International
Islam

Burkini-Streit in Grenoble – zwei Schwimmbäder geschlossen

Burkini-Streit in Grenoble – zwei Schwimmbäder geschlossen

27.06.2019, 12:0927.06.2019, 12:09

Hidschab & Co. – Verhüllungen vom Kopftuch bis zur Burka

1 / 10
Hidschab & Co. – Verhüllungen vom Kopftuch bis zur Burka
Hidschab: Wird vor allem als Bezeichnung für ein Kopftuch verwendet, das Haar und Ohren vollständig bedeckt, das Gesicht indes frei lässt. Meist werden zusätzlich die Halsregion, der Ausschnitt und eventuell die Schultern bedeckt.
quelle: shutterstock
Auf Facebook teilenAuf X teilen

Im Streit um den Burkini bleiben zwei Schwimmbäder in Frankreich trotz der Hitzewelle vorerst geschlossen. Die Stadtverwaltung in Grenoble im Osten des Landes erklärte, die Bademeister könnten die Sicherheit nicht mehr gewährleisten.

In den Bädern hatte es Aktionen einer Bürgerrechtsgruppe gegeben, die Musliminnen eine Abkühlung ermöglichen wollten. Die Bademeister seien Ziel von «Einschüchterungskampagnen» geworden, die zum Verstoss gegen geltende Regeln angestiftet hätten, erklärte das Rathaus. In Grenoble ist das Baden im Burkini - einem Ganzkörper-Badeanzug, der auch den Kopf bedeckt - verboten.

Ein von der französischen Bürgerrechtsgruppe Alliance Citoyenne (Bürgerallianz) veröffentlichtes Video zeigt eine der Aktionen. Darauf sind fröhliche Frauen zu sehen, die im Wasser planschen und singen «Wir baden, wir werden baden». Einige tragen Burkinis, die meisten aber Bikinis oder Badeanzüge.

«Die Bademeister sind für die Sicherheit zuständig, und sie können sie nicht gewährleisten, wenn sie sich um einen Menschenauflauf kümmern müssen», hiess es dazu vom Rathaus, dem der Grünen-Politiker Eric Piolle vorsteht. Die Verwaltung verwies darauf, dass andere Gruppen nach der Burkini-Aktion verlangt hätten, nackt baden zu dürfen.

Burkini-Verbote sind in Frankreich heftig umstritten. 2016 hatte das oberste Verwaltungsgericht des Landes entschieden, dass Verbote an Stränden nach dem Anschlag von Nizza mit 86 Toten eine «Verletzung der grundlegenden Freiheitsrechte» darstellten. Frankreich hat mit rund fünf Millionen Muslimen die grösste Gemeinde dieser Religionsgemeinschaft in Europa. (aeg/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
So reagiert der australische Politiker auf Rassismus
Video: watson
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
144 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Diavolino666
27.06.2019 12:42registriert April 2017
Ein Burkini mit Freiheit gleichzusetzen ist ein Hohn. Es gibt Frauen, die Gewalt erfahren, wenn sie sich NICHT dermassen verhüllen. Soll mir keine Burkini-Trägerin erzählen, es fühle sich "frei", so zu schwimmen.
21
Melden
Zum Kommentar
avatar
El Pepedente
27.06.2019 12:17registriert Mai 2018
aber warum wird nicht darüber diskutiert das burkas und burkinis unterdrückend sind? viele würden diese nicht tragen wäre der druck aus der familie nicht so gross! viele haben angst das aussgeschlossen werden aus der family was ledier sehr oft passiert, wie bei meiner frau
11
Melden
Zum Kommentar
avatar
Snowy
27.06.2019 13:28registriert April 2016
- Burkinis in Badis
- Kopftücher bei Lehrerinnen
- Weigerung die Lehrerin mit Handschlag zu begrüssen

Darauf gibt es nur eine Antwort: NEIN!
11
Melden
Zum Kommentar
144
Meta plant Entlassung von 8000 Mitarbeitenden
Rund zehn Prozent der Belegschaft sollen bei Meta ihren Job verlieren. Und schon in der zweiten Jahreshälfte soll die nächste Welle folgen.
Der Facebook-Mutterkonzern Meta plant für den 20. Mai die erste grosse Entlassungswelle des laufenden Jahres. Rund 8000 Mitarbeiter – etwa zehn Prozent der weltweiten Belegschaft – sollen ihren Job verlieren. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf drei mit den Plänen vertraute Personen. Meta selbst lehnte eine Stellungnahme ab.
Zur Story