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Iran: Regime entführt laut Bericht Verletzte aus Spitälern

A member of Iran's Revolutionary Guard stands guard at Enqelab-e-Eslami (Islamic Revolution) square in downtown Tehran, Iran, Tuesday, June 24, 2025. (AP Photo/Vahid Salemi)
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Ein Mitglied der Revolutionsgarden in Teheran.Bild: keystone

Iran: Regime entführt laut Bericht Verletzte aus Spitälern

Die Menschenrechtsorganisation HRANA dokumentiert mehr als 6'000 Todesopfer nach Protesten im Iran. Berichten zufolge verschleppen Sicherheitskräfte verletzte Demonstranten aus Krankenhäusern.
28.01.2026, 06:4928.01.2026, 08:55
Ein Artikel von
t-online

Bei den von der iranischen Führung gewaltsam unterdrückten Protesten sind nach jüngsten Angaben von Aktivisten mehr als 6000 Menschen getötet worden. Die Organisation Human Rights Activists News Agency (HRANA) mit Sitz in den USA teilte am Dienstag mit, dass sie Bestätigungen für den Tod von 6126 Menschen habe, unter ihnen 5777 Demonstranten. Unter den Getöteten sind demnach zudem 86 Minderjährige, 214 Angehörige der Sicherheitskräfte und 49 Unbeteiligte.

Die NGO, die über ein umfangreiches Netzwerk von Informanten im Iran verfügt, fügte hinzu, dass sie noch weitere mehr als 17'000 mögliche Todesfälle untersuche. Zudem seien mindestens 41'880 Menschen im Zuge der Demonstrationen festgenommen worden. Die Organisation verurteilte «die Fortsetzung der Kommunikationskontrollpolitik und die anhaltende Verhaftungswelle» und äusserte zunehmende Sorge um die Sicherheit der medizinischen Zentren für Verletzte.

Ärzte bestätigen Vorwürfe

Aktivisten werfen den iranischen Behörden ausserdem vor, es würden Krankenhäuser durchsucht, um verletzte Demonstranten zu finden und zu verhaften. Familienwürden gezwungen, 5000 bis 7000 Dollar zu zahlen, damit die Leichname ihrer Angehörigen freigegeben werden. Dies stelle angesichts der Wirtschaftskrise im Iran eine erdrückende Last dar. Das Gesundheitsministerium in Teheran erklärte indes, dass sich alle Menschen ohne Bedenken im Krankenhaus melden und nicht zu Hause selbst behandeln sollten.

In iranischen Medizinerkreisen wurden einige der Vorwürfe hingegen bestätigt. Ein Arzt aus der nördlichen Stadt Rascht sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Revolutionsgarden hätten Dutzende operierte Patienten mit Schusswunden abtransportiert. «Wir wissen nicht, was mit ihnen geschehen ist», sagte er. In Teheran sagten eine Krankenschwester und zwei Ärzte, Sicherheitskräfte hätten Kliniken nach Akten von behandelten und dann entlassenen Demonstranten durchsucht, um diese festzunehmen.

Dunkelziffer könnte deutlich höher sein

«Die Sicherheitsbehörden verfolgen weiterhin einen Ansatz, der sich auf Massenverhaftungen, Einschüchterung und Kontrolle der Berichterstattung konzentriert», erklärte HRANA. Die Berichte über Verhaftungen in Krankenhäusern hätten «neue Bedenken hinsichtlich des Rechts auf Zugang zu medizinischer Versorgung ausgelöst».

Die Proteste im Iran hatten am 28. Dezember begonnen. Sie entzündeten sich an der schlechten Wirtschaftslage, weiteten sich aber rasch zu einer Massenbewegung gegen die religiöse und politische Führung der Islamischen Republik aus. Die iranischen Behörden meldeten vergangene Woche insgesamt 3117 Tote bei den Protesten. Darunter seien überwiegend Angehörige der Sicherheitskräfte und unschuldige Passanten, die von «Randalierern» getötet worden seien, hiess es.

Eine andere Menschenrechtsorganisation, die in Norwegen ansässige Organisation Iran Human Rights (IHR), spricht von 3'428 Demonstrierenden, die nachweislich von iranischen Sicherheitskräften getötet worden seien. Die Dunkelziffer sei jedoch deutlich höher und könne bei bis zu 25'000 Toten liegen. Am Wochenende berichtete der Auslandssender Iran International unter Berufung auf Berichte, Dokumente und Zeugen, dass zwischen dem 8. und 9. Januar mehr als 36'500 Iraner von Sicherheitskräften getötet worden seien.

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Iran-Proteste 2026
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Iran-Proteste 2026

Ende Dezember begannen Proteste in Iran. Die Aufnahme zeigt Teheran am 9. Januar.

quelle: keystone
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Massaker in iranischer Stadt Rascht – Washington Post rekonstruiert Ereignisse mit Augenzeugenvideos
Video: watson
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