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Breivik klagt gegen den Staat und hebt zum Prozessauftakt seinen Arm zum Hitlergruss



Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik hat zum Auftakt seines Prozesses gegen den Staat vor laufenden Kameras provokativ seinen Arm zum Nazigruss erhoben. In dem Verfahren will der 37-Jährige bessere Haftbedingungen erstreiten.

epa05212107 Convicted mass killer Anders Behring Breivik gestures as he enters the court room in Skien prison, Norway, 15 March 2016. Behring Breivik is charging Norwegian authorities of violating his human rights by holding him in isolation for almost five years.  EPA/LISE ASERUD NORWAY OUT

Hitlergruss beim Betreten des Raums: Norwegischer Attentäter Breivik.
Bild: EPA/NTB SCANPIX

Der bekennende Nationalsozialist hatte im Juli 2011 77 Menschen in Oslo und auf der Insel Utøya ermordet. 2012 wurde der Norweger zur Höchststrafe von 21 Jahren Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt.

Drei Zimmer im Knast für Breivik

Breivik ist der Meinung, seine fast fünf Jahre andauernde Isolationshaft verstosse gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. Der auf vier Tage angesetzte Zivilprozess findet aus Sicherheitsgründen im Gefängnis in Skien statt, wo Breivik im Hochsicherheitstrakt einsitzt.

Breivik sitzt in Isolationshaft. Ihm stehen im Gefängnis drei Zimmer zur Verfügung: eins zum Wohnen, eins zum Studieren und eins für den Sport. Er hat einen Fernseher, einen Computer ohne Internetanschluss und eine Spielkonsole, für sein Essen und die Wäsche ist er selbst verantwortlich. Seine Kontakte zur Aussenwelt sind drastisch eingeschränkt, seine Post wird kontrolliert.

Zu Höchststrafe von 21 Jahren verurteilt

Breivik hatte im Juli 2011 zunächst acht Menschen bei einem Bombenanschlag in Oslo getötet und anschliessend auf der Insel Utøya 69 Teilnehmer eines Sommerlagers der sozialdemokratischen Jugendorganisation erschossen. Er wurde zur in Norwegen geltenden Höchststrafe von 21 Jahren Haft verurteilt.

Breivik hat seit seiner Inhaftierung keinen Kontakt zu Mitgefangenen und so gut wie keine privaten Besucher. Sein Rechtsbeistand argumentiert, die Isolationshaft wirke sich verheerend auf die «psychische Gesundheit» des 37-Jährigen aus. Bis Freitag soll über die Klage entschieden werden. (egg/sda/afp/dpa)

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • scriptCH 15.03.2016 13:00
    Highlight Highlight @Watson kann man nicht irgendwie das schreiben über eine solche person das weder die aufmerksamkeit noch dine meinungsäusserung verdient hat unterlassen?? eine solche person verdient nurnoch den tod nicht mehr und nicht weniger
  • Micha Moser 15.03.2016 12:29
    Highlight Highlight Als es um die Strafe ging überlegte sich Norwegen damals die Todesstrafe wieder zu erlauben. Die Familien der Opfer haben sich für Breivik stark gemacht das er NICHT die Todesstrafe bekommt, da Norwegen weiterhin so bleiben soll wie vor dem Attentat. Hat mich sehr beeindruckt. Eines der Familienmitglieder eines Opfers redet mit Michael Moore in "Where to Invade next" darüber.
  • son Rigoberto 15.03.2016 12:10
    Highlight Highlight Respekt für Norwegen, dass sie die Fassung bewahren.
    Aber warum Du-weisst-schon-wer noch iiiirgendeine Plattform bekommt und seine schreckliche Weltanschauung zur Schau stellen kann, das verstehe ich nicht.
  • Gähn on the rocks änd röll 15.03.2016 11:15
    Highlight Highlight Unerträglich!
  • mrgoku 15.03.2016 10:35
    Highlight Highlight 77 Menschen an einem Tag gekillt und einfach 21 Jahre Haft? Dann noch "verheerend auf die psychische Gesundheit?"

    Wieso hat der überhaupt noch das Recht überhaupt etwas zu verlangen? Da wird mir gleich schwindlig vor Wut...
    • 's all good, man! 15.03.2016 11:20
      Highlight Highlight Nennt sich Rechtsstaat, sowas. Es ist gut, dass es das gibt, auch, wenn das in so einem Fall halt schon schwer zu fassen ist.
    • mrgoku 15.03.2016 11:32
      Highlight Highlight danke Saul! :D
    • 's all good, man! 15.03.2016 11:46
      Highlight Highlight 🙄😉

      Ist doch wahr! Ich weiss, dass das schwer zu ertragen ist, aber auch er hat ein Recht darauf, Klage gegen was auch immer einzureichen. Wird ja wohl kaum Aussicht auf Erfolg haben...

      Mich stört diese plumpe Klassifizierung in eine Kategorie Mensch, die anders zu behandeln wäre als alle anderen. Was er getan hat ist unbegreiflich, der Mann ist schwer krank und wurde für seine unmenschlichen Taten verurteilt und wird nie mehr ein Gefägnis von aussen sehen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • filmorakel 15.03.2016 10:33
    Highlight Highlight Arms Hoschi...
  • Frausowieso 15.03.2016 10:27
    Highlight Highlight Man sollte diesem Mann keine Plattform mehr bieten. Das verhilft ihm nur zu mehr Anhängern.
  • sentir 15.03.2016 10:22
    Highlight Highlight "wirke sich verheerend auf die «psychische Gesundheit»"?
    Der ist so krank, da kann es nur noch besser werden.

    Es ist gut, dass dieser Prozess statt findet. Wünsche viel Kraft für die Norweger.

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