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Italiens Wahlfavoritin Meloni fordert Seeblockade gegen Migranten

08.08.2022, 14:54
Giorgia Meloni
Giorgia MeloniBild: keystone

Die italienische Rechtspolitikerin und Favoritin auf einen Sieg bei der Parlamentswahl, Giorgia Meloni, fordert eine Seeblockade im Mittelmeer gegen Flüchtlingsboote aus Nordafrika. Das sagte die Parteichefin der postfaschistischen Fratelli d'Italia (FdI) in einem Radiointerview am Montag.

Sie erneuerte damit ihre bekannte und harte Haltung gegen Migranten. «Die beste Lösung gegen dieses Problem ist es, die Abfahrten zu verhindern und nicht die Ankünfte. Eine Blockade der Abfahrten ist effizienter.»

Die Mitte-Rechts-Allianz, in der die Fratelli laut aktuellen Umfragen in etwa so viel Zustimmung erhalten wie die rechtspopulistische Lega und die konservative Forza Italia zusammengerechnet, hat beste Chancen auf einen Wahlsieg am 25. September. Die linken, liberalen und moderaten Parteien sind sich weitgehend uneins.

Meloni und Lega-Chef Matteo Salvini haben Flüchtlinge und andere Migranten zu einem der zentralen Wahlkampfthemen gemacht. In diesen Wochen registriert das Mittelmeerland sehr viele Ankünfte von Menschen aus Nordafrika in Booten - immer wieder müssen private Seenotretter oder die italienische Küstenwache eingreifen, um Migranten zu retten.

Meloni fordert die Einrichtung von Lagern oder Hotspots in Afrika, um Migranten zu kontrollieren und sofort wieder abweisen zu können. «Mit den libyschen Behörden könnte man da auf jeden Fall verhandeln», sagte sie.

Mit einem Meinungsbeitrag in der Zeitung «Corriere della Sera» sorgte die Rechtspopulistin am Montag zudem für Aufsehen. Darin nahm sie am 66. Jahrestag Bezug auf das Grubenunglück im belgischen Marcinelle, wo 1956 unter anderem 136 italienische Gastarbeiter gestorben waren. Anders als die Italiener damals wollten viele illegal eingewanderte Menschen derzeit gar nicht arbeiten, sondern es sich auf Kosten der Steuerzahler gut gehen lassen, behauptete Meloni.

Der Chef der Sozialdemokraten, Enrico Letta, nannte die Ausführungen Melonis «schlimm und unverständlich». Er nahm in Belgien an einer Gedenkveranstaltung teil. «Jemand, der Ministerpräsidentin werden will, sollte wissen, dass wir das Land einen und nicht teilen müssen», sagte der Ex-Regierungschef laut Nachrichtenagentur Ansa. (aeg/sda/dpa)

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53 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Peter R.
08.08.2022 16:17registriert Februar 2019
Ja Italien geht vor die Hunde! War echt ein Fehler Draghi "raus zu eckeln". Die Faschisten werden die Herausforderungen die auf das Land zu kommt nicht meistern.
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Jureitis
08.08.2022 15:05registriert Januar 2022
Da kommt was auf uns zu. Das kann ja heiter werden.
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Nickidicki
08.08.2022 16:27registriert Januar 2022
Ja ich bin langsam müde zur Arbeit zu fahren. In den achziger Jahren hatten wir weniger verdient und doch mehr in den Taschen. Ich habe nun über 45 Jahre gearbeitet und das Überleben als Rentner ist alles andere als sicher. Wenn diese Probleme endlich gelöst werden, dann besteht auch Hoffnung auf eine etwas menschlichere Art, damit umzugehen. Nicht die ganze Welt kann sich hier breit schlagen. Es wäre sinnvoller, da unten koordiniert neue Städte und Möglichkeiten aufzubauen.
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