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In this photo courtesy of Bolivia's Communication Ministry press office, Bolivian President Evo Morales sprays water at a fire on the outskirts of Robore, Bolivia, Tuesday, Aug. 27, 2019. Morales, who has been under criticism for an allegedly slow response to the fires, issued a decree in July allowing controlled burns and clearing of lands, after granting amnesty last year to people caught burning fields illegally. (Raul Martinez/Bolivia's Communication Ministry press office via AP)

Evo Morales beteiligt sich PR-wirksam an den Löscharbeiten. Dabei hat seine Politik die Katastrophe mitverursacht. Bild: AP

Alle schimpfen über Bolsonaro – aber ein linker Staatschef ist schlimmer

Die verheerenden Brände im Amazonas-Gebiet werden vor allem dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro angelastet. Noch schlimmer aber sieht es im Nachbarland Bolivien aus.



Politisch könnte der Gegensatz nicht grösser sein. Auf der einen Seite der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro, ein rüpelhafter Rechtspopulist, auch «Trump der Tropen» genannt. Auf der anderen sein bolivianischer Amtskollege Evo Morales, ein ehemaliger Kokapflanzer aus dem Volk der Aymara und erster indigener Präsident seines Landes.

Als Morales letztes Jahr als einziger linker Staatschef Südamerikas an Bolsonaros Amtseinführung teilnahm, wurde er von dessen Anhängern als «Kommunist» und «dreckiger Indio» beschimpft. Der Bolivianer ist ebenfalls kein Kind von Traurigkeit. Nach Bolsonaros Wahlsieg hatte sich Morales auf Twitter über «die Rückkehr der weissen Überlegenheits-Ideologie» auf dem Kontinent empört.

Brände im Amazonas-Gebiet

In einem Punkt allerdings verbindet die beiden laut «Washington Post» eine unerfreuliche Gemeinsamkeit: Beide tragen ein erhebliches Mass an Mitschuld für die verheerenden Brände im Amazonas-Gebiet. Die Kritik aber konzentriert sich auf Jair Bolsonaro. Evo Morales wird verschont, obwohl die Situation in Bolivien schlimmer ist.

Eine Million Hektar vernichtet

Die Brände hätten rund eine Million Hektar Urwald vernichtet, teilte die Forstverwaltung mit. Ein Sprecher der Gruppierung Contiocap, die sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung einsetzt, gab gemäss BBC der Regierung die Schuld daran. Man müsse Evo Morales für die vielen Fälle zur Rechenschaft ziehen, «in denen er die Rechte der Indigenen und von Mutter Natur verletzt hat».

Auf der Weltbühne gibt sich der seit 2005 amtierende Morales gerne als um die Umwelt besorgter Vertreter der Ureinwohner. In der Realität basiert seine Wirtschaftspolitik auf dem Export von Rohstoffen wie Erdgas und Lithium. Damit ermöglichte er dem ärmsten Land Südamerikas ein ansehnliches Wirtschaftswachstum. Zahlreichen Bolivianern gelang der Aufstieg in den Mittelstand.

Die Landwirtschaft gehört ebenfalls zu Morales' Entwicklungsplan. Erst vor wenigen Wochen erliess der Staatschef ein Dekret, das die legale Gewinnung von Farmland durch kontrollierte Brandrodung von fünf auf 20 Hektar ausdehnte. Umweltaktivisten glauben, dass diese Massnahme wie in Brasilien zur derzeitigen katastrophalen Lage beigetragen hat.

epa07797277 A Boeing 747 Supertanker plane takes off to fly over the locations of the fires in the Chiquitania of Bolivia, from the Viu Viru airport in Santa Cruz, Bolivia, 26 August 2019 (issued 27 August 2019). The number of forest fires in the Chiquitania of Bolivia has decreased, although some of them are still widespread and move mainly towards the border with Paraguay and Brazil, according to the authorities of the country.  EPA/Martin Alipaz

Ein zum Löschflugzeug umgebauter Jumbo Jet kommt in Bolivien zum Einsatz. Bild: EPA

Politisch hat sich Evo Morales ebenfalls in eine fragwürdige Richtung entwickelt. Er will sich im Oktober für eine vierte Amtszeit wählen lassen, obwohl das bolivianische Stimmvolk eine entsprechende Verfassungsänderung 2016 knapp abgelehnt hat. Morales foutiert sich darum und kann dabei auf das Verfassungsgericht zählen, das er mit Gefolgsleuten besetzt hat.

