International
Lateinamerika

Kolumbiens Präsident kündigt Krieg gegen Rebellen an

FILE - Colombia's President Gustavo Petro delivers a speech after signing a reform of the pension system into law, acting on a campaign promise that elderly people living in poverty get basic inc ...
Kolumbiens Präsident Gustavo Petro will hart gegen die aufflammende Rebellengewalt vorgehen.Bild: keystone

Kolumbiens Präsident kündigt Krieg gegen Rebellen an

Nach blutigen Angriffen im Nordosten Kolumbiens hat Präsident Gustavo Petro die linke ELN-Guerilla vor einer harten Reaktion des Staates gewarnt.
21.01.2025, 06:4021.01.2025, 06:40

«Die ELN hat den Weg des Krieges gewählt und wird Krieg bekommen», sagte der linke Staatschef des südamerikanischen Landes.

Bei tagelangen Attacken der ELN auf eine Splittergruppe der Farc-Rebellen sowie auf Zivilisten in der Region Catatumbo sind nach Behördenangaben mindestens 80 Menschen getötet worden. Die humanitäre Lage gilt laut dem Büro des Bürgerbeauftragten als kritisch. Rund 11'000 Menschen seien aus ihren Dörfern nahe der Grenze zu Venezuela vertrieben worden.

Schwieriger Friedensprozess

Im Jahr 2016 hatten die grösste Guerillaorganisation Farc und die kolumbianische Regierung einen Friedensvertrag geschlossen. Einige Splittergruppen blieben jedoch aktiv. Die kolumbianische Regierung führt seit Jahren auch Friedensgespräche mit der ELN, die wegen schwerer Angriffe der Rebellen allerdings immer wieder ausgesetzt werden. Die marxistisch-leninistische Guerillaorganisation hat rund 5'000 Kämpfer unter Waffen und ist in Entführungen, Drogenhandel und Schutzgelderpressung verwickelt.

Die Regierung spricht von «Kriegsverbrechen»

Mindestens 5'000 Soldaten sind derzeit in der Region im Nordosten des Landes im Einsatz, wie Verteidigungsminister Iván Velásquez dem Radiosender W sagte. Priorität habe der Schutz der Zivilbevölkerung, darunter Frauen und Kinder. Geschützt werden sollen auch ehemalige Farc-Rebellen. Die ELN verfolgt diese, um sie gezielt zu töten.

Wegen der Angriffe hatte die kolumbianische Regierung vergangene Woche ihre Friedensgespräche mit den ELN-Rebellen abgebrochen. Petro warf ihnen «Kriegsverbrechen» vor. Ziel der Angriffe sind unter anderem Angehörige einer Farc-Splittergruppe, die ebenfalls Friedensgespräche mit der Regierung führt. Unter den Getöteten waren mindestens sieben ehemalige Farc-Kämpfer. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
«Phantom-Furzer» treibt Journalisten am EU-Gipfel in die Flucht
Am EU-Gipfel in Brüssel beschäftigt Medienschaffende eine ungewöhnliche Frage: Wer sorgt im Pressesaal immer wieder für derart üble Gerüche, dass Journalistinnen und Journalisten flüchten müssen?
Normalerweise interessieren sich Leserinnen und Leser wenig für die Arbeitsbedingungen von Medienschaffenden. Florian Eder, Deutschland-Chefredaktor der «Neuen Zürcher Zeitung», fasst die journalistische Grundregel auf Linkedin so zusammen: Man solle das Publikum nicht mit Geschichten über die eigenen Arbeitsbedingungen langweilen.
Zur Story