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Geheimdokumente enthüllen IS-Strategie: Erst Tarnen und Spionieren, dann Morden und Erobern 

Der «Islamische Staat» hat seinen Eroberungszug in Syrien von langer Hand geplant. Das belegen interne Dokumente der innersten Führung der Miliz, die dem SPIEGEL vorliegen. Agenten tarnten sich als Prediger und spionierten IS-Gegner aus.
18.04.2015, 11:0718.04.2015, 12:11
Ein Artikel von
Spiegel Online

Ein dem SPIEGEL vorliegendes Konvolut von Strategieplänen und Organigrammen aus der innersten Führung des «Islamischen Staates» enthüllt erstmals, wie die Terrororganisation aufgebaut ist und wie ihr der Siegeszug in Syrien gelang. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Die zumeist handschriftlichen Dokumente stammen von einem ehemaligen irakischen Geheimdienstoberst der Luftabwehr. Er hatte sich 2004 der Vorgängerorganisation des IS im Irak angeschlossen und war 2010 massgeblich daran beteiligt, den nominellen Führer Abu Bakr al-Baghdadi an die Spitze des IS zu bringen.

Der Oberst, der unter dem Tarnnamen Haji Bakr bekannt wurde, ging Ende 2012 nach Syrien; er war verantwortlich für die Machtübernahme des IS dort. Bakr wurde im Januar 2014 bei Gefechten getötet.

Handschriftliche IS-Notizen.
Handschriftliche IS-Notizen.bild: SPIEGEL

In den Plänen, die der SPIEGEL nach mehrmonatigen Recherchen in Syrien exklusiv auswerten konnte, offenbart sich nichts von dem religiösen Fanatismus, mit dem der IS sich nach aussen präsentiert. Die Dokumente enthüllen die Methoden eines hochkomplexen Geheimdienststaates, der sich auf flächendeckende Ausspionierung, Überwachung und Morde gründet. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Als Prediger getarnte IS-Anhänger spionierten Gegner aus

Unter dem Deckmantel islamischer Missionierungsbüros wurden laut den Plänen in den Städten und Dörfern Nordsyriens als Prediger getarnte Spione ausgebildet. Sie sollten Machtverhältnisse und Schwachstellen der jeweiligen Orte in Erfahrung bringen.

Jetzt auf

In einem nächsten Schritt sollten charismatische Führungsfiguren und Rebellenführer von speziell etablierten Einheiten für «Ermordungen» und «Entführungen» beseitigt werden, um potenziellen Widerstand frühzeitig zu ersticken. Erst dann sollten militärische Angriffe erfolgen, unterstützt von «Schläferzellen» mit Waffen und Kämpfern.

Dass diese Pläne exakt umgesetzt wurden, bestätigten monatelange Recherchen des SPIEGEL in verschiedenen Provinzen Nordsyriens sowie ein zweiter Aktenfund aus dem Anfang 2014 verlassenen IS-Hauptquartier in Aleppo. Darin finden sich auf Hunderten Seiten die Protokolle zur Durchführung der Ausspionierung, Überwachung und Unterwerfung eroberter Gebiete.

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