Fragwürdige Lichtgestalt

Dies alles macht den 59-jährigen Morales zu einer fragwürdigen «Lichtgestalt» der Linken. Immerhin hat er im Gegensatz zu Bolsonaro nach anfänglichem Widerstand ausländische Hilfe bei der Brandbekämpfung akzeptiert. Er charterte eine zum Löschflugzeug umgebaute Boeing 747 aus den USA und rekrutierte Feuerwehrleute aus den Nachbarländern Argentinien und Chile.

Das Grundproblem, das Bolsonaro und Morales verbindet, aber bleibt. «Es gibt keinen politischen oder wirtschaftlichen Plan für den Amazonas, der nicht von der Ausbeutung natürlicher Ressourcen abhängt», sagte der bolivianische Bischof Eugenio Coter.

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    Alle Leser-Kommentare
  • beaetel 30.08.2019 13:37
    Highlight Highlight Rechts oder links? Es ist ganz einfach. Rechts ist immer an der Macht, egal woher man kommt. Gut. Die einen möchte alle Regeln abschaffen (deregulieren), die anderen möglichst viel verstaatlichen. Ist jetzt aber ein Putin ein Linker?, weil er den Staatsapparat nutzt, um an der Macht zu bleiben? (Verstaatlichung) oder ist die Schweiz links, weil unsere Schulen aus Steuern finanziert werden?
  • Der Kritiker 30.08.2019 02:05
    Highlight Highlight das hat doch nichts mit links und rechts zu tun! arschlochmenschen gibt's überall, in allen gruppierungen.
  • kanu 29.08.2019 15:07
    Highlight Highlight Diktatoren sind Alle, von Links oder Mitte oder Rechts kann keine Rede sein!
  • beaetel 29.08.2019 13:49
    Highlight Highlight Egal ob rechts oder links. Geld regiert die Welt. Und scheinbar scheint die Agrarlobby nicht nur in Brasilien unheimlich stark zu sein. (Gensoya fürs Vieh) aber auch Stromproduzenten, die mit riesigen Staudämmen ganze Ökosysteme im Urwald überfluten wollen. Und ja, da wären schlussendlich noch die Bodenschätze wie Gold die Reichtum versprechen und deren Abbau Trinkwasser vergiften. Was ist also zu tun? A) weniger Fleisch essen und wenn, dann solches, welches ohne Kraftfutter gemästet wurde. Wer auf so etwas achtet, wird auch Lösungen für B und C näher kommen, hoffe ich jedenfalls.
  • SIEGLINDE 29.08.2019 13:45
    Highlight Highlight Und immer über andere herziehen und was richtet die EU für Schaden weltweit an angefangen von den stinkenden Kohlekraftwerken über Massentierhaltung Schummelsoftware in stinkenden Autos alles zubetoniert ....kümmert euch um eure Schandtaten undwenn ihr das Problem mit dem Borkenkäfer nicht auf die Reihe bekommt könnt ihr auch den ganzen Wald abfakeln
  • Francis Begbie 29.08.2019 12:58
    Highlight Highlight Whataboutism?!?!
  • homo sapiens melior 29.08.2019 12:57
    Highlight Highlight Was soll denn an dem Links sein, wenn er sich nicht anders benimmt als ein Rechtsextremer? Diese Links-Rechts-Definitionen sind doch sowieo längst überholt. Allgemein kann man sagen, dass Extremismus idiotisch ist.
  • Weiterdenker 29.08.2019 10:43
    Highlight Highlight Morales zu heissen bedeutet noch nicht, dass auch moral(isch)es Handeln zu erwarten ist.

    Badumm tss
  • Kubod 29.08.2019 09:33
    Highlight Highlight Was wir bei all dem nicht vergessen sollten.
    Die europäische Zvilisation war nur möglich, weil unsere Ahnen den Urwald nutzbar machten.
    Den Südamerikanern das Gleiche zu verbieten, geht nur, wenn wir andere Wege mitfinanzieren.
    Und den Sojabohnenanbau für das Vieh, das nachher als günstiges Fleisch auf unseren Tellern landet, überflüssig machen.
  • Posersalami 29.08.2019 09:23
    Highlight Highlight Tja, Wirtschaft kann sich eben nur so entwickeln in einem armen Land, egal ob der Chef links oder rechts ist. Über die totale Ausbeutung der Natur haben auch wir unseren Wohlstand erlangt. Da können nur wir etwas tun, indem wir für jeden ha Wald der nicht genutzt wird bezahlen.

