DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Zeugin nennt Details zu mutmasslicher Missbrauchsbeziehung mit R. Kelly

19.08.2021, 21:3920.08.2021, 09:04
Eine Gerichtszeichnung der Zeugin, 18. August 2021.
Eine Gerichtszeichnung der Zeugin, 18. August 2021.
Bild: keystone

Am zweiten Tag des Missbrauchsprozesses gegen R. Kelly (54, «I Believe I Can Fly») hat ein mutmassliches Opfer Details seines Verhältnisses zu dem früheren Pop-Superstar erläutert. Die Frau hatte ihren Angaben zufolge im Jahr 2009 für ein halbes Jahr eine Beziehung mit dem Musiker. Sie sei erst 14 Jahre alt gewesen, als sie ihn kennenlernte und 16 Jahre alt, als sie zum ersten Mal Sex hatten.

«Er wollte von mir, dass ich einen Pferdeschwanz trage und mich wie eine Pfadfinderin verkleide», sagte die Zeugin laut US-Medien am Donnerstag vor Gericht in New York. Ausserdem soll er den Sex mit ihr gefilmt haben. Ankläger hatten zuvor ausgeführt, dass Kelly so versucht haben soll, zusätzlichen Druck auf seine Opfer auszuüben.

Bereits am Mittwoch hatte die heute 28-Jährige laut «New York Times» erklärt, dass Kelly sie bewusstlos geschlagen habe, weil sie bei einem ihrer Besuche in Kellys Zuhause gegen dessen strikte Regeln verstossen habe. Sie hatte ausgesagt, Kelly kurz vor ihrem 15. Geburtstag bei einem Gerichtsprozess in Chicago kennengelernt zu haben, den sie damals als Fan immer wieder besucht hatte und an dessen Rande sie mit dem Sänger ins Gespräch kam. Damals musste er sich wegen des Besitzes von Bildern schweren sexuellen Kindesmissbrauchs verantworten, wurde aber freigesprochen.

Ein Jahr später habe er sie dann laut ihrer Aussage zu sich eingeladen, berichtete «Vulture» aus dem Prozess. Dabei habe sie mit ihm oralen Sex gehabt, sich aber hinterher unwohl gefühlt und erklärt, erst 16 Jahre alt zu sein. Kelly soll ihr gesagt haben, sie solle sich als 19-Jährige ausgeben.

Kelly werden dieses Mal vor dem Gericht im New Yorker Stadtteil Brooklyn unter anderem die sexuelle Ausbeutung Minderjähriger, Kidnapping und Bestechung vorgeworfen. Der seit seiner Festnahme im Sommer 2019 im Gefängnis sitzende Musiker hat alle Vorwürfe immer wieder zurückgewiesen und seinen Kritikern eine Rufmord-Kampagne vorgeworfen.

Kellys Verteidiger beschrieben die Frau als Lügnerin und Stalkerin. Sie habe ihm gegenüber ihr Alter mit 19 Jahren angegeben und erst später zugegeben, minderjährig zu sein, zitiert die «New York Daily News» aus dem Prozess.

Bei einer Verurteilung in allen Punkten droht dem Sänger eine Haftstrafe von zehn Jahren bis lebenslang, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärt hat. Staatsanwältin Maria Cruz Melendez hatte Kelly am Mittwoch in ihrem Auftaktplädoyer laut Medienberichten als «Predator» (wörtlich eigentlich: Raubtier) bezeichnet - ein Begriff, der in den USA häufig für Sexualstraftäter verwendet wird. Fernsehkameras sind im Gerichtssaal nicht zugelassen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Fall Petito: FBI findet Gegenstände von Freund und menschliche Überreste

Noch immer ist der Fall Gabby Petito nicht abgeschlossen. Doch FBI-Ermittler haben möglicherweise einen entscheidenden Fund gemacht.

Neue Wendung im Fall der getöteten Gabby Petito: Ermittler haben bei der Suche nach dem Freund der 22-Jährigen offenbar menschliche Überreste entdeckt. Man habe am Mittwoch in einem Naturreservat im US-Bundesstaat Florida etwas gefunden, das diesen Anschein erwecke, sagte FBI-Ermittler Michael McPherson.

Die Polizei sucht seit Wochen nach dem 23-Jährigen, der im Fall Petito für die Ermittler als «Person von Interesse» gilt. Die Polizei hat McPherson zufolge ausserdem einen Laptop und einen …

Artikel lesen
Link zum Artikel