International
Italien

Italiens Skandal-Ministerin tritt nach Referendum zurück

FILE - Minister for tourism Daniela Santanche arrives at Quirinal presidential palace in Rome on Oct. 22, 2022. (AP Photo/Andrew Medichini, File)
Daniela Santanche
Italiens Tourismusministerin Daniela Santanchè wurde von Giorgia Meloni zum Rücktritt gedrängt.Bild: keystone

Von Meloni gedrängt: Italiens Skandal-Ministerin tritt nach Referendum zurück

Italiens Tourismusministerin Daniela Santanchè hat nach dem Scheitern einer von der Regierung geplanten Justizreform in einer Volksabstimmung ihren Rücktritt erklärt.
26.03.2026, 06:1726.03.2026, 06:17

Die Politikerin der Rechtspartei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) kam damit einer Aufforderung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nach, die sie offen zum Amtsverzicht gedrängt hatte. Am Montag hatte die in Rom regierende Koalition aus drei rechten und konservativen Parteien mit dem klaren Nein im Referendum eine schwere Schlappe hinnehmen müssen.

Gegen Santanchè laufen wegen Affären aus ihrer früheren Zeit als Geschäftsfrau verschiedene Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Sie galt schon seit längerer Zeit als Belastung für das rechte Lager. Die linke Opposition hatte im Parlament einen Misstrauensantrag eingebracht, um sie zu Fall zu bringen. Wegen der grossen Bedeutung des Tourismus für die nationale Wirtschaft hat Italiens Regierung ein eigenes Tourismus-Ressort.

Meloni lehnt Rücktritt nach Niederlage ab

Zuvor hatten bereits die Büroleiterin von Justizminister Carlo Nordio und ein Justiz-Staatssekretär ihre Ämter niedergelegt. Der Justizminister selbst lehnte ebenso wie Meloni alle Forderungen nach einem Rücktritt ab. Ihr Vorhaben für einen grundlegenden Umbau des Justizapparats war mit 53,7 Prozent Nein-Stimmen klar gescheitert.

Die Fratelli-Vorsitzende regiert in Rom bereits seit dreieinhalb Jahren – länger als fast alle italienischen Regierungschefs zuvor seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Das Nein in der Volksabstimmung ist Melonis erste grosse Niederlage seit Amtsantritt. Die nächste reguläre Parlamentswahl wird voraussichtlich im Herbst 2027 stattfinden. In den Umfragen liegen Melonis Fratelli bislang klar vor allen anderen Parteien. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Brasilien-Wahl: Stimmabgabe landesweit verlängert
In Brasilien ist die Stimmabgabe bei der Stichwahl um das Präsidentenamt auf Anordnung des Obersten Gerichts landesweit um zwei Stunden verlängert worden.
Die Wahllokale sollen nun bis 19.00 Uhr Ortszeit (23.00 Uhr MESZ) geöffnet bleiben, wie der Richter Cristiano Zanin vom Obersten Gerichtshof (STF) entschied. Die bereits begonnene Auszählung wurde daraufhin unterbrochen.
Zur Story