    http://ch
    • rodolofo 29.08.2019 13:23
      Highlight Highlight Die von der Natur total entfremdeten "modernen Menschen", die grösstenteils in Städten und Grossstädten leben, wissen nicht mehr, wie wichtig ein intakter Wald auch für die Landwirtschaft ist!
      Die Wälder sind insbesondere für den Feuchtigkeitshaushalt und für die "Fliegenden Flüsse", die Verfrachtungen von Wasser mit den Wolken von entscheidender Bedeutung!
      Bauern, die den Wald nicht achten und wertschätzen, ist keine richtigen Bauern, sondern gefühlskalte Industrielle.
      Ihre Agro-Industrie ist zum Scheitern verurteilt! Sie werden ihren Nachkommen nichts als vergiftete Wüste hinterlassen...
  • samsam88 29.08.2019 09:20
    Highlight Highlight Und die Klimabewegung wird weiterhin mit „SystemChange not ClimateChange“ rjmlaufen. Dabei zeigt ja gerade das Morales und sein kommunistisches Traumsystem auch nicht Klimafreundlich sind.

    Öffnet hoffentlich diese Kommunismusforderern die Augen.
    • Matrixx 29.08.2019 09:40
      Highlight Highlight Aha. Das Gegenteil vom jetzigen System ist also Kommunismus...

      Deine binäre Welt muss sehr schön sein...
    • RicoH 29.08.2019 09:42
      Highlight Highlight Von welchen "Kommunismusforderern" sprichst du?
    • Rabbi Jussuf 29.08.2019 09:49
      Highlight Highlight Leider nicht! Dabei ist gerade in Südamerika das klassische Links-Rechts Schema überdeutlich!
      Das zeigt ja die Begründung von Morales für die Rodungen. In kommunistischer Manier sollen auf Biegen und Brechen alle etwas vom "Fortschritt" haben. Umweltschutz, selbst der Schutz der eigenen Ressourcen ist da absolut zweitrangig.
      Dann seine Attitüde als Diktator des Volkes. Demokratie war einmal... Das erinnert doch stark an die DDR.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Puki 29.08.2019 09:05
    Highlight Highlight Danke für den Bericht. Gut wird das hier (endlich) angesprochen. Jetzt bitte einfach am Thema dranbleiben, auch wenn sich die Brände hoffentlich bald legen und das allgemeine Interesse dann wieder abflacht. Die Brandrodungen gibt es schon seit Jahrzehnten und sie werden ohne Druck auch noch lange weitergehen, in allen tropischen Wäldern der Welt. Es muss hier in der Schweiz ein Umdenken stattfinden, nicht nur in den direkt betroffenen Ländern. Unser Kaufverhalten ist indirekt für diese Tragödien mitverantwortlich, darum muss politisch was passieren.
  • sowhat 29.08.2019 08:33
    Highlight Highlight "... basiert seine Wirtschaftspolitik auf dem Export von Rohstoffen wie Erdgas und Lithium. Damit ermöglichte er dem ärmsten Land Südamerikas ein ansehnliches Wirtschaftswachstum. Zahlreichen Bolivianern gelang der Aufstieg in den Mittelstand."

    Gibt es irgend eine Wirtschaftsform, die nicht auf die natürlichen Ressourcen zurückgreift?
    Immerhin scheint er der Bevölkerung eine Verbesserung der Lebensumstände gebracht zu haben. Dass er sich jetzt nicht an die Rahmenbedingungen halten will, beweist leider, dass Erfolg zu Kopf steigt und wohl jeder irgenwann denkt er ist der einzig wahre Messias.
  • loquito 29.08.2019 08:13
    Highlight Highlight Ein linker Präsident eines 3. WELT Landes mit extrem begrenzten Geldressourcen, welcher trotzdem versucht den Brand zu löschen und internationale Hilfe akzeptiert (nicht zu sprechen von der verbesserung der Situation der ärmsten) ist also schlimmer als ein rechter, neoliberaler Freund der Militärdiktatur, welxhe am Kopf eines Schwellenlandes sitzt, dessen Geldressourcen um ein vielfaches grösser ist und sich fast ncoh um die Brände freut (nicht zu sprechen von seiner homophoben und armutstiftendwn, rassistischen Politik).... Irgendwie komm ich hier zu einem amderen Schluss...
    • Enzasa 29.08.2019 11:07
      Highlight Highlight Schlimm ist, dass alle erfolgreichen Industrie Nationen es ihnen genauso vorgelebt haben.

