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Italienischer Botschafter im Kongo in Hinterhalt geraten und getötet



Im Osten des zentralafrikanischen Landes Kongo haben bewaffnete Angreifer einen Konvoi des Welternährungsprogramms (WFP) überfallen und dabei den italienischen Botschafter Luca Attanasio getötet.

Der 43-Jährige erlag kurz nach dem Überfall seinen schweren Verletzungen in einem Krankenhaus, erklärte der zuständige Gouverneur der Region Nord-Kivu, Carly Nzanzu Kasivita. Nach seinen Angaben schlugen Ranger, die sich zufällig in der Nähe aufhielten, den Angriff zurück. Die Behörden gaben an, dass auch ein WFP-Fahrer und der Leibwächter in dem Hinterhalt getötet worden seien.

epa09029397 An undated handout photo made available by the Italian Ministry of Foreign Affairs of Ambassador to DR Congo, Luca Attanasio, issued 22 February 2021. According to reports citing the Italian Foreign Ministry, Attanasio and a security member were killed in an apparent attack on a UN convoy near Goma, Democratic Republic of the Congo.  EPA/ITALIAN FOREIGN MINISTRY HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Luca Attanasio wurde Opfer eines Anschlags. Bild: keystone

«Mehrere Passagiere, die mit dem Konvoi reisten, wurden bei dem Angriff verwundet», hiess es in einer Erklärung des WFP. Demnach wurde der Konvoi auf dem Weg von Goma zu einem Schulspeisungsprojekt in der Rutshuru-Region von der Attacke überrascht. «Sie ereignete sich auf einer Strasse, die zuvor für Reisen ohne Sicherheitseskorten freigegeben worden war», gab die UN-Organisation bekannt. Die örtliche Polizei dagegen zeigte sich überrascht über die Präsenz des Botschafters in der Region und die Tatsache, dass er ohne Polizeischutz unterwegs war.

Umstände unklar

Das Aussenministerium in Rom bestätigte den Tod des Botschafters und des Sicherheitsbeamten. Aussenminister Luigi Di Maio reiste wegen des Vorfalls vorzeitig von einem Treffen in Brüssel zurück nach Italien, wie die Nachrichtenagentur Ansa schrieb. Di Maio habe seine EU-Kollegen zuvor über den Tod des Botschafters informiert.

Goma liegt an der Grenze zu Ruanda:

Nach kongolesischen Angaben war der Botschafter mit Bauchschüssen noch schwer verletzt nach Goma in ein Militärkrankenhaus gebracht worden, wo er dann starb. Der getötete Diplomat war seit dem September 2017 der Leiter der Auslandsvertretung in Kinshasa. Er galt als vertraut mit den Krisen und Risiken Afrikas: Davor hatte er Italien im westafrikanischen Staat Nigeria vertreten.

Bundesrat und Aussenminister Ignazio Cassis zeigte sich auf Twitter entsetzt und verurteilte den Überfall mit Nachdruck. Das WFP müsse seinen Hilfeleistungen in Konfliktregionen nachkommen können. Den Angehörigen der Opfer sprach er sein Beileid aus.

Unklar sind noch die genauen Umstände des Angriffs im Norden der Grenzstadt Goma. Am Zielort - in der Rutshuru-Region an der Grenze zu Uganda und Ruanda - liegt auch ein Teil des bekannten Virunga-Nationalparks. Das Unesco-Weltkulturerbe ist berühmt für die stark gefährdeten Berggorillas, die nur in diesen drei Ländern leben. Die Ranger dort sind oft durch Milizen und Wilderer bedroht, auch die seltenen Gorillas werden immer wieder getötet.

epa08891348 (39/39) An aerial photo taken with a drone shows North Kivu, in the vicinity of Virunga National Park, Democratic Republic of the Congo, 27 November 2020. The risk of a new pathogen coming in contact with human populations is increased in areas with high biodiversity like Congo. Human populations come into contact with animals and pathogens during activities such as hunting for food or the exotic animal trade, and deforestation. With deforestation and habitat loss, animals are more likely to move into new areas and come into contact with human beings for the first time.  EPA/Hugh Kinsella Cunningham ATTENTION EDITORS / MANDATORY CREDIT : This story was produced in partnership with the Pulitzer Center -- For the full PHOTO ESSAY text please see Advisory Notice epa...

Der Virunga-Nationalpark ist bekannt für seine Berggorillas. Bild: keystone

Erst im Januar wurden dort sechs Wildhüter getötet und ein weiterer schwer verletzt. Damals wurden Rebellen für den Angriff verantwortlich gemacht. Im Ost-Kongo sind mehrere Milizen aktiv, denen es vor allem um die Kontrolle der wertvollen Bodenschätze geht. In der Nähe des Virunga-Nationalparks sind Menschenrechtlern zufolge innerhalb von drei Jahren mindestens 170 Menschen entführt worden. Die Opfer - viele davon Frauen - seien geschlagen, gefoltert, vergewaltigt und zu Geldzahlungen erpresst worden, berichtete die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch im Vorjahr. Sie machte dafür kriminelle Banden verantwortlich. (sda/dpa)

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