International
Saudi-Arabien

Jemen: Emirate wollen Streitkräfte abziehen

Emirate ziehen ab – Separatisten wollen Gebiete im Südjemen halten

31.12.2025, 15:4031.12.2025, 15:40

Nach dem angekündigten Truppenabzug der Vereinigten Arabischen Emirate aus dem Jemen wollen die von ihnen unterstützten Separatisten ihre jüngst eingenommenen Gebiete halten. Die Kräfte des sogenannten Südlichen Übergangsrats (STC) würden «standhaft» ihre Stellungen halten, sagte Mohammed al-Nakib dem Sender SkyNews Arabia. Man werde sich nicht aus den Provinzen Hadramaut und al-Mahra zurückziehen, die STC-Truppen vor einigen Wochen eingenommen hatten. Beide Provinzen machen im Jemen etwa die Hälfte der Landesfläche aus.

Southern Yemen soldiers of Southern Transitional Council (STC) at a check point, in Aden, Yemen, Wednesday, Dec. 31, 2025. (AP Photo)
Yemen
Die Emirate kündigten den freiwilligen Abzug seiner Truppen an. (Symbolbild)Bild: keystone

Insgesamt war die Lage im südlichen und östlichen Jemen am Mittwoch zunächst ruhig. Lokale Quellen berichteten lediglich von kleineren und vereinzelten Bewegungen ohne Kämpfe in der Provinz Hadramaut. Die STC-Truppen seien von einem Lager in der Provinz abgezogen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Stammeskreisen. Eine örtliche Allianz von Stämmen habe dort die Kontrolle übernommen.

Die Lage im Jemen ist nach der jüngsten Eskalation zwischen den eigentlich verbündeten Ländern Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten angespannt. Am Dienstag hatte das von Riad geführte Militärbündnis im Jemen einen Hafen mit der Begründung bombardiert, die Emirate hätten dort Waffen und Fahrzeuge für die Separatisten geliefert. Riad schloss sich auch jemenitischen Forderungen über einen emiratischen Abzug aus dem Jemen an. Die Emirate kündigten noch am selben Tag den «freiwilligen» Abzug ihrer verbliebenen Truppen an.

Es ist offen, ob die jemenitischen Regierungstruppen nun versuchen werden, die jüngst von den Separatisten eingenommenen Gebiete zurückzuerobern. Der mit den Separatisten verbündete TV-Sender AIC berichtete, die Lage in Hadramaut sei «stabil» und die STC-Truppen stünden bereit, sollte es neue Kämpfe geben.

Die Separatisten im Jemen streben eine Abspaltung vom Norden und einen unabhängigen Südjemen an. Das Land war von 1967 bis 1990 bereits zweigeteilt. Während die Emirate die Separatisten unterstützt und deren Forderungen nach einem unabhängigen Süden, unterstützt Saudi-Arabien die jemenitische Regierung und will die Einheit des Jemen erhalten. In dem Land läuft seit rund zehn Jahren ein Bürgerkrieg mit der Huthi-Miliz, die den Norden kontrolliert und die vom Iran unterstützt wird. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die vergessene humanitäre Katastrophe: Der Krieg im Jemen
1 / 14
Die vergessene humanitäre Katastrophe: Der Krieg im Jemen
Es ist fünf vor Zwölf: Der Jemen steht vor einer (weiteren) Hungerkatastrophe. In einigen Gebieten des Landes ist jedes vierte Kleinkind akut mangelernährt. Insgesamt sind rund eine halbe Million Kleinkinder betroffen.
quelle: keystone / yahya arhab
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Unermessliches Elend in Jemen
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
9 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
9
US-Sonderbeauftragter hat mit Europäern über Sicherheitsgarantien gesprochen
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hat nach eigenen Angaben mit dem aussenpolitischen Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Günter Sautter, und anderen Vertretern Europas nächste Schritte auf dem Weg zu einem Ende des Ukraine-Krieges besprochen. Dabei sei es unter anderem um eine Stärkung von Sicherheitsgarantien und die Entwicklung «effektiver Deeskalationsmechanismen» gegangen, schrieb Witkoff auf X. Das Telefonat bezeichnete er – wie auch schon frühere Begegnungen – als «produktiv».
Zur Story