Darum verklagt ausgerechnet Patagonia die Dragqueen Pattie Gonia
Der US-Outdoor-Hersteller Patagonia zerrt die bekannte Dragqueen und Klimaaktivistin Pattie Gonia in Los Angeles vor Gericht. Das Unternehmen wirft ihr Markenrechtsverletzung vor, da sie unter ihrem Künstlernamen Kleidung verkaufen will.
Gegenüber dem «Guardian» betont das Unternehmen, dass dieser Schritt notwendig geworden sei, um die Marke zu schützen: «Obwohl wir uns wünschten, wir müssten dies nicht tun.» Wie es im Bericht heisst, verklagt das US-Unternehmen die Dragqueen auf einen symbolischen Schadenersatz von einem Dollar plus Anwaltskosten.
Pattie Gonia reagierte am Mittwoch das erste Mal auf die Klage, auf Instagram postete sie ein Video sowie einen Brief, die direkt an das Unternehmen gerichtet waren.
Darin forderte sie unter anderem Patagonia dazu auf, die Klage zurückzuziehen. Zudem kritisiert sie die Heuchelei des Unternehmens, das als Vorreiter für Nachhaltigkeit in der Outdoor-Branche gilt: «Patagonia behauptet, im Geschäft zu sein, um den Planeten zu retten. Aber glauben die wirklich, dass die finanziellen Mittel und der Markenwert des Unternehmens so eingesetzt werden sollen?»
Das sei kein Markenkonflikt, so die Dragqueen weiter, sondern «hier versucht ein Unternehmen, eine Aktivistin auszuschalten. So schikanieren Unternehmen Einzelpersonen, die mit ihren Ressourcen nicht mithalten können.»
«Geht nicht um Gewinn»
Gegenüber dem «Guardian» wehrt sich Patagonia gegen die Vorwürfe: «Hier geht es weder um finanziellen Gewinn noch darum, die Identität oder das Recht einer Person auf Interessenvertretung, Protest oder kreativen Ausdruck in Frage zu stellen.»
Das Letzte, was das Unternehmen wollte, war ein Rechtsstreit mit jemandem, der die gleichen Werte teile, «aber wir müssen unser Unternehmen und unsere Mitarbeiter schützen.» (ome)
