten sich wiederholt «gefährlich» und «provozierend» amerikanischen Kriegsschiffen genähert.

In der Mittelung hiess es, die Boote hätten sich den sechs US-Schiffen im Norden des Persischen Golfes mit hoher Geschwindigkeit teils bis auf etwa neun Meter genähert. Das US-Militär habe mit Ausweichmanövern eine Kollision verhindert. Die Boote der iranischen Militäreinheit hätten während des etwa eine Stunde langen Zwischenfalls weder auf Funksignale noch auf Warnsignale reagiert. Mit ihrem provozierenden Verhalten hätten sie gegen Sicherheitsregeln der Schifffahrt und gegen internationales Recht verstossen.

Der Zwischenfall ereignete sich den US-Angaben zufolge in internationalen Gewässern während einer Übung, an der auch Kampfhubschrauber des Typs Apache beteiligt waren. Die USA haben Irans Revolutionsgarden als Terrororganisation eingestuft. (aeg/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 23.04.2020 07:31
    Highlight Highlight Ich glaube, Trump hätte jetzt selber in seiner Heimat bei der Eindämmung einer Pandemie einen wichtigeren Job zu erledigen...
    Was ist jetzt mit "America first!"?
    Wenn diese Amerikaner und diese Israelis glauben, dass sie damit durchkommen werden, den Iran auszuhungern und arrogant zu demütigen, dann werden sie damit ein Hardliner-Monstrum erster Güte züchten.
    Ich habe den Verdacht, dass GENAU DAS auch das Ziel der aktuellen US-Politik mit dem extrem parteiischen Beistand für Israel und die faschistoiden und Frauen verachtenden Golf-Monarchien ist.
    Erzfeinde ermöglichen viele Waffengeschäfte...
  • Snowy 22.04.2020 20:12
    Highlight Highlight Man stelle sich vor, eine iranische Armada von Kriegsschiffen würde unmittelbar vor den Küsten Floridas und Kaliforniens kreuzen und den Amis auch noch vorschreiben, wie sie sich zu verhalten haben.

    • AdvocatusDiaboli 22.04.2020 23:48
      Highlight Highlight "Unmittelbar vor den Küsten" ist etwas zu dehnbar. Wichtig ist hier, ob ein Ereigniss auf internationalen Gewässern (Hohe See) stattfand oder innerhalb einer ausschliesslichen Wirtschaftszone eines Landes.

      Der Iran ist vollkommen berechtigt, seine Marine auf internationalen Gewässern nahe der USA kreuzen zu lassen. Angesichts der momentanen iranschen Flotte, besonders der dazu passenden Logisti, wird das aber wohl kaum geschehen.

      https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_current_ships_of_the_Islamic_Republic_of_Iran_Navy
    • Smeyers 23.04.2020 08:28
      Highlight Highlight Naja die USA sind in internationalen Gewässern. Ich würde Ihnen einfach empfehlen nicht mehr auszuweichen.
  • Der_Andere 22.04.2020 19:44
    Highlight Highlight Ist das der Moment, in dem Trump wegen der Krise und der ramponierten Wirtschaft Angst um seine Wiederwahl hat und realisiert hat, dass bis jetzt jeder Präsident während eines Krieges wiedergewählt wurde?

    Nur-1 ist sicher nicht nur fürs Wetter und Katastrophen gedacht.

    Aber kein Staat hat das Monopol auf die Erdumlaufbahn. Ich will gar nicht wissen, was die Amis, Russen und Chinesen alles im All haben. Und da schreit auch keiner nach Sanktionen.

