International
Lateinamerika

Nach Krawallen in Brasilien: Lula besetzt Spitze des Heeres neu

Nach Krawallen in Brasilien: Lula besetzt Spitze des Heeres neu

22.01.2023, 09:43
Mehr «International»

Nach dem Sturm auf das Regierungsviertel in Brasília hat der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva den Kommandanten des Heeres ausgetauscht. «Heute habe ich gemeinsam mit Verteidigungsminister José Múcio mit General Tomás Miguel Ribeiro Paiva, dem neuen Befehlshaber des Heeres, gesprochen», schrieb Lula auf Twitter am Samstag (Ortszeit) und wünschte dem neuen Kommandanten alles Gute für seine Arbeit. Ribeiro Paiva, der auf Júlio César de Arruda folgt, war bisher Befehlshaber des Kommando Südost mit Sitz in São Paulo. Er hatte in einem Video diese Woche gesagt, dass die Wahlergebnisse respektiert müssten, um die Demokratie zu garantieren.

Protesters, supporters of Brazil's former President Jair Bolsonaro, stand on the roof of the National Congress building after they stormed it, in Brasilia, Brazil, Sunday, Jan. 8, 2023. (AP Photo ...
Unterstützer von Bolsonaro besetzen da Dach des brasilianischen Kongress-Gebäudes.Bild: keystone

Am 8. Januar hatten Anhänger des kurz zuvor von Lula abgelösten Staatschefs Jair Bolsonaro den Kongress, den Regierungssitz und den Obersten Gerichtshof in Brasília gestürmt und erhebliche Schäden verursacht. Rund 1500 Sympathisanten des rechten Bolsonaro wurden vorläufig festgenommen. Viele wollen den Sieg des neuen Präsidenten Lula bei der Wahl im Oktober nicht anerkennen. Weil sie wegen des knappen Wahlausgangs Betrug vermuten, fordern sie immer wieder ein Eingreifen des Militärs.

Der Linkspolitiker Lula äusserte den Verdacht, dass es bei dem Sturm auf das Regierungsviertel in der Hauptstadt Absprachen der Krawallmacher, etwa mit Mitgliedern des Militärs und der Bundespolizei des Hauptstadtdistrikts, gegeben habe. Aus Misstrauen hatte er bereits mehrere Dutzend Mitglieder des Militärs von ihren Tätigkeiten in der Präsidentenresidenz entbunden und die Spitze des Polizeiapparats erneuert.

(yam/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
Was Rishi Sunak und Victoria Beckham gemeinsam haben
Der britische Premierminister Rishi Sunak hat viel gemein mit dem einfachen Volk, vor allem musste er als Kind auf vieles verzichten. Zumindest behauptet er das in einem Interview mit ITV. Die Briten sehen seine Aussagen dezidiert anders.

Auf dem britischen Fernsehsender ITV wird am Dienstag ein Interview mit Rishi Sunak veröffentlicht. Darin fragt der Journalist Paul Brand den Premierminister, wie er es schaffe, mit den einfachen Leute in Kontakt zu bleiben, wenn er doch «reicher als der König» sei. Brand will ganz konkret wissen, ob Sunak als Kind je auf etwas verzichten musste. Der Premier windet sich, lacht verlegen und sagt: «Ich musste auf vieles verzichten!» Journalist Paul Brand lässt diese vage Antwort aber nicht sitzen und will konkrete Beispiele. Erneut widerwillig antwortet Sunak:

Zur Story