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Ukraine-Ticker: Russland: Mehrere Drohnenangriffe abgefangen

A Ukrainian soldier, aka Borchik, of the ACHILLES battalion of the 92nd brigade, operates a suicide FPV drone over Russian positions in Kharkiv region, Ukraine, Sunday, May 12, 2024. (AP Photo/Evgeniy ...
Ein ukrainischer Soldat steuert eine Drohne.Bild: keystone
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Kiews Truppen geben Positionen im Südosten auf

Die aktuellsten News zum Ukraine-Krieg im Liveticker.
15.07.2024, 13:3117.07.2024, 09:10
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  • Im Februar 2022 befahl der russische Präsident, Wladimir Putin, einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Zunächst wurde das gesamte Staatsgebiet des Nachbarlandes angegriffen, mittlerweile konzentrieren sich die Kampfhandlungen auf den Osten.
  • Die ukrainische Gegenoffensive, um besetztes Gebiet zu befreien, blieb stecken. Die russische Armee greift nun weiter an und konnte im Osten zwischenzeitlich Geländegewinne erzielen. Jüngst scheiterte aber eine erneute Offensive auf die Stadt Charkiw, die Ukraine konnte diese ohne grosse Probleme zurückschlagen.
  • Die russische Armee bombardiert zudem regelmässig alle grösseren Städte der Ukraine aus der Luft. Für grosses Entsetzen sorgte jüngst ein russischer Angriff auf Kiew, bei dem eine Kinderklinik getroffen wurde, mindestens 37 Menschen starben, darunter 13 Kinder.
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10:58
Rega fliegt krebskranke Kinder aus der Ukraine in die Schweiz
Die Rega hat am Montag zwei krebskranke Kinder aus der Ukraine mit jeweils einer Begleitperson in die Schweiz geflogen. Die Kinder waren Patienten des Ochmatdyt-Kinderspitals, welches vergangene Woche von russischen Raketen beschossen wurde.

Die beiden Kinder wurden in zwei Universitätsspitäler transportiert, wie die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA schrieb. Sie bestätigte damit Informationen des «Blicks». Eines der beiden Kinder ist demnach jünger als zehn Jahre.

Beim Angriff auf das Kinderspital in der Ukraine wurden zwei Erwachsene getötet. Über dreissig Menschen, darunter mindestens acht Kinder, wurden verletzt. Die Schweiz hatte der Ukraine daraufhin Hilfe angeboten. Für solche Krisensituationen gibt es die nationale Koordinationsstelle. Diese wird im Auftrag des Bundesamts für Bevölkerungsschutz (Babs) von der Rega betrieben, wie die GDK schrieb. (sda)
8:34
Kiews Truppen geben Positionen im Südosten auf
Die ukrainischen Truppen haben nach inoffiziellen Berichten Stellungen im Südosten des Landes bei Krynky im Gebiet Cherson und Uroschajne im Gebiet Donezk unter russischem Druck aufgeben müssen. «In beiden Siedlungen hat es aufgrund der grossen Zerstörungen keinen Sinn mehr gemacht, die Positionen zu halten», wurden Quellen im Generalstab in ukrainischen Medien zitiert. Insbesondere die Kämpfe um die Ortschaft Krynky am Südufer des Flusses Dnipro im Gebiet Cherson wurden von Anfang an aufgrund der Aussichtslosigkeit kritisiert.

Ob sich im Unterlauf des Dnipro am Südufer noch ukrainische Soldaten aufhalten, war zunächst unklar. Uroschajne im Donezker Gebiet war bei der ukrainischen Gegenoffensive im vorigen Jahr noch zurückerobert worden und galt als ein Symbol des ukrainischen Vormarsches.

Zudem sollen einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine zufolge wiederum ukrainische Einheiten den Gegner im Gebiet Charkiw unweit der russischen Grenze um bis zu zwei Kilometer zurückgedrängt haben. Ähnliche nicht nachprüfbare Fortschritte wurden aus Waldstücken bei der Ortschaft Serebrjanka im Donezker Gebiet gemeldet.

Fast ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebiets steht unter russischer Kontrolle. Der Kreml verlangt für mögliche Friedensverhandlungen noch weitere Gebietsabtretungen, um die bisher nur teils eingenommen Gebiete Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson komplett zu besetzen. (sda/dpa)
8:32
Etwa 42.000 Menschen in der Ukraine vermisst
In der von Russland angegriffenen Ukraine werden derzeit nach Angaben des Innenministeriums etwa 42.000 Menschen vermisst. Dazu zählen Soldaten wie Zivilisten. Der Stand sei mit 51.000 Vermissten zwischenzeitlich noch höher gewesen, sagte der zuständige Abteilungsleiter Dmytro Bohatjuk der staatlichen Nachrichtenagentur Ukrinform in Kiew. Bei etwa 4000 im Gefecht vermissten Soldaten seien aber später die Leichen gefunden und identifiziert worden. 3000 Vermisste seien lebend aufgespürt worden. Das seien in vielen Fällen Kriegsgefangene, sagte Bohatjuk.

Schwierig bei der Identifizierung von Toten sei, dass das Verteidigungsministerium keine Genproben der Soldaten nehme, die es ins Feld schicke. In anderen Sicherheitsbehörden wie Polizei, Nationalgarde oder Grenzschutz sei dies Problem mithilfe internationaler Partner und des Roten Kreuzes weitgehend gelöst worden, sagte der Vertreter des Innenministeriums.

Die Ukraine wehrt seit fast zweieinhalb Jahren eine grossangelegte russische Invasion ab. Etwa ein Fünftel ihres Staatsgebietes ist von Russland besetzt. (sda/dpa)
22:12
UN-Flüchtlingskommissar kündigt in Ukraine neue Hilfe an
Der Hochkommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge, Filippo Grandi, hat bei einem Besuch in der Ukraine ein neues Hilfspaket von 100 Millionen US-Dollar (rund 93 Millionen Euro) angekündigt. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) unterstütze damit die Vorbereitung auf den Winter und stehe weiter an der Seite der Regierung in Kiew, um den vertriebenen oder anderweitig vom Krieg betroffenen Ukrainern zu helfen, sagte Grandi bei einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew. Das Hilfswerk wolle auch künftig Mittel mobilisieren, um das von Russland angegriffene Land zu unterstützen.

Selenskyj dankte für die Hilfe, die angesichts der Zerstörungen an der Energieinfrastruktur durch die russischen Angriffe dringend nötig sei. Zugleich betonte er laut einer Mitteilung des Präsidentenamtes, dass das Land weitere Hilfe brauche, um zerstörte Häuser wieder aufzubauen und Schutzbunker in Schulen und Krankenhäusern einzurichten. Das gebe den geflüchteten Ukrainern die Sicherheit, wieder nach Hause zurückkehren zu können.

Grandi hat die Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskrieges am 24. Februar 2022 bereits zum fünften Mal bereist.
Er besuchte auch das durch einen Raketenangriff getroffene Kinderkrankenhaus in Kiew, wie er im sozialen Netzwerk X mitteilte. «Kein Ort sollte besser geschützt werden als ein Krankenhaus für Kinder. Trotzdem wurde es am 8. Juli durch eine Rakete getroffen», sagte er.

Nach UNHCR-Angaben gibt es durch die russische Invasion in der Ukraine etwa 9,7 Millionen Vertriebene, rund 6 Millionen davon im Ausland. Vor allem aus den besonders umkämpften Osten und im Süden der Ukraine, wo russische Truppen grosse Teilen der Regionen Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson besetzt haben, sind viele Menschen geflüchtet. Dort sind teils ganze Städte völlig zerstört. (sda/dpa)
17:24
Prager Initiative: 50'000 Granaten an Ukraine geliefert
Die Ukraine hat im Zuge einer tschechischen Initiative zur Munitionslieferung bereits 50'000 Artilleriegranaten für ihren Kampf gegen die russische Invasion erhalten. «Ein Teil dieser Munition wird gerade jetzt auf dem Schlachtfeld verwendet», sagte der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal in Prag.

Insgesamt 15 Staaten unterstützen finanziell die Initiative, Artilleriemunition in Staaten ausserhalb der EU zu beschaffen. Deutschland will nach früheren Angaben der Bundesregierung einen dreistelligen Millionenbetrag beisteuern.

Schmyhal und mehrere seiner Minister nahmen auf Einladung von Tschechiens Ministerpräsident Petr Fiala an den zweiten tschechisch-ukrainischen Regierungskonsultationen teil. Dabei ging es in erster Linie um eine verstärkte Rüstungskooperation.

In Zusammenarbeit mit der tschechischen Firma Sellier & Bellot werde in der Ukraine eine neue Fabrik für Kleinkalibermunition entstehen, kündigten die beiden Regierungschefs an. Mit anderen Partnern gebe es Pläne für den Aufbau einer Gewehrproduktion. Die Ukraine habe das Potenzial, zum Arsenal der freien Staaten zu werden, sagte Schmyhal.

Die teilnehmenden Minister unterzeichneten auch mehrere Memoranden über eine verstärkte Zusammenarbeit etwa in den Bereichen Energiewirtschaft, Gesundheitswesen, Weltraumforschung und Kriminalitätsbekämpfung. Fiala kündigte zudem an, dass er am Donnerstag am Rande des Gipfels der Europäischen Politischen Gemeinschaft in London mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ein Sicherheitsabkommen schliessen werde.

Die jüngsten russischen Angriffe, unter anderem auf ein Krankenhaus in Kiew, hätten noch einmal die Brutalität der russischen Aggression und die «Monstrosität des Putin-Regimes» vor Augen geführt. Die Ukraine wehrt seit Februar 2022 mit westlicher Hilfe eine russische Invasion ab. (sda/dpa)
16:26
Moskau will Exodus potenzieller Rekruten verhindern
Der Kreml bereitet sich nach Einschätzung der britischen Regierung darauf vor, potenzielle Rekruten an einer Ausreise aus Russland zu hindern. Das geht aus dem Geheimdienst-Update zum Krieg in der Ukraine des britischen Verteidigungsministeriums hervor.

Die Mitteilung stützt sich auf einen Bericht der unabhängigen russischen Medienorganisation «Medusa». Demnach arbeitet das Verteidigungsministerium in Moskau mit dem Geheimdienst FSB an einem System zum Informationsaustausch über potenzielle Wehrpflichtige.

Das System soll demnach noch vor dem Einziehen des Wehrpflichtjahrgangs im Herbst funktionsfähig sein. Russland ziehe jährlich 250.000 Wehrpflichtige ein, die für ein Jahr Militärdienst leisten müssen.

Nachdem 2022 eine Teilmobilisierung verkündet wurde, seien aber Hunderttausende vornehmlich junge und gut ausgebildete Russen aus dem Land geflohen – mit Folgen für den Arbeitsmarkt. Mit dem neuen System solle verhindert werden, dass sie sich das in kleinerem Masse vor der kommenden Einberufung oder im Fall weiterer Mobilisierungswellen wiederhole.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht auf Basis von Geheimdienst-Erkenntnissen seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 regelmässig Informationen zum Kriegsverlauf. Moskau wirft London Desinformation vor. (sda/dpa)
14:57
Ausserplanmässige Stromsperren in weiten Teilen der Ukraine
In der unter Strommangel leidenden Ukraine sind inmitten einer Hitzewelle in mehr als sieben Regionen ausserplanmässige Stromsperren verhängt worden.

«Heute Nacht ist es zu einem Geräteausfall in einem der Energieobjekte gekommen», teilte der Netzbetreiber Ukrenerho als Begründung per Telegram mit. Damit habe sich der Energiemangel erhöht.

Ob der Ausfall auf einen russischen Drohnenangriff zurückzuführen ist, war zunächst unklar. Die ukrainische Flugabwehr fing nach eigenen Angaben alle russischen Kampfdrohnen im ukrainischen Luftraum rechtzeitig ab.

Landesweit greifen seit Mai planmässige Stromsperren, sodass die Verbraucher ohnehin täglich nur wenige Stunden Strom erhalten. Dabei herrschen seit vergangener Woche in weiten Teilen des Landes konstant über 30 Grad Celsius, mit Spitzen im Süden von mehr als 40 Grad. Die Ukrainer können sich durch den fehlenden Strom weder durch Klimaanlagen noch durch Lüfter Linderung verschaffen. (sda/dpa)
epa11480240 People spend time on a beach during hot weather in Kyiv, Ukraine, 15 July 2024. According to weather forecast reports, temperatures reach up to 40 degrees Celsius during the week in the Uk ...
Bild: keystone
10:43
Ukrainische Drohne trifft Fabrik im westrussischen Kursk
Bei nächtlichen ukrainischen Drohnenangriffen ist in einer Fabrik im westrussischen Gebiet Kursk ein Feuer ausgebrochen. Tote und Verletzte habe es nicht gegeben, teilte Gebietsgouverneur Alexej Smirnow auf seinem Telegramkanal mit.

Die Feuerwehr sei mit der Brandbekämpfung in den Fabrikhallen beschäftigt. Einem Medienbericht zufolge gibt es hingegen einen Verletzten. Demnach hat sich der Brand der Fabrik für Niederspannungsanlagen auf etwa 400 Quadratmeter ausgebreitet.

Einen weiteren Verletzten in der Region Kursk gab es bei einem Kopter-Angriff auf die grenznahe Siedlung Tjotkino. Auch aus den Regionen Belgorod, Rostow und Woronesch wurden Drohnenattacken gemeldet. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, 13 dieser unbemannten Flugobjekte abgeschossen zu haben. In Woronesch soll sich ein Mann bei der Explosion einer Drohne Splitterverletzungen durch zu Bruch gegangene Fensterscheiben zugezogen haben. In Belgorod gab es drei Verletzte. Teilweise fiel die Stromversorgung aus. (sda/dpa)
5:37
USA unterstützen Vorschlag für Friedensgipfel mit Russland
Die USA unterstützen den Vorschlag des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, nun auch russische Vertreter zu einer zweiten Friedenskonferenz in dem seit mehr als zwei Jahren andauernden Krieg einzuladen. «Es ist an der Ukraine zu entscheiden, wann und wie und in welchem Zustand sie diplomatische Verhandlungen unternimmt», sagte der Sprecher des US-Aussenministeriums, Matthew Miller, in Washington. «Wir unterstützen die ukrainische Regierung.» Miller äusserte sich vor Journalisten zu der Frage, ob die USA den Vorschlag Selenskyjs guthiessen, anders als beim ersten Friedensgipfel Mitte Juni in der Schweiz auch Russland zu dem Treffen einzuladen.

Entscheiden könne nur die Ukraine selbst, sagte Miller. Es brauche einen gerechten Frieden. «Die Ukraine ist hier das Opfer, die Ukraine sieht ihr Land überfallen.» Deshalb bestimme sie, ob und in welchem Format es Verhandlungen gebe. «Aber es ist nie klar gewesen, ob der Kreml zu tatsächlicher Diplomatie bereit ist», sagte Miller. Die USA hätten sich schon vor dem Krieg für eine diplomatische Lösung des Konflikts eingesetzt. Heute ist das Land grösster Waffenlieferant für eine militärische Lösung.

Selenskyj hatte zuvor vor Journalisten in Kiew gesagt, dass russische Vertreter an einem zweiten Friedensgipfel teilnehmen sollten. «Ich habe die Aufgabe gestellt, dass wir im November einen völlig fertigen Plan haben. Wenn der Plan fertig ist, dann wird auch alles für den zweiten Gipfel bereit sein.»

Russland hatte zwar selbst immer wieder beteuert, bereit zu Verhandlungen zu sein – allerdings unter anderem unter der Bedingung, dass Kiew Gebiete abtritt. Das lehnt die Ukraine ab. Russland werde an einem solchen Gipfel Selenskyjs nicht teilnehmen, sagte der Chef des Auswärtigen Ausschusses der russischen Staatsduma, Leonid Sluzki. Er bezeichnete die ukrainische Führung als vom Westen gesteuerte «Marionetten», von denen sich Moskau keine Bedingungen diktieren lasse.

Sluzki betonte, dass eine Reihe von Staaten Friedensinitiativen und auch Kremlchef Wladimir Putin einen Plan vorgelegt haben. Er erinnerte zudem daran, dass Russland Selenskyj nach dem offiziellen Auslaufen seiner Amtszeit inzwischen nicht mehr als Präsidenten anerkenne. Selenskyj gilt aber wegen des Kriegsrechts weiter als rechtmässiger Staatschef. Russland erkennt allerdings nur noch das Parlament und seinen Vorsitzenden als legitim an. (sda/dpa)
16:48
Selenskyj erwartet Russland bei zweitem Friedensgipfel
Trotz Absage aus dem Kreml hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seine Forderung nach einer Teilnahme Russlands an einem zweiten Friedensgipfel in diesem Jahr erneuert.

«Ich meine, dass Vertreter Russlands auf dem zweiten Gipfel anwesend sein müssen», sagte Selenskyj auf einer Pressekonferenz in Kiew. Dafür erwarte er bis November einen ausgearbeiteten Plan zur Umsetzung seiner bereits 2022 vorgestellten sogenannten Friedensformel, die einen kompletten Abzug russischer Truppen vom ukrainischen Staatsgebiet vorsieht.

Es werde dazu vorher ein Treffen auf Minister- oder Beraterebene in Katar Ende Juli oder Anfang August zur Energiesicherheit geben, sagte Selenskyj. Des Weiteren werde es im August in der Türkei Gespräche zur freien Seefahrt und damit der Nahrungsmittelsicherheit geben. Zusätzlich solle bei einem dritten Treffen in Kanada im August der Austausch von Gefangenen und die Rückkehr der von Russland verschleppten Kinder diskutiert werden.

Die Ukraine wehrt seit Februar 2022 eine russische Invasion ab. Russland verlangt für einen Frieden vom Nachbarstaat die Abtretung von mehr als einem Fünftel des ukrainischen Staatsgebiets. Ebenso solle die Ukraine sich für neutral erklären und damit auf den seit 2019 in der Verfassung verankerten Nato-Beitritt verzichten. Ohne russische Vertreter nahmen im Juni Vertreter von gut 100 Staaten und Organisationen an einem Friedensgipfel in der Schweiz teil. Dabei wurden mit Energie-, Nahrungsmittelsicherheit und dem Austausch von Gefangenen drei der zehn Punkte des Friedensplans von Selenskyj diskutiert. Moskau hatte den Gipfel als absurd bezeichnet. (sda/dpa)
A worker puts a Summit on Peace in Ukraine sticker on a window at the Buergenstock June 13, 2024. On 15 and 16 June 2024, Switzerland is organising a Summit on Peace in Ukraine at the Buergenstock (Ca ...
Bild: keystone
15:44
Selenskyj: Ukraine braucht mindestens 25 Patriot-Systeme
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine Angaben zur Mindestzahl an benötigten Patriot-Systemen für den Schutz des gesamten Landes erneuert. «Um die Ukraine komplett abzusichern, brauchen wir nach Meinung unserer Militärs 25 Patriot-Systeme», sagte er auf einer Pressekonferenz in Kiew.
epa11473111 President of Ukraine Volodymyr Zelensky speaks at a press conference at the 2024 North Atlantic Treaty Organization (NATO) conference in Washington, DC, USA, 11 July 2024. NATO members are ...
Bild: keystone
Dabei vermied Selenskyj es, die Zahl der bereits vorhandenen Patriot-Systeme zu nennen. Zudem betonte er, dass für eine komplexe Flugabwehr auch Systeme anderer Reichweiten und Fähigkeiten notwendig seien. Er erinnerte auch daran, dass Kiew auf dem kürzlichen Nato-Gipfel in Washington fünf zusätzliche Patriot-Batterien beziehungsweise vergleichbare Systeme in Aussicht gestellt wurden. Vor einem Monat hatte Selenskyj in Italien am Rande des G7-Gipfels gesagt, sein Land brauche mindestens sieben solcher Systeme.

Seit Kriegsbeginn hat die Ukraine mindestens vier Patriot-Systeme erhalten. Medienberichten zufolge sind aber mehrere Startrampen durch russische Luftschläge entweder zerstört oder beschädigt worden. Ein komplettes System aus Radar, Antennen, Feuerleit- und Gefechtsstand und mehreren Startrampen kostet umgerechnet mehrere Hundert Millionen Franken. Der Stückpreis für eine moderne Flugabwehrrakete liegt unterschiedlichen Angaben nach bei umgerechnet gut drei Millionen Franken. (sda/dpa/lyn)
15:34
Ukrainischer Deserteur auf dem Weg zur Grenze erschossen
Der ukrainische Grenzschutz hat nach eigenen Angaben einen Deserteur unweit der moldauischen Grenze erschossen. Dieser habe zuvor einen Grenzschutzbeamten angegriffen, sagte der Sprecher der Behörde, Andrij Demtschenko, dem Internetportal «Ukrajinska Prawda».

Demnach wurde am Sonntagabend eine Gruppe von vier Deserteuren in einem Auto an einem Kontrollpunkt etwa 15 Kilometer vor der Grenze angehalten. Zwei sollen versucht haben, zu fliehen. Später habe einer der beiden bei seiner Entdeckung Widerstand geleistet und sei nach einem Warnschuss an den Folgen eines zweiten direkten Schusses gestorben.

Angaben der staatlichen Ermittler zufolge ist die Gruppe von einem Übungsplatz per Taxi im Gebiet Odessa geflohen und war auf dem Weg in Richtung des von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiets Transnistrien in der Republik Moldau. Der Rest der Gruppe sei festgenommen worden.

Demtschenko nach waren Grenzer bereits mehrfach zum Schusswaffeneinsatz gegenüber Flüchtlingen gezwungen. Details nannte er nicht. Ende Juni waren nach Medienberichten im Gebiet Tscherniwzi zwei fliehende, wehrpflichtige Zivilisten an der rumänischen Grenze von Grenzern angeschossen worden, nachdem sie angeblich mit einer Machete auf diese losgegangen waren. Einer der beiden Flüchtenden starb dabei an den Schussverletzungen.

Seit dem russischen Überfall im Februar 2022 gilt in der Ukraine das Kriegsrecht. Wegen der Mobilmachung können Männer im wehrpflichtigen Alter zwischen 18 und 60 Jahren das Land nur noch in Ausnahmefällen verlassen. Mangels Freiwilligen muss das ukrainische Militär zunehmend seine Verluste mit Zwangsrekrutierten ersetzen. Wehrpflichtige versuchen sich daher auch durch Flucht über die grüne Grenze in die angrenzenden EU-Staaten oder nach Moldau dem Kriegsdienst zu entziehen. Der ukrainische Grenzschutz errichtet deswegen auch an den Westgrenzen zunehmend mit Stacheldraht versehene Zäune, um die Männer an der Flucht zu hindern. (sda/dpa)
13:28
Ukraine: Nur gut ein Drittel gegen Friedensverhandlungen
Nach mehr als zwei Jahren des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ist einer neuen Umfrage zufolge nur gut ein Drittel der Ukrainer strikt gegen Verhandlungen mit dem Kreml.

Mehr als 40 Prozent sind für Friedensgespräche mit Russland, wie eine repräsentative Umfrage des renommierten Rasumkow-Zentrums im Auftrag des Internetportals Dserkalo Tyschnja ergab.

Gut ein Fünftel der Befragten zeigte sich bei der Frage unentschlossen. Dabei sprachen sich vor allem Einwohner der zentralen und südlichen ukrainischen Gebiete für den Beginn offizieller Verhandlungen mit Moskau aus (49 Prozent in den zentralen, 60 Prozent in den südlichen Gebieten).

Im Osten des Landes, wo es besonders schwere Kämpfe gibt, in den Gebieten Charkiw, Dnipropetrowsk, Donezk und Luhansk war jeweils ein Drittel für oder gegen die Aufnahme von Verhandlungen oder war unentschlossen.

Zugleich lehnt der überwältigende Teil der Befragten die von Russlands Präsident Wladimir Putin ins Spiel gebrachten Bedingungen für einen Frieden zwischen den beiden Nachbarstaaten ab. Mehr als 80 Prozent sind gegen die von Putin geforderten weiteren Gebietsabtretungen an Moskau. Gut 76 Prozent lehnen die Aufhebung der Russland-Sanktionen ab und knapp 60 Prozent sprechen sich auch gegen einen neutralen Status für die Ukraine aus.

Die Umfrage wurde Ende Juni vom Rasumkow-Zentrum durchgeführt. 2.027 Ukrainer im Alter über 18 Jahren wurden in allen von der Regierung in Kiew kontrollierten Teilen des Landes befragt. Die statistische Abweichung soll nicht mehr als 2,3 Prozent betragen. Zur Art der Befragung – ob telefonisch oder persönlich – wurden keine Angaben gemacht.

Die Ukraine wehrt seit über zwei Jahren eine russische Invasion ab. Moskau beteuerte mehrfach, offen für Friedensgespräche zu sein. Als Bedingung nennt Moskau jedoch die Abtretung von mehr als einem Fünftel des ukrainischen Staatsgebiets. Insbesondere will der Kreml die Schwarzmeer-Halbinsel Krim und die Gebiete Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson übernehmen. Dabei konnte das russische Militär die Gebiete bislang nur teilweise erobern. Zudem soll Kiew auf den in der Verfassung verankerten angestrebten Nato-Beitritt verzichten. (sda/dpa)
Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy speaks attends a press conference in Kyiv, Ukraine, Monday, July 15, 2024. (AP Photo/Efrem Lukatsky)
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