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Italien warnt vor der gigantischen Flüchtlingswelle: Renzi will sie bereits in Afrika «von der Abfahrt abzubringen»



epa04713429   Italian premier Matteo Renzi answers media questions during his joint press conference with Maltese premier Joseph Muscat (not in picture) during a press conference after a meeting in Rome, Italy, 20 April 201 to discuss the ongoing migrant crisis in the mediterranean.  EPA/MAURIZIO BRAMBATTI

Renzi will in Afrika aktiv werden Bild: EPA/ANSA

Italien will den Ansturm der Bootsflüchtlinge langfristig mit einem stärkeren Einsatz bereits in Afrika angehen. Ziel sei es, «Männer und Frauen am Ursprung von der Abfahrt abzubringen», sagte Regierungschef Matteo Renzi.

Dazu müssten statt einer allgemeinen Erklärung Teams der EU und der Vereinten Nationen in Ländern wie den Sudan und Niger geschickt werden und mit den Menschen sprechen, sagte Renzi am Mittwoch vor dem Abgeordnetenhaus in Rom.

epaselect epa04712791 A handout picture made available by German shipping company Opielok Offshore Carriers (OOC) on 20 April 2015 shows a boat with refugees close to the cargo ship 'OOC Jaguar' in the Mediterranean sea on 12 April 2015. The ships of the German shipping company Opielok Offshore Carriers have rescued more than 1,500 people in the Mediterranean sea since December 2014.  EPA/Opielok Offshore Carriers Mandatory Credit: Opielok Offshore Carriers HANDOUT EDITORIAL USE ONLY

Bild: EPA/dpa / Opielok Offshore Carriers

Renzi forderte zudem eine Verstärkung der Seenotrettung, ein entschiedenes Vorgehen gegen Schlepper und bessere Notfallmassnahmen. «Ich bin zuversichtlich, dass die EU ihre Bemühungen verstärken wird», sagte er. Am Mittwoch sollte die EU-Kommission in Brüssel die Kommission der Afrikanischen Union (AU) treffen.

Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini hatte am Vorabend nach einem Treffen mit der Chefin der Afrikanischen Union, Nkosazana Dlamini-Zuma, erklärt, beide Seiten müssten in der Flüchtlingsfrage zusammenarbeiten. «Wir müssen nicht nur die unmittelbaren Herausforderungen, sondern auch die Ursachen irregulärer Migration angehen», erklärte sie. Schleppern müsse das Handwerk gelegt werden, zudem müssten junge Leute Arbeit in Afrika finden.

Italien warnt vor Zusammenbruch

Die italienische Regierung warnte erneut vor einem Zusammenbruch des Systems der Flüchtlingsaufnahme in Italien, sollte der Zustrom aus Nordafrika nicht gestoppt werden. Die Last, die Italien wegen der massiven Einwanderung trage, sei enorm, meinte Aussenminister Paolo Gentiloni in einem Interview mit RAI 3.

«Es ist keine Drohung, sondern eine Feststellung: Italien könnte es bald allein nicht mehr schaffen, sollte die EU weiterhin die Flüchtlingswelle als italienisches und nicht als gesamteuropäisches Problem betrachten», meinte Gentiloni.

Die britische Regierung sprach sich im Vorfeld des EU-Sondergipfels dafür aus, dass sich Grossbritannien stärker bei der Bekämpfung der Flüchtlingskrise engagiert. Cameron, der sich im Wahlkampf befindet, will seine Pläne im Detail in Brüssel präsentieren.

Flüchtlingsdrama vor Rhodos

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Flüchtlingsdrama vor Rhodos
quelle: epa/ana-mpa / loukas mastis
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Grossbritannien habe «eines der stärksten und bestorganisierten Hilfsbudgets in Europa», sagte Premierminister David Cameron dem Sender BBC. Sein Land könne daher dazu beitragen, einige der Herkunftsländer der Flüchtlinge zu stabilisieren.

Weitere Bootsflüchtlinge

Am Mittwoch erreichten erneut Hunderte Bootsflüchtlinge Italien. 112 Menschen wurden nach Angaben der Küstenwache von einem sinkenden Schlauchboot gerettet. Laut Marine erreichten 446 Migranten Sizilien.

Überlebende des Unglücks mit Hunderten Toten vom Sonntag berichteten, der festgenommene Kapitän des Bootes habe an Bord Alkohol getrunken und Haschisch geraucht.

Ein 17 Jahre alter Überlebender sagte laut Nachrichtenagentur Ansa, bis auf 30 Passagiere seien alle Menschen im Frachtraum des Schiffes eingeschlossen gewesen. «Das Schiff ist innerhalb von fünf Minuten gesunken. Ich habe die Hilfeschreie derjenigen gehört, die im Frachtraum eingeschlossen waren», sagte er. (sda/apa)

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