      Noch schlimmer ist, dass beide auf Kosten des Regenwaldes, Kapital herausschlagen wollen.

      Wir wären mit unseren Forderungen glaubwürdiger, wenn wir endlich das Gelernte (Wichtigkeit von Naturschutz) konsequent umsetzen würden.
  • Amenokal 29.08.2019 08:13
    Highlight Highlight Das Problem ist nicht links oder rechts zu suchen..es liegt an den Wirtschaft!
    Unendlich wachsen wie Krebs ist die Devise! Abholzen, verbrennen, ausbeuten! Hauptsache die Zahlen sind OK! Fehlt nur noch die Chemotherapie am Ende! Bin gespannt wie diese aussehen wird.
  • Winzig 29.08.2019 07:48
    Highlight Highlight ich liebe den geruch von platzenden filterbubbles am morgen.
    • Tjuck 29.08.2019 08:41
      Highlight Highlight Nur ist das eigentlich nichts Neues.
    • Schlumpfinchen #notmeus 29.08.2019 09:30
      Highlight Highlight Wieso? Ist deine geplatzt, als du gemerkt hast, dass Morales genauso verurteilt wird für seine Handlungen? Ich könnte mir vorstellen, dass du alle Kritik an ihm schön weggefiltert hast, weil Linke kritisieren sich doch nicht gegenseitig. Oder wendest du da einfach deine Sicht auf andere für alle an und ignorierst den Rest? PS: Links und Grün geht nicht immer Hand in Hand.
    • Enzasa 29.08.2019 11:10
      Highlight Highlight Egal ob Rechts, Links, oder Grün
      Macht verändert die Menschen
      und Macht verführt zu immer mehr Macht und zu einem eigenen Rechtsverständnis.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Politikinteressierter 29.08.2019 07:37
    Highlight Highlight Politisch hat sich Evo Morales ebenfalls in eine fragwürdige Richtung entwickelt. Er will sich im Oktober für eine vierte Amtszeit wählen lassen, obwohl das bolivianische Stimmvolk eine entsprechende Verfassungsänderung 2016 knapp abgelehnt hat. Morales foutiert sich darum und kann dabei auf das Verfassungsgericht zählen, das er mit Gefolgsleuten besetzt hat.

    Da sieht man mal wieder, dass Autokraten immer schlimm für die Bevölkerung und Natur sind, egal ob sie von links oder rechts kommen. Nur dumm, dass das Volk in nicht nach einer Amtszeit abgewählt hat.
    • P. Silie 29.08.2019 08:48
      Highlight Highlight @ Politikinteressierter: Quote: "Politisch hat sich Evo Morales ebenfalls in eine fragwürdige Richtung entwickelt. Er will sich im Oktober für eine vierte Amtszeit wählen lassen, obwohl das bolivianische Stimmvolk eine entsprechende Verfassungsänderung 2016 knapp abgelehnt hat."

      Bei allem Respekt, aber ist nicht genau das der klassische Werdegang eines sozialistischen Staates? Alles fängt mit der Ideologie an um automatisch (wenn auch auf verschiedenen Wegen) in dieses Szenario mutieren zu müssen.
      Im Nachhinein wird man den üblichen Satz hören:

      "Aber das war kein echter Sozialismus..."
    • sowhat 29.08.2019 09:01
      Highlight Highlight MMn zeigt das eigentlich v.a., dass zwei Amtszeiten genau richtig wären. Eine um etwas aufzugleisen, eine um es zu festigen, wenn es funktioniert.
      Falls die Erst zeigt, dass es falsch ist, kann ersetzt werden.
      Wenn die zweite auch gut funktioniert, ist die Sicherheit gegeben, das jetzt Anpassungen vorgenommen werden.
      Wir wissen ja aus allen Lehren, dass es nie zu lange genau gleich sein darf, weil sonst die Nebenwirkungen zu stark werden.
      Was es anscheinend braucht, ist eine Sicherheitseinrichtung, dass kein Despot eine dritte Amtszeit machen kann.
    • thelastpanda 29.08.2019 12:59
      Highlight Highlight @sowhat Oder man macht es so wie in der Schweiz, und verteilt die Macht auf mehrere Personen. So ist die Gefahr geringer, dass eine einzelne Person solch grossen Schaden anrichten kann.
    Weitere Antworten anzeigen
  • FrauMirach 29.08.2019 07:29
    Highlight Highlight «Es gibt keinen politischen oder wirtschaftlichen Plan für den Amazonas, der nicht von der Ausbeutung natürlicher Ressourcen abhängt», sagte der bolivianische Bischof Eugenio Coter…
    Es gibt überhaupt kein grösseres wirtschaftliches Wachstum ohne Ausbeutung, so kommt es mir vor. Die einen beuten die natürlichen Ressourcen aus, die anderen die Arbeiterinnen und Arbeiten in ärmeren Ländern.
  • Smeyers 29.08.2019 07:26
    Highlight Highlight Danke für den guten und ausgewogenen Artikel.
  • Ich_bin_ich 29.08.2019 07:25
    Highlight Highlight Das rechts-links Schema wird nur gerne in den Medien hochzelebriert. Die Parteien spielen damit um die grösstmöglichen Gewinne zu erlangen.

    Klassisch links-rechts durch das gesamte Parteiprogramm gibt es nicht mehr.

    Aber wo in den heutigen Medien, werden schon Parteiprogramme analysiert.
  • alles auf rot 29.08.2019 06:57
    Highlight Highlight „Alle schimpfen über Bolsonaro – aber ein linker Staatschef ist schlimmer“

    Warum „aber“?
    Wie wärs mit „Alle schimpfen über Bolsonaro - AUCH ein linker Staatschef ist schlimm.“?

    Nicht über Bolsonaro zu schimpfen, weil ein linker schlimmer ist, macht für mich auch keinen Sinn ;-)
    • Pafeld 29.08.2019 10:28
      Highlight Highlight Ich geb dir Recht. Der Satz ist so dermassen ungünstig platziert, dass es nach billigstem Whataboutismus riecht. Der Informationsgehalt an sich ist aber durchaus ansprechend.
      In einem Punkt habe ich aber Mühe: ich sehe den Grund nicht,
      warum der linke Staatschef denn schlimmer sein soll. Morales hat sich immerhin internationalem Druck gebeugt und die Brandbekämpfungsbemühungen ausgedehnt. Bolsonaro dagegen würde ich zur Zeit zutrauen, dass er damit droht noch mehr Regenwald anzuzünden, wenn das Mercosur-Abkommen auf Eis gelegt wird.
    • Puki 29.08.2019 12:01
      Highlight Highlight @Pafeld, Morales hat sich in erster Linie dem internen Druck gebeugt, denn internationalen Druck gibt es ja praktisch keinen, alle reden nur von Bolsonaro. Morales will im Oktober wiedergewählt werden, deshalb hat er teilweise nachgegeben.
  • b4n4n4j03 29.08.2019 06:53
    Highlight Highlight In einem punkt muss ich bolsonaro teils recht geben: wir europäer sollten uns auch darum kümmern, dass wieder mehr wald in europa existiert.
    Wir verlangen von den amazonas staaten, dass sie verantwortungsvoll mit dem regenwald umgehen und resourcen unangetastet lassen, haben aber in europa vor jahrhunderten unsere wälder auch gerodet...
    Wenn der amazonas international von so grossem interesse ist, könnte man auch darüber nachdenken ihn international zu machen, wie internationale gewässer.
    Gehört das land einem staat, ist es logisch dass es wirtschaftliches interesse an den rohstoffen gibt...
    • Auric 29.08.2019 08:32
      Highlight Highlight Welche Europäer?
      Den Klimagaul reiten hauptsächlich die Mittel- und Nordeuropäer und die haben was den Wald und den Zuwachs ! an Waldflächen kein Problem. Über die anderen Europäer kann sich jeder seinen Teil denken.
  • Howard271 29.08.2019 06:49
    Highlight Highlight Es ist doch längst kein Geheimnis mehr, dass Morales ein autokratischer Populist, genau wie Bolsonaro oder Maduro ist. In Südamerika lässt sich unser rechts-links-Schema übrigens nicht so einfach anwenden. Die Nationalisten und Abschotter sind dort oft die Linken, während die (Mitte-)Rechten eher für eine Öffnung bzw. Teilnahme auf internationaler Bühne sind.
    • Klaus Biene 29.08.2019 07:42
      Highlight Highlight Ist bei uns ähnlich. Die Linke ist oftmals sehr konservativ und inszeniert sich auch gerne mal mit Klassenkampf, obwohl sie regiert und präsidiert.
    • loquito 29.08.2019 08:17
      Highlight Highlight Die Linke hat in der schweiz noch nie regiert und hatte noch nie auch annähernd eine Mehrheit... Aber Klaus Bienelebt in einer anderen schweiz, wo die Roten überall alles zerstören und an der Macht sind..
    • Schlumpfinchen #notmeus 29.08.2019 09:21
      Highlight Highlight @Klaus Biene: was haben konservativ und regieren miteinander zu tun?
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 29.08.2019 06:45
    Highlight Highlight Bei Morales zeigt sich vielleicht, dass er ein "Highlander" ist, also ein Indio der Anden, im Gegensatz zu den "Lowlandern", den Indigenen des Urwaldes, die wegen den Abholzungen und den Waldbränden ihre Lebensgrundlagen verlieren und in die bereits überfüllten Slums der wuchernden Metropolen umziehen müssen, da es in der Agro-Industrie und bei den Holzfällern keine Jobs gibt für sie...
    Auch Bolivien muss seine Einnahmen vor allem aus Rohstoffen und aus Agrargütern generieren.
    WIE es dies tut und WAS es mit den generierten Einnahmen anstellt, ist entscheidend!
    • Partisan 29.08.2019 08:25
      Highlight Highlight Das andere Problem mit den Highlandern ist, dass man sie nur töten kann, wenn man ihren Kopf vom Rumpf trennt.
    • Arts 29.08.2019 09:46
      Highlight Highlight Das Übersiedeln in die Slums ist nicht nur bei den Indigenen der Fall. Die meisten Brasilianer/Bolivianer kämpfen täglich ums Überleben. Viele der Brandrodungen passieren um ein wenig Geld zu verdienen um die Familien zu ernähren. Das Frühstück wird verkauft um Abendessen zu kaufen. Es wird immer mehr Geld gestrichen in Bildung, die Bevölkerung "dumm" gehalten. Was denkt ihr warum solche Politiker gewählt werden. Mittel oder langfristiges denken ist in den unteren Schichten praktisch nicht vorhanden, und die Mittelschicht hängt am goldenen Faden. Das leben spielt sich in der Gegenwart ab.
    • rodolofo 29.08.2019 12:56
      Highlight Highlight Ja, das scheint tatsächlich überall in Lateinamerika -und in der "3.Welt"- mehr, oder weniger so abzulaufen, dass sich Multinationale Konzerne die Bodenschätze unter den Nagel reissen und dabei mit einer einheimischen "Elite" gemeinsame Sache machen, was dem Neo-Kolonialismus einen Anstrich von Unabhängigkeit geben soll.
      Linke Regierungen sahen sich jeweils sofort mit der Schutzmacht solcher Multis und deren lokalen Schmarotzer-Freunden konfrontiert: den USA!
      Den linken Revolutionären blieb dann jeweils nur eine Möglichkeit zum Überleben: Sich in ein Konkurrenz-Imperium integrieren...
  • Simon 29.08.2019 06:38
    Highlight Highlight Ein weiteres Beispiel dafür, dass das klassische links-rechts-Schema ausgedient hat. Dass ausgerechnet ein Bischof dies festhält, ist nicht überraschend, wohl aber bedenklich. Wohin bewegen wir uns?
    • Äduu 29.08.2019 08:31
      Highlight Highlight Meine Rede! Vielleicht sollten wir uns wieder vermehrt an den Taten orientieren als an Klischees. Watson könnte seinen Teil dazu beitragen, in dem es auf solch reisserische, unpassende Headlines verzichtet.
    • ConcernedCitizen 29.08.2019 09:27
      Highlight Highlight Wir bewegen uns weg vom sturen links <-> rechts Denken. Finde ich gut.
  • Tamo. 29.08.2019 06:26
    Highlight Highlight Wegen solcher Artikel "wert"schätze ich Euch. Darüber habe ich noch nirgendwo etwas gelesen. Danke!
    • stabiler 29.08.2019 08:25
      Highlight Highlight Nichts für ungut @watson, aber @Tamo.:

      Tagesanzeiger "Schlimmer als Bolsonaro", von Sandro Benini vom 27.08.2019, 19:10 Uhr ;)

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