International
Israel

3 Tote bei Israel-Angriff im Libanon – Journalistin unter Opfern

3 Tote bei Israel-Angriff im Libanon – Journalistin unter Opfern

Bei einem israelischen Luftangriff im Südlibanon sind nach libanesischen Angaben drei Menschen getötet worden, darunter eine Journalistin.
23.04.2026, 06:3523.04.2026, 06:35

Das teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Der Vorfall habe sich in dem Ort al-Tiri ereignet. Die Journalistin arbeitete demnach für die Zeitung «Al Achbar», die der proiranischen Hisbollah-Miliz nahesteht.

epa12904936 A mosque that was damaged in an Israeli airstrike in Jibchit village, southern Lebanon, 21 April 2026. Israel and Lebanon have agreed to a 10-day ceasefire, which went into effect at midni ...
Trotz Waffenruhe kommt es im Südlibanon zu Gewalt.Bild: keystone

Auch die Zeitung bestätigte den Tod ihrer Mitarbeiterin. Sie sei unter Trümmern eingeschlossen gewesen und tot aufgefunden worden. Eine weitere Journalistin wurde demnach verletzt.

Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam kritisierte Israel. Die «gezielten Angriffe» auf Journalisten sowie die Attacken auf Rettungsteams stellten Kriegsverbrechen dar, schrieb er auf der Plattform X. Israels Angriffe auf Medienschaffende seien keine Einzelfälle.

Nach Angaben der libanesischen Nachrichtenagentur NNA wurden zunächst zwei Menschen bei einem israelischen Luftangriff in al-Tiri getötet. Die israelische Armee teilte dazu mit, es seien zwei Fahrzeuge identifiziert worden, die aus einem von der proiranischen Hisbollah-Miliz genutzten Gebäude gekommen seien.

In der Mitteilung war die Rede von «Terroristen», die sich auf bedrohliche Weise israelischen Bodentruppen genähert hätten, die den südlichen Teil des Libanons kontrollieren. Die Luftwaffe habe daraufhin eines der Fahrzeuge angegriffen. Anschliessend sei auch das Gebäude beschossen worden.

Israel prüft Vorfall

Die Armee sei sich Berichten bewusst, denen zufolge zwei Journalistinnen verletzt worden seien, hiess es weiter. Sie dementierte Angaben, laut denen Rettungsteams daran gehindert worden seien, das Gebiet zu erreichen. Man prüfe den Vorfall. Das Gebiet der israelischen «Sicherheitszone» sei allgemein bekannt. Die israelische Armee ziele nicht auf Journalisten ab, achte aber auch auf die Sicherheit der eigenen Truppen.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) hatte Israel zuvor auf X vorgeworfen, anhaltende Luftangriffe verhinderten, dass Rettungskräfte die Journalistin, die sich unter Trümmern befinde, erreichen könnten. Über die zweite Journalistin gab es zunächst keine weiteren Angaben.

Israelische Soldaten sind trotz Vereinbarung einer Waffenruhe weiterhin im Südlibanon stationiert. Israel hat dort nach eigenen Angaben eine sogenannte «Sicherheitszone» eingerichtet, die zum Schutz der nordisraelischen Ortschaften vor Hisbollah-Angriffen dienen solle. Die libanesische Führung spricht dagegen von einer Besatzung ihres Staatsgebiets. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
USA überlegen, Spanien aus der Nato auszuschliessen – Regierungschef Sánchez reagiert
Weil sich die europäischen Nato-Länder im Iran-Krieg anders verhalten, als Donald Trump sich das wünscht, denkt man in den USA über einen Ausschluss Spaniens nach. Regierungschef Sánchez hat mittlerweile auf den Bericht reagiert.
Im Pentagon gibt es offenbar Überlegungen, Spanien aus der Nato auszuschliessen. In einer internen E-Mail des Verteidigungsministeriums geht es auch um mögliche Massnahmen gegen Grossbritannien, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, der die E-Mail vorliegt. Demnach werden die Optionen auf hohen Ebenen im Pentagon diskutiert.
Zur Story