    Ausserdem finde ich es jedesmal befremdlich, wenn die Atommacht mit den meisten Sprengköpfen anderen den Besitz derselben verbieten will.
    • rodolofo 23.04.2020 07:39
      Highlight Highlight Die USA unter Trump ist wieder der klassische, aufgeblasene und angeberische Grosskotz-Yankee, der mit Dollarscheinen um sich schmeisst, sich überall einmischt, ohne von den Angelegenheiten, in die er sich einmischt, auch nur die geringste Ahnung zu haben!
      Aber er ist eben stinkreich und schmeisst rauschende Partys, mit den angesagtesten Stars aus der Glitzerwelt des Jet Set!
      Und das vermag offenbar Viele zu überzeugen.
      Gerade die ausgemergelten IranerInnen, die von ihren bärtig-zornigen Mullah's, ihrem Zahnwehgesang von Minaretten herab und den "Frauen in schwarzen Säcken" genug haben...
    • DemonCore 23.04.2020 09:12
      Highlight Highlight Russland hat etwa doppelt so viele nukleare Sprengköpfe wie die USA.
    • rodolofo 23.04.2020 10:08
      Highlight Highlight @ DemonCore
      Das mag ja sein.
      Aber wie beim Vergleich von "Junk Food" und "Bio-Vollwert-Ernährung" spielt nebst Quantität auch die Qualität eine Rolle.
      Schon im "Kalten Krieg" wurde die militärische Schlagkraft des "Ostblocks" ganz bewusst hoch angesetzt, damit die verängstigte Bevölkerung der USA noch mehr Steuergelder für den gewaltigen "Militärstaat im Staat" locker machten.
      Dafür wurden dann andere wichtige Staatsaufgaben, wie die Infrastruktur, die Volksschulen und das Gesundheitswesen, sträflich vernachlässigt.
      Aber der Militär-Apparat soll weiter gemästet und aufgerüstet werden...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Eidi 22.04.2020 19:38
    Highlight Highlight Die Amis bezeichnen das Verhalten der Iraner als provozierend, halten aber im Gegenzug eine Übung mit Kriegsschiffen und Kampfhubschrauber quasi vor der Haustür des Irans ab. Doppelmoral können Sie!
  • Nunja 22.04.2020 19:23
    Highlight Highlight Im ersten Golfkrieg, wo der Irak unter Saddam Hussein Iran angriff, haben die USA den Irak (neben Waffen und Giftgas) unter anderem auch mit den Satellitenbildern versorgt. Ein eigener Spionagesatellit ist für den Iran, der fast komplett von US Basen umzingelt ist, natürlich sehr wichtig. Sie können ja nicht immer darauf hoffen, von China oder Russland versorgt zu werden.
  • Torro991 22.04.2020 19:13
    Highlight Highlight Iran's Devisenreserven werden beim aktuellen Ölpreis wohl auch schwinden. Vielleicht sollten sie unter diesen Umständen besser an das Wohlergehen der iranischen Bevölkerung denken, anstatt sich weiterhin mit der Auslöschung Israels zu beschäftigen.
    • swisskiss 23.04.2020 08:23
      Highlight Highlight Torro991: Da könnte man doch glatt argumentieren, dass Trump mehr um das wohl seines Volkes und Wirtschaft in der Coronakrise besorgt sein müsste, statt Militärmanöver 10 000 km weit von zu Hause weg, in der 200 Meilen Zone des Irans durchzuführen.

      Oder noch etwas konkreter. USA Devisenreserven werden beim aktuellen Ölpreis wohl auch schwinden. Vielleicht sollten sie unter diesen Umständen besser an das Wohlergehen der amerikanischen Bevölkerung denken, anstatt sich weiterhin mit der Auslöschung der Regierung Venezuelas beschäftigen.
  • dwight_schrute 22.04.2020 18:30
    Highlight Highlight Ich weiss das tut nichts zur Sache, aber „shoot down boats“?
    Benutzer Bild
    • The Destiny // Team Telegram 23.04.2020 00:51
      Highlight Highlight Wo sind die restlichen 2/3 des Bildes?
  • Sauäschnörrli 22.04.2020 18:11
    Highlight Highlight Die Amis dürfen also nicht einmal ungestört die Invasion des Irans üben, ist ja echt unerhört.
    • Torro991 22.04.2020 19:26
      Highlight Highlight Deine Trivialisierung des Konflikts mit dem Iran finde ich zynisch. Das Mullah Regime ist es schließlich, welche den Westen mit seinen atomaren Ambitionen destabilisiert. Zusätzlich liefert Iran an die Hizbollah Terroristen um die einzige funktionierende Demokratie im Nahen Osten anzugreifen. Israel und den USA, deren Präsident Trump ich keinesfalls gutheisse, haben wir es zu verdanken, dass unsere wertvolle, westliche Art des Lebens geniessen können.
    • swisskiss 23.04.2020 08:34
      Highlight Highlight Torro991: Völliger Quatsch. KEIN westliches Land, dass mithalf das Irakabkommen einzuführen,teilt die Sichtweise Trumps und verurteilt das Vorgehen der USA, da nun ohne Abkommen, keine Kontrolle mehr der iranischen Ambitionen erfolgt.
      Schwachsinn ein Abkommen zu kündigen um dann argumentieren zu wollen, dass man keine Kontrolle mehr habe. Man kann Situationen auch provozieren und den status quo verändern.

      Wir können ja "unsere wertvolle, westliche Art des Lebens" gerne den Flüchlingen angedeihen lassen, die wie im Afghanistan,- Irak- oder Syrienkrieg, gerne auch etwas davon haben wollen.
    • DemonCore 23.04.2020 09:15
      Highlight Highlight Internationale Gewässer, kännsch?

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