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Israel stoppt 20 Gaza-Hilfsschiffe: Aktivisten festgenommen

Israel stoppt 20 Gaza-Hilfsschiffe – Aktivisten festgenommen

30.04.2026, 10:3530.04.2026, 10:35

Die israelische Marine hat im Mittelmeer mehr als 20 Schiffe einer internationalen Gaza-Hilfsflotte abgefangen und Dutzende Aktivisten festgenommen. Nach Angaben des Aussenministeriums in Jerusalem werden rund 175 Aktivisten «friedlich» nach Israel gebracht.

epa12882269 Several activists take part in preparations for the departure of the Global Sumud Flotilla at the port of Barcelona, northeastern Spain, 11 April 2026. A total of 70 vessels carrying some  ...
Israel hat Schiffe der «Global Sumud Flotilla» gestoppt.Bild: keystone

Die «Global Sumud Flotilla» sprach dagegen von einem «gewaltsamen Einsatz in internationalen Gewässern». Marinesoldaten hätten mehrere Boote geentert und «systematisch ausser Gefecht gesetzt».

Der Einsatz erfolgte westlich der griechischen Insel Kreta, die rund 1000 Kilometer Luftlinie von Israel entfernt liegt. Mit einem Eingreifen war gerechnet worden, der Zeitpunkt und die Entfernung überraschten jedoch. Israelische Medien berichteten, die Flotte sei wegen ihrer Grösse früh gestoppt worden.

Schwere Vorwürfe der Organisatoren

Die Organisatoren warfen Israel vor, Motoren und Navigationssysteme zerstört zu haben. Zudem seien Zivilisten auf beschädigten, manövrierunfähigen Schiffen zurückgelassen worden. Dies sei trotz eines herannahenden Sturms geschehen. Auch Kommunikationsverbindungen seien gestört worden.

Die Armee äusserte sich dazu nur knapp. Sie verwies auf die Durchsetzung der Seeblockade des Gazastreifens, die Israel mit Sicherheitserwägungen begründet. Man handele gemäss den Anweisungen der politischen Führung.

Teilnehmer berichteten, Schnellboote des Militärs hätten sich nachts genähert. Soldaten hätten Laser und halbautomatische Waffen auf sie gerichtet. Sie seien gezwungen worden, sich an den Bug zu begeben und auf Hände und Knie zu gehen.

Propalästinensische Aktivisten wollten Gaza-Blockade durchbrechen

Die Hilfsflotte war am Sonntag von Sizilien aus in See gestochen. An Bord waren Aktivisten aus zahlreichen Ländern. Die Organisatoren sprachen von der bislang grössten Mission dieser Art. Israel warf den Veranstaltern vor, bei der Vorbereitung mit der islamistischen Terrororganisation Hamas zusammengearbeitet zu haben, die noch etwa die Hälfte des Küstenstreifens kontrolliert.

Ziel der Hilfsflotte war es, die seit 2007 bestehende Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen. Zugleich sollten Hilfsgüter in das Gebiet gebracht werden, das in mehr als zwei Jahren Krieg weitgehend verwüstet worden ist. Ausserdem fordert die Initiative einen dauerhaften humanitären Korridor.

Israel hat ähnliche Versuche in der Vergangenheit stets unterbunden. Auch eine frühere Fahrt der Flottille im vergangenen Herbst wurde gestoppt. (dab/sda/dpa)

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Die beliebtesten Kommentare
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Yolanda Hecht
30.04.2026 11:36registriert Juni 2022
"Der Einsatz erfolgte westlich der griechischen Insel Kreta, die rund 1000 Kilometer Luftlinie von Israel entfernt liegt." Das nennt sich gewöhnlich Piraterie und Kidnapping.
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