International
Libyen

Als Reaktion auf jüngste Flüchtlingsdramen: Frontex weitet Rettungseinsatz im Mittelmeer erheblich aus

Ihr Schicksal hat die europäische Grenzschutzagentur Frontex doch noch zum Handeln bewegt: Bootsmigranten auf dem Mittelmeer.
Ihr Schicksal hat die europäische Grenzschutzagentur Frontex doch noch zum Handeln bewegt: Bootsmigranten auf dem Mittelmeer.Bild: EPA/MOAS.EU/DPA

Als Reaktion auf jüngste Flüchtlingsdramen: Frontex weitet Rettungseinsatz im Mittelmeer erheblich aus

26.05.2015, 21:4227.05.2015, 09:35

Angesichts der Flüchtlingsdramen im Mittelmeer weitet die EU-Grenzschutzagentur Frontex ihr Einsatzgebiet vor Italien deutlich aus. Die Schiffe und Flugzeuge suchen nun in einem Gebiet von bis zu 138 Seemeilen (255 Kilometer) südlich von Sizilien nach Schiffbrüchigen.

Das stand in einer am Dienstag auf der Frontex-Homepage veröffentlichten Erklärung. Bislang war das Einsatzgebiet auf 30 Seemeilen vor der italienischen Küste begrenzt.

Weiten ihr Einsatzgebiet aus: Mitglieder der isländischen Küstenwache vor Sizilien – im Einsatz für die «Triton»-Mission.
Weiten ihr Einsatzgebiet aus: Mitglieder der isländischen Küstenwache vor Sizilien – im Einsatz für die «Triton»-Mission.

Auch das Material wird aufgestockt: Während der Sommermonate würden nun drei Flugzeuge, 18 Boote, zwei Hubschrauber und 15 Expertenteams im Rahmen der «Triton»-Mission eingesetzt, teilte die in Warschau ansässige Agentur mit.

1770 Tote seit Anfang Jahr

Auf dem EU-Flüchtlingsgipfel vor einem Monat hatten die Staats- und Regierungschefs bereits eine Verdreifachung der Mittel für den «Triton»-Einsatz beschlossen. 

Durch die nun umgesetzte Ausweitung der Mission werde den italienischen Behörden geholfen, «ihre Küsten zu kontrollieren und Leben zu retten», erklärte Frontex-Chef Fabrice Leggeri. «Zu viele wurden in diesem Jahr schon auf tragische Weise verloren», sagte er.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in diesem Jahr schon 1770 Menschen bei dem Versuch ums Leben gekommen, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Dies waren 30 Mal mehr als im Vorjahreszeitraum. (sda/afp)

Private Seenotretter im Mittelmeer

1 / 9
Private Seenotretter im Mittelmeer
Umgebauter Fischtrawler «Phoenix 1» beim Auslaufen in Valletta (Malta): Auf eigene Kosten rüsteten die Catrambones das Schiff zum Seenotrettungskreuzer aus.
quelle: x01097 / darrin zammit lupi
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Iran weist Äusserungen von Friedrich Merz zurück – und droht
Irans Aussenminister Abbas Araghtschi hat im Falle eines neuen Krieges mit massiven Militärschlägen und Schäden weit über 100 Milliarden Dollar gedroht. Araghtschi reagierte auf der Plattform X auf Äusserungen des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz (CDU) während seines Südkorea-Besuches.
Zur Story