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Wahlkampf in USA: Donald Trumps Kriegskasse ist prall gefüllt

Republican presidential candidate former President Donald Trump speaks at the Road to Majority conference in Washington, Saturday, June 22, 2024. (AP Photo/Manuel Balce Ceneta)
Donald Trump
Kann sich auf vermögende Spender verlassen: Donald Trump.Bild: keystone

Donald Trumps Kriegskasse ist prall gefüllt – was das bedeutet

Trotz zweier Urteile gegen ihn sammelt Donald Trump mehr Spenden als Joe Biden. Das könnte in den Swing States den Ausschlag geben.
23.06.2024, 05:0623.06.2024, 06:42
Thomas Wanhoff / t-online
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Im Rennen um die US-Präsidentschaft hat Herausforderer Donald Trump bei den Spendeneinnahmen Amtsinhaber Joe Biden überholt – und kann mit einer prall gefüllten Kriegskasse Werbung in den besonders umkämpften Bundesstaaten, den sogenannten Swing States, mehr Werbung schalten. Nach Angaben der amerikanischen Wahlkommission FEC hat das Trump-Team sowohl im April als auch im Mai mehr Spenden als die Biden-Unterstützer einsammeln können.

Im April spülten die Trumpfans trotz (oder wegen) des Urteils im Schweigegeld-Prozess 76 Millionen US-Dollar in die Wahlkampfkasse. Und im Mai, als Trump wegen Betruges in 34 Fällen schuldig gesprochen wurde, sammelten sein Team, die Republikaner und Unterstützer knapp 170 Millionen Dollar ein. Etwa 50 Millionen Dollar sollen direkt nach dem Urteilsspruch eingegangen sein, berichtete das US-Magazin «Newsweek».

Werbespots sollen Wähler in Swing States motivieren

Biden hingegen erhielt im April 51 Millionen Dollar und im Mai 85 Millionen Dollar. Lag er Anfang des Jahres noch vor Trump, muss der US-Präsident jetzt zuschauen, wie Trump massive Werbekampagnen starten kann. Nach einem Bericht der «Washington Post» wolle der Trump unterstützende Super Pac Maga Inc. 100 Millionen Dollar bis zum September für Werbespots ausgeben. Nach Informationen der «New York Times» will das Trump-Team allein in den besonders umkämpften Staaten Pennsylvania und Georgia 30 Millionen Dollar für Werbung verwenden.

Die Swing States dürften zum Schlachtfeld der Werbespots werden. Die Biden-Unterstützer sollen bereits einen Etat von 35 Millionen Dollar in den drei meist umkämpften Staaten bereitgestellt haben, während Trump bislang nur Werbung im Wert von 60'000 Dollar dort geschaltet hat.

Biden liegt nur leicht bei Umfragen vorne

Doch das muss ihn Trump nicht beunruhigen. Denn während Biden zwar in einer Gesamtumfrage leicht von FiveThirtyEight vorne liegt, führt Trump in vielen Swing States. Die Umfragen in den meist bei Wahlen umkämpften Bundesstaaten deuten darauf hin, dass die Republikaner mehr als 270 Wahlmännerstimmen erhalten und die Wahl gewinnen werden.

Da aber Wahlumfragen nur eine Momentaufnahme sind und die beiden Kandidaten sehr eng beieinander liegen, dürften die massiven Werbeausgaben gerechtfertigt sein. Dabei geht es wohl weniger um Debatten um politische Themen. Grant Reeher, Professor für Politikwissenschaft an der Maxwell School of Citizenship and Public Affairs der Universität Syracuse, vermutet gegenüber «Newsweek» eine andere Strategie.

Er glaubt, dass die Werbeoffensive der Trump-Kampagne dazu beitragen wird, den «Enthusiasmus und das Engagement für die Wahl» bei denjenigen aufrechtzuerhalten, die bereits geneigt sind, den ehemaligen Präsidenten zu unterstützen, anstatt diejenigen zu überzeugen, die noch unentschlossen sind.

Im Bidenteam ist man optimistisch: Bidens Wahlkampfmanagerin Julie Chavez Rodriguez sagte dem US-Magazin «Das Geld, das wir weiterhin sammeln, ist wichtig und hilft der Kampagne, die Wähler zu erreichen und zu gewinnen, die diese Wahl entscheiden werden – ein starker Kontrast zu Trumps PR-Stunts und Fototerminen, die er als Kampagne ausgibt.»

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49 Kommentare
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Haarspalter
23.06.2024 07:13registriert Oktober 2020
Der Schweizer Hansjörg Wyss spendet zwar nicht direkt für die Demokratische Partei - das dürfte er als Nicht-US-Bürger nicht.

Einer von George Soros (93), einem US-amerikanischen Investor und Philanthropen, gegründeten Organisation spendete Wyss allerdings dieses Jahr 243 Millionen Dollar (gut 220 Millionen Franken)!

Der liberale Sixteen Thirty Fund setzt sich unter anderem für die Registrierung von Wählerinnen und Wählern ein.

Die Republikaner ärgern sich natürlich darüber.
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