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Julian Assange

Julian Assange könnte bald in die USA abgeschoben werden

epa07540075 Wikileaks co-founder Julian Assange, in a prison van, as he leaves Southwark Crown Court in London, Britain, 01 May 2019. The Wikileaks co-founder Julian Assange has been sentenced to 50 w ...
Julian Assange.Bild: EPA/EPA

Frau von Julian Assange warnt: Er könnte in wenigen Tagen in die USA abgeschoben werden

15.02.2024, 15:15
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Der inhaftierte Wikileaks-Gründer Julian Assange könnte nach Angaben seiner Frau Stella innerhalb von Tagen gegen seinen Willen aus Grossbritannien in die USA abgeschoben werden. Davor warnte sie am Donnerstag vor Journalisten in London.

Den 52-Jährigen erwartet vor dem Londoner High Court kommende Woche die womöglich letzte Anhörung im juristischen Tauziehen um seine Auslieferung. Es geht um die Frage, ob Assange in Grossbritannien die Möglichkeit erhält, Berufung gegen den Auslieferungsbeschluss der britischen Regierung einzulegen. Das war ihm bislang verweigert worden.

Ob es nach der zweitägigen Anhörung am Dienstag und Mittwoch, bei der sowohl die Anwälte Assanges als auch die der USA zu Wort kommen sollen, umgehend zu einer Entscheidung kommt, ist nach Angaben Stella Assanges nicht klar. Sie befürchte jedoch, dass das Urteil noch am Mittwoch verkündet und dann unverzüglich mit dem Auslieferungsprozess begonnen werde.

epa11154583 Wife of Wikileaks founder Julian Assange, Stella Assange speaks to the media during a press conference In London, Britain, 15 February 2024. Assange addressed the media ahead of the final  ...
Stella Assange.Bild: keystone

Die US-Justiz will ihm wegen Spionagevorwürfen den Prozess machen. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 175 Jahre Haft.

Für Assange bliebe dann nur noch der Gang vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Dort werde sein Team sofort einen Antrag auf eine einstweilige Verfügung stellen, sollte der Rechtsweg in Grossbritannien mit einer abschlägigen Entscheidung der Richter in London ausgeschöpft sein. Es gebe jedoch die grosse Sorge, dass die britische Regierung eine solche Anordnung ignorieren könnte. «Grossbritannien müsste dafür internationales Recht brechen», sagte Stella Assange.

Das juristische Tauziehen um Assange dauert schon seit Jahren. Die US-Regierung wirft Assange vor, gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning geheimes Material amerikanischer Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan gestohlen, veröffentlicht und damit das Leben von US-Informanten in Gefahr gebracht zu haben. Unterstützer sehen in Assange einen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht gebracht hat. Assange sitzt seit seiner Festnahme im April 2019 im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh. (sda/dpa)

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