International
Lateinamerika

Ecuador ruft wegen Gewaltausbruch Ausnahmezustand für Gefängnisse aus

Ecuador ruft wegen Gewaltausbruch Ausnahmezustand für Gefängnisse aus

25.07.2023, 21:0525.07.2023, 21:05

Ecuadors Präsident Guillermo Lasso hat angesichts eines erneuten Gewaltausbruchs in einigen Gefängnissen den Ausnahmezustand für alle Strafanstalten des Landes ausgerufen.

An ambulance leaves the Litoral Penitentiary after deadly clashes in Guayaquil, Ecuador, Tuesday, July 25, 2023. (AP Photo/Cesar Mu
Eine Ambulanz in Guayaquil nach einem Gewaltausbruch im Gefängnis.Bild: keystone

Der Ausnahmezustand gilt für 60 Tage, wie aus einem Tweet des Präsidenten am Dienstag hervorging. Demnach verfügt das Dekret, Streitkräfte und Polizei in Koordination mit der Gefängnisaufsichtsbehörde SNAI zu mobilisieren.

Bei Auseinandersetzungen in Gefängnissen des südamerikanischen Landes waren nach Angaben der Aufsichtsbehörde am Wochenende sechs Menschen ums Leben gekommen, elf wurden verletzt. Zudem wurden einem Bericht der ecuadorianischen Zeitung «El Universo» zufolge mehr als 90 Gefängnismitarbeiter in fünf Strafanstalten als Geiseln genommen.

Die Gefängnisse in Ecuador sind wie auch andernorts in Lateinamerika überfüllt. Viele Strafanstalten werden von Gangs kontrolliert. Zahlreiche inhaftierte Bosse steuern Geschäfte ihrer kriminellen Organisationen aus der Haft heraus. Zuletzt nahm die Gewalt in Ecuador auch in Form von bewaffneten Angriffen deutlich zu.

Die Regierung macht vor allem Drogenhändler für die Welle der Gewalt verantwortlich. In Kolumbien, Bolivien und Peru wird Kokain hergestellt und dann vor allem in die USA und nach Europa geschmuggelt. Auf den Transitrouten etwa durch Ecuador sorgt der Drogenschmuggel für brutale Gewalt und weit verbreitete Korruption. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Putin will Treffen mit Trump und Xi – Selenskyj unerwünscht
Russland will sich zu Gesprächen zum Ukrainekrieg treffen. Teilnehmen sollen US-Präsident Trump und Chinas Machthaber Xi Jinping. Die Ukraine will Putin aber nicht dabeihaben.
Der russische Präsident Wladimir Putin plant Friedensgespräche zu einem Krieg, an dem die zweite Kriegspartei nicht teilnehmen soll. Das berichtet das Wall Street Journal (WSJ). Demnach soll Putin vorgeschlagen haben, sich im kommenden Monat zu Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump und Chinas Xi Jinping treffen zu wollen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist hingegen nicht eingeladen.
Zur Story