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Kolumbien vernichtet Koka-Plantagen wieder mit Pestiziden

Kolumbien vernichtet Koka-Plantagen wieder mit Pestiziden

Angesichts einer massiv steigenden Kokain-Produktion in Kolumbien nimmt die Regierung des südamerikanischen Landes nach zehn Jahren die Vernichtung von Koka-Plantagen mit dem Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat wieder auf.
23.12.2025, 05:5223.12.2025, 05:52

In Gebieten, in denen kriminelle Organisationen aktiv seien und Bauern zum Anbau von Koka gezwungen würden, solle das Herbizid künftig mit Drohnen versprüht werden, teilte Justizminister Andrés Idárraga mit.

FILE - A coca crop is visible on the outskirts of Puerto Asis, Colombia, Nov. 26, 2025. (AP Photo/Ivan Valencia, File)
Colombia Coca Eradication
Der Anbau von Pflanzen für die Kokain-Herstellung hat in Kolumbien wieder zugenommen.Bild: keystone

Die kolumbianische Regierung hatte die Koka-Vernichtung aus der Luft 2015 eingestellt, später untersagte das Verfassungsgericht das Vorgehen wegen Umwelt- und Gesundheitsbedenken. Allerdings stellte sich die Vernichtung der Koka-Felder per Hand als wesentlich ineffektiver heraus. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Anbaufläche in Kolumbien fast verdoppelt. Heute erlaubt die Justiz das Besprühen der Koka-Plantagen mit Unkrautvernichtungsmitteln innerhalb von engen Grenzen wieder.

Kolumbien ist grösster Kokainproduzent der Welt

Kolumbien ist der grösste Kokainproduzent der Welt. Nach Angaben der Vereinten Nationen verfügt das Land mit mehr als 250'000 Hektar über rund 65 Prozent der weltweiten Anbaufläche für Koka. Das Rauschgift wird über den Pazifik und die Karibik in die USA oder über den Atlantik nach Europa geschmuggelt.

USA verhängen Sanktionen gegen Kolumbiens Präsidenten Petro

Die US-Regierung stufte Kolumbien zuletzt als Land ein, das seine internationalen Verpflichtungen im Kampf gegen illegale Drogen nicht erfüllt. Gegen Kolumbiens Präsidenten Gustavo Petro verhängten die USA zudem Sanktionen, weil er nicht entschlossen genug gegen den Drogenhandel vorgehe.

«Er ist ein sehr, sehr böser Kerl, und er muss aufpassen», sagte US-Präsident Donald Trump erst am Montag über seinen kolumbianischen Kollegen Petro. «Denn er stellt Kokain her und sie schicken es aus Kolumbien in die Vereinigten Staaten.» (sda/dpa)

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Schafft der böse Trump diesmal Gutes?
Dank des Vorgehens des US-Präsidenten stürzen möglicherweise gleich zwei Diktaturen.
Wie heisst es doch bei Goethe: «Ich bin ein Teil von jener Kraft. Die stets das Böse will und stets das Gute schafft.» Donald Trump stellt dieses Grundproblem der Philosophie in einen aktuellen Kontext, und zwar wie folgt: Gelingt es dem amerikanischen Präsidenten – geleitet von niedrigen Motiven –, in Caracas und dem Teheran zwei verachtenswerte Regimes von der Macht zu verdrängen?
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