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59 Männer, acht Frauen und vier Kinder fanden im Kühllaster den Tod – Polizei hat bulgarischen Schlepperring im Visier

In dem in Österreich geparkten Schlepper-LKW sind nach Regierungsangaben mehr Flüchtlinge zu Tode gekommen als zunächst erwartet. Die Ermittler hätten im Fahrzeug 71 Leichen geborgen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Freitag. Drei Personen wurden im Zusammenhang mit der grausamen Tat verhaftet.



Was wir bisher wissen:

Liveticker: Flüchtlingsdrama Österreich

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12:10
Pressekonferenz beendet
11:56
Übertragung der Pressekonferenz beendet
ORF beendet die Übetragung der Pressekonferenz zum Flüchtlingsdrama. Die Flüchtlingsfrage wird aber Politik, Justiz und Bevölkerung Österreichs noch lange beschäftigen, so viel ist sicher.
11:53
Was bedeutet der Zaun an der ungarisch-serbischen Grenze?
Der Anstieg des Flüchtlingsstroms sei eine direkte Folge des im Bau befindlichen Zauns an der ungarischen Grenze, so der Landespolizeidirektor. Die Flüchtlinge versuchten, vor der Fertigstellung des Zauns noch nach Österreich, Deutschland und Nordeuropa zu gelangen.
11:50
«Was können Sie über die Schlepperrouten sagen?»
Polizeisprecher: «Die A4 ist nicht die einzige Schlepperroute in Österreich, auch über den Brenner werden Flüchtlinge geführt. Zielrichtung ist nicht nur Österreich, sondern vor allem auch Deutschland und Nordeuropa.»
11:45
In welche Zuständigkeit fällt die Tat?
Ein Journalist fragt, ob Österreich oder Ungarn für die Anklage bei den Verhafteten zuständig seien: «Zuständig für die Aufarbeitung dieses Vorfalls ist die Staatsanwaltschaft Eisenstadt», so der Staatsanwalt. Man werde den Vorfall lückenlos aufzuklären versuchen.
11:43
Winter steht vor der Tür
Eine weitere Herausforderung sei, dass die kalte Jahreszeit vor der Tür stehe, so der Landespolizeidirektor. Man müsse unbedingt verhindern, dass die Flüchtlinge tiefen Temperaturen und schlechter Witterung ausgesetzt seien.
11:41
«Welche Konsequenzen zieht man aus dem Vorfall?»
«Aus polizeilicher Sicht ist es eine riesige Herausforderung, die Flüchtlingsströme zu bewältigen. In dieser Woche verzeichnen wir nochmals einen Anstieg der Flüchtlingszahlen.» Alleine im Burgenland habe man momentan täglich 400 Personen, die als Flüchtlinge nach Österreich gekommen sind, so der Landespolizeidirektor des Burgenlands.
11:39
«Wurden die Leichen bereits identifiziert?»
Dazu möchte der Polizeisprecher keine grosse Auskunft geben: Man warte jetzt auch darauf, dass sich Angehörige bei der Polizei melden. Dazu werde eine Hotline eingerichtet.
11:35
«Haben sich die Täter bereits geäussert?»
Der Polizeisprecher weicht ab: Man arbeite sehr eng mit den ungarischen Kollegen zusammen, die die Schlepper festgenommen hatten. Man warte jetzt darauf, dass die Verhafteten nach Österreich ausgeliefert werden.
11:34
«Können Sie etwas zur Route des LKWs sagen»?
Polizeisprecher: «Das Fahrzeug startete am Mittwoch Morgen in der Nähe von Budapest. Am Donnerstagmorgen wurde der LKW auf der Ostautobahn bei Parnsdorf entdeckt. Das Fahrzeug stand wohl seit 24 Stunden auf dem Pannenstreifen, bevor es entdeckt wurde.»
11:32
Details zu den Verhafteten
«Können Sie Details zu den Verhafteten geben», fragt eine Journalistin. Die Ermittlungen würden sich im Wesentlichen auf die drei bereits in Haft genommenen Personen, so der Polizeisprecher. Einer der Festgenommenen habe mit ziemlicher Sicherheit das Fahrzeug gelenkt.
11:28
Jetzt können die Journalisten Fragen stellen
Ein Journalist will wissen, ob die Polizei bereits Auskunft zur Todesursache geben könnte. Es spreche einiges dafür, dass die Menschen in dem LKW erstickt seien, so der Landespolizeidirektor. Die Ladefläche des LKWs hätte keine Luftzufuhr gehabt.
11:28
Danksagung an die Polizei
Mikl-Leitner lobt die Arbeit der Polizei nach der schrecklichen Katastrophe. Es sei ihr ein Herzensanliegen, dem gesamten Team der Polizei und der Staatsanwaltschaft einen Dank auszusprechen. Die Arbeit sei beileibe nicht einfach, es herrsche grosse Betroffenheit bei allen Beteiligten, so Mikl-Leitner.
11:25
Mit null Toleranz gegen Schlepper
Johanna Mikl-Leitner, die österreichische Innenministerin ist nun am Mikrofon: Sie verurteilt – wie gestern schon – die Schlepper als Kriminelle. «Das sind nicht einfach Fluchthelfer, das sind Kriminelle», so die Innenministerin. Man müsse mit aller Härte und mit null Toleranz gegen Schlepper vorgehen. Dabei seien europaweite Lösungen gefragt.
epa04825440 Interior Minister of Austria Johanna Mikl-Leitner speaks during a joint press conference, held with his Hungarian and Serbian counterpart Sandor Pinter and Nebojsa Stefanovic, after they signed a document on the necessary actions to solve the countires' common refugee crisis in the building of the Hungarian Interior Ministry in Budapest, Hungary, 30 June 2015.  EPA/JANOS MARJAI HUNGARY OUT
11:22
Vier weitere Personen zur Verhaftung ausgeschrieben
Jetzt spricht der Staatsanwalt: Neben den bereits durchgeführten Festnahmen seien auch vier Personen zur Verhaftung ausgeschrieben worden. Die Verhafteten befinden sich in Gewahrsam der ungarischen Polizei. Es ist also anzunehmen, dass die Festnahmen in Ungarn durchgeführt wurden.
11:20
Drei Verhaftungen vorgenommen
Weiter gibt der Polizeidirektor bekannt, dass drei Verhaftungen durchgeführt worden seien. Die Festgenommenen stammten aus Ungarn und Bulgarien.
11:18
Opfer wahrscheinlich Syrer
Der Landespolizeidirektor des Burgenlands gibt Details über die Opfer bekannt: Es handle sich in der Tat um Flüchtlinge, vor Ort gefundene Dokumente wiesen darauf hin, dass es Syrer seien. 49 Männer, acht Frauen und vier Kinder, darunter zwei Kleinkinder, sind im LKW ums Leben gekommen.
11:15
Innenministerin vor Ort
An der Pressekonferenz werden die Innenministerin, der Landespolizeidirektor und ein Sprecher der Staatsanwaltschaft die Medien informieren.
11:08
Bestätigung: 71 Opfer und Verhaftungen durchgeführt
Ein Reporter des ORF meldet, dass inzwischen zwei Informationen bestätigt seien: 1. In dem Kühlwagen fanden 71 Menschen den Tod. 2. Die Polizei führte Verhaftungen durch.
11:03
Pressekonferenz beginnt um 11.15 Uhr
Der Beginn der Pressekonferenz wurde nach hinten verschoben. Um 11.15 Uhr wird die Polizei informieren. In der Landespolizeidirektion Burgenland in Eisenstadt sind offenbar zahlreiche Journalisten anwesend.
11:00
Pressekonferenz in Kürze
In Kürze beginnt die Pressekonferenz in der Landespolizeidirektion Burgenland. Sie soll Antworten liefern auf die drängendsten Fragen zum Flüchtlingsdrama auf einer österreichischen Autobahn.
10:26
Sieben Festnahmen in Ungarn
Sieben Personen sollen im Zusammenhang mit dem Flüchtlingsdrama auf der österreichischen Autobahn gefasst worden sein, das meldet die Kronenzeitung. Demnach wurden alle Festnahmen in Ungarn durchgeführt. Die österreichische Polizei hatte gestern angekündigt, mit ihren ungarischen Amtskollegen zusammenzuarbeiten, um die Verantwortlichen so schnell wie möglich zu fassen.
10:17
Kein schleppertypischer LKW
Drei Personen sollen während der grossangelegten Polizeiaktion verhaftet worden sein, mindestens einer von ihnen in Ungarn. Die Polizei bezeichnet den Kühlwagen derweil als keinen schleppertypischen LKW
Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Lastwagen am frühen Mittwochmorgen in Budapest losgefahren sein, in der folgenden Nacht soll dann der Grenzübertritt erfolgt sein. Am Donnerstag in den frühen Morgenstunden wurde der LKW dann von Strassenarbeiter auf einem Pannenstreifen entdeckt. Bei dem Fahrzeug handelt es sich laut Polizei um «keinen schleppertypischen LKW». Das berichtet die Kronenzeitung.
10:06
Offenbar mehrere