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«Entmenschlichende» Bilder: So hart geht El Salvador gegen Häftlinge vor

28.04.2020, 09:1428.04.2020, 13:37

Das Leben als Sträfling in El Salvador

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Das Leben als Sträfling in El Salvador
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Fotos von eng zusammengepferchten Häftlingen in El Salvador haben bei Menschenrechtlern für Entsetzen gesorgt. Der Medienchef von Amnesty International für die Region, Duncan Tucker, nannte die Bilder am Montag (Ortszeit) «entmenschlichend».

Auf Twitter schrieb er, sie erinnerten an manche der dunkelsten Momente der Menschheit.

Der Präsident des mittelamerikanischen Landes, Nayib Bukele, hatte die Fotos am Wochenende verbreitet. Darauf ist zu sehen, wie Hunderte Insassen einer Haftanstalt - allesamt nur in Unterhose gekleidet, mit kahlen Köpfen und Mundschutz - in Reihen so dicht hinter einander sitzen, dass sich ihre Gesichter und Rücken berühren.

Nach einem Anstieg der Gewaltzahlen in El Salvador hatte Bukele zum wiederholten Male einen Notstand in den Gefängnissen und eine Isolierung der Häftlinge verkündet. Mitglieder verschiedener Banden würden ausserdem nicht mehr in getrennten Zellen untergebracht. Am Montag twitterte Bukele Fotos davon, wie Zellengitter mit Platten versperrt wurden.

Die Banden hätten es ausgenutzt, dass fast alle Sicherheitskräfte die Ausgangssperre wegen der Corona-Pandemie überwachten, schrieb der 38-jährige Konservative. Aus Gefängnissen heraus seien Morde angeordnet worden. Er genehmigte der Polizei und Armee, tödliche Gewalt gegen die «Terroristen» anzuwenden.

Der vergangene Freitag war nach Medienberichten mit 24 Morden der blutigste Tag in Bukeles knapp elfmonatiger Amtszeit. Zuvor war die Mordquote in El Salvador - bislang die höchste der Welt - stark gesunken. Der abgelaufene Februar war laut Bukele der Monat mit den wenigsten Morden seit Ende des Bürgerkriegs im Jahr 1992.

Nach Berichten der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) sind viele Gefängnisse in El Salvador total überfüllt. Mit rund 600 Strafgefangenen pro 100 000 Einwohnern ist es das Land mit dem zweithöchsten Anteil von Häftlingen an der Bevölkerung weltweit.

Bild: AP

Bukele verbreitete am Montag auf Twitter ein Video, das angeblich von einer der drei mächtigen Banden des Landes stammt. Darin kritisierten Vermummte Menschenrechtsverletzungen in den Gefängnissen. (aeg/sda/dpa)

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87 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Hierundjetzt
28.04.2020 09:27registriert Mai 2015
Ja dann geh mal als Westler nach San Salvador 🙄 einem Land aus dem ca. 80% der Einwohner wegen der unhaltbaren Gewalt fliehen wollen.

Die USA hat die MS13 und alle anderen Schwerstkriminellen nach Mittelamerika ausgeschaft, weil es sogar für sie unhaltbar wurde.

Mittelamerika mit extremer Korruption hat diese einfach machen lassen.

Jetzt sind das alles Failed States und die normalen Bürger stehen an der Grenze zur USA als Flüchtlinge.

Aber hey, unmenschlich im fall.

Nö.

Das sind Söldner, Mörder und Vergewaltiger. Nicht Eierdiebe (die werden schon lange nicht mehr verfolgt)
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Antichrist
28.04.2020 09:32registriert März 2020
Wenn man weiss, was die Mafia in den Lateinamerikanischen Ländern an brutalsten Verbrechen begeht, dann fragt man sich wozu sich Menschenrechtsorganisationen für deren Mitglieder einsetzen? Setzt sich Amnesty auch für die abgeschlachteten Opfer ein?
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nafets
28.04.2020 11:07registriert Januar 2020
wenn sich Herr Duncan Tucker genau so um die Opfer und die Hinterbliebenen kümmern und einsetzen würde, dann, dann könnte ich seine Empörung im kleinsten Ansatz irgendwie verstehen. die Insassen sind Schwerst-Kriminelle und haben mit einem Handtaschenraub genau so viel Gemeinsamkeiten, wie eine Schildkröte mit Deltasegeln..
sorry - aber da haben wir definitiv dringendere Baustellen zu beheben, als in El Salvador kriminelle Insassen zu betreuen
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