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Verschwundene Studenten in Mexiko: Drogenboss in Haft 



Die mexikanischen Behörden haben den Anführer der Drogenbande Guerreros Unidos festgenommen, der am Verschwinden von 43 Studenten vor mehr als anderthalb Jahren beteiligt gewesen sein soll.

Nicolás Nájera Salgado werde verdächtigt, «mit den Ereignissen des 26. und 27. September 2014 in Verbindung zu stehen», teilte das Justizministerium mit. Ausserdem wird ihm organisierte Kriminalität und Drogenhandel vorgeworfen.

A vehicle burns after students and teachers attacked the Guerrero State Governor's house, known as

Der Frust von Lehrern und Studenten über die schleppenden Ermittlungen entlud sich im Oktober 2014 in Gewalt gegen das Haus des Gouverneurs des Bundesstaates Guerrero. Bild: Alejandrino Gonzalez/AP/KEYSTONE

Die 43 Lehramtsstudenten waren in der Nacht zum 27. September 2014 in Iguala im Bundesstaat Guerrero entführt und mutmasslich ermordet wurden. Es besteht der Verdacht, dass Igualas Bürgermeister José Luis Abarca die linken Studenten festnehmen liess, um sie an einer Protestaktion zu hindern, und sie von Mitgliedern der Drogenbande Guerreros Unidos ermorden liess. In dem Fall wurden bereits mehr als hundert Menschen festgenommen, darunter der Bürgermeister von Iguala.

Starke Zweifel

Es gibt in dem Fall aber immer noch starke Zweifel an der offiziellen Version der Behörden. Ende 2014 hatte der damalige Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam erklärt, die Polizei von Iguala habe die 43 Studenten mit Beamten aus dem benachbarten Cocula entführt und sie an die Drogenbande ausgeliefert.

epa05276200 Relatives of the 43 missing Mexican students of the school of Ayotzinapa, who were last seen on 26 September 2014 in Iguala, Guerrero State, attend the presentation of the Interdisciplinary Group of Independent Experts (GIEI) second report on the students' case in Mexico City, Mexico, 24 April 2016. The group that investigates the violent facts related to the students' disappearance presented its second report.  EPA/SASHENKA GUTIERREZ

Angehörige der Vermissten bei einer Kundgebung am 24. April 2016. Bild: EPA/EFE

Bandenmitglieder gaben an, die Studenten seien auf einer Müllkippe ermordet und verbrannt worden. Demnach soll das Feuer 14 Stunden lang gebrannt haben, bevor die Asche in einen Fluss geworfen wurde.

Bisher wurden aber nur die verkohlten Überreste eines Studenten in einer Tüte im Fluss gefunden. Die Hypothese, dass die Leichen eingeäschert wurden, wird daher von mehreren Seiten stark angezweifelt.

Happige Vorwürfe an die Behörden

Eine internationale Ermittlergruppe hatte am Sonntag bekanntgegeben, dass es keinen wissenschaftlichen Beweis für das angebliche Grossfeuer gebe. Die Ermittler aus Kolumbien, Chile, Guatemala und Spanien warfen den mexikanischen Behörden ausserdem vor, die Aufklärung des Verschwindens der 43 Studenten zu behindern.

Der mexikanische Staat habe während ihrer einjährigen Untersuchungen etwa «wenig Interesse» daran gezeigt, neue Ermittlungsansätze zu verfolgen, hiess es im Abschlussbericht der Ermittler der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte, die auf Bitten der Angehörigen der Verschwundenen im Land waren. Unter anderem müsse das Verhalten von Bundespolizisten und Militärs am Abend des Verschwindens der Studenten untersucht werden.

(sda/afp)

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