International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Israels Geheimdienst misshandelt offenbar Häftlinge im Verhör

24.02.16, 06:34 24.02.16, 06:50


Zwei israelische Bürgerrechtsorganisationen bezichtigen den Inlandsgeheimdienst Schin Bet, Häftlinge bei Verhören regelmässig zu misshandeln. Die Gruppen B'Tselem und Hamoked vermuten in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Bericht aufgrund der systematischen Anwendung eine Rückendeckung durch Regierungsstellen.

A girl holding to an inflatable hammer in the color of the flag of Israel stands on a beach at Tel Aviv during an aerial show as part of celebrations for Israel's Independence Day to mark the 66th anniversary of the creation of the state, May 6, 2014. REUTERS/Nir Elias (ISRAEL - Tags: POLITICS ANNIVERSARY)

Moralkeule gegen Schlapphüte: Menschenrechtler sagen, Israels Geheimdienst schlage manchmal über die Stränge
Bild: NIR ELIAS/REUTERS

Für den Report hatten die Menschenrechtsaktivisten 116 Palästinenser befragt, die 2013 und 2014 in einem Verhörzentrum des Schin Bet vernommen worden waren. Die dritte gemeinsame Untersuchung der beiden Gruppen bestätige die früheren Ergebnisse, heisst es in dem 70-seitigen Bericht mit dem Titel «Gedeckt vom System». Deshalb liege «die Schlussfolgerung nahe, dass dieses Verhalten die offizielle Verhörstrategie widerspiegelt».

Schlafentzug

Zu den üblichen Praktiken im Geheimdienst-Verhörzentrum des Schikma-Gefängnisses von Aschkelon in Südisrael gehören demnach, die Verdächtigen langzeitig des Schlafs zu berauben, sie stundenlang mit Händen und Füssen an Stühle zu fesseln sowie extremen Temperaturen auszusetzen. «Auch während Tagen oder Wochen die Kleidung nicht wechseln und nicht duschen zu dürfen sowie die Unterbringung in winzigen, übel riechenden Zellen sind Standardprozeduren», kritisieren die Organisationen in ihrem Bericht.

Um eine Stellungsnahme gebeten, erklärte der Schin Bet im Vorfeld der Veröffentlichung, die Angaben in dem Bericht seien «irreführend und verzerrt». Alle Verhöre würden «in Übereinstimmung mit dem Gesetz vorgenommen, um die Staatssicherheit zu bewahren». Der Geheimdienst unterliege dabei «permanenten Inspektionen durch interne und externe Aufsichtsorgane».

Vorwürfe von Palästinensern und Israelis

Bei allen von den Bürgerrechtsaktivisten Befragten handle es sich um palästinensische «Terrorverdächtige», erklärte der Schin Bet gegenüber AFP. In den vergangenen Monaten war dem Inlandsgeheimdienst von Anwälten rechtsextremistischer Israelis vorgeworfen worden, auch bei ihren unter Anschlagsverdacht stehenden Mandanten in Vernehmungen ähnliche Methoden anzuwenden.

Der aktuelle Bericht merkt auch an, dass 39 der 116 Befragten vor ihrem Verhör durch den Schin Bet bereits vom Sicherheitsdienst der Palästinensischen Autonomiebehörde festgenommen und nach eigenen Angaben gefoltert worden waren. In einigen Fällen hätten die beiden Dienste offenbar ihre Informationen ausgetauscht.

(sda/afp)

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • JayJay1992 24.02.2016 20:17
    Highlight Oh die armen armen palis. Ausser jammern und israelis abstechen können sie nichts!!! israel macht das schon richtig so. kein erbarmen mit mördern!!!
    2 3 Melden
  • malu 64 24.02.2016 11:59
    Highlight Das ist schon seit Jahren bekannt,
    das das Liebe Gottesvolk Israel seine terrorverdächtigen Häftlinge
    misshandelt und foltert, ohne
    rücksicht auf das Alter.
    2 2 Melden

Der Krieg im Krieg eskaliert weiter: Israel rächt iranischen Angriff in Syrien

Die seit Monaten sich aufbauenden Spannungen zwischen Israel und iranischen Einheiten in Syrien haben sich nochmals verschärft: Israel beantwortete jetzt iranische Angriffe auf die besetzten Golanhöhen mit Attacken auf Ziele in Syrien.

Die israelische Armee warf dem Iran vor, von Syrien aus rund 20 Geschosse auf israelische Stellungen im besetzten Golan abgefeuert zu haben. Ein Teil der Geschosse sei von der israelischen Raketenabwehr abgefangen worden. Opfer gab es demnach nicht, die Schäden seien begrenzt.

Die Raketen seien kurz nach Mitternacht Ortszeit von den iranischen Al-Kuds-Brigaden abgefeuert worden, sagte Israels Armeesprecher Jonathan Conricus. Die Armee stufe «diesen iranischen Angriff auf Israel als sehr …

Artikel lesen