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Dutzende Tote bei Gewaltakten im Norden Mexikos



In einer Gewaltwelle sind in dem an die USA angrenzenden mexikanischen Bundesstaat Chihuahua binnen weniger Stunden mindestens 31 Menschen getötet worden. Einige Opfer wiesen Folterspuren auf.

Nach lokalen Medienberichten wurden allein in der berüchtigten Grenzstadt Ciudad Juárez 21 Menschen getötet, darunter vier Frauen und ein Kind. Der Sicherheitschef von Ciudad Juárez sagte, die meisten der getöteten Menschen hätten einen Bezug zum Sinaloa-Drogenkartell, das sich im Kampf um Einflusssphären mit dem Juárez-Kartell bekriege.

Es kommt in der Region immer wieder zu Racheakten, bei denen auch Familienangehörige von Kartellmitgliedern brutal hingerichtet werden. «Diese Zunahme an Morden bedeutet keinen Kontrollverlust im Sicherheitsbereich, sondern ist Resultat eines Konfliktes zwischen kriminellen Gruppen», betonte Bürgermeister Armando Cabada.

Grausiger Fund

In der Stadt Tlacotlalpan im Bundesstaat Veracruz wurden auf der Motorhaube eines abgestellten Taxis derweil fünf abgetrennte Köpfe entdeckt. Beigefügt war auch eine Drohbotschaft des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación, wie aus dem Polizeibericht vom Freitag (Ortszeit) hervorgeht. Die mächtige Drogenbande ist in der Gegend in einen erbitterten Kampf mit dem Kartell Los Zetas verwickelt, wie aus Kreisen der Strafverfolgungsbehörden verlautete.

Die Kartelle kämpfen demnach um die Kontrolle im lukrativen Geschäft des Treibstoff-Diebstahls in dem Gebiet. Die staatliche Ölgesellschaft Pemex kostete der Diebstahl seit 2010 nach eigenen Angaben 2.4 Milliarden Dollar.

Mexiko hatte 2017 eines der blutigsten Jahre seit Jahrzehnten erlebt. Zwischen Januar und November wurden über 26'500 Morde registriert. Als ein Grund werden Kartellkriege vermutet, nachdem mit der Auslieferung des Drogenbosses El Chapo an die USA ein Machtvakuum entstanden war.

(sda/afp/dpa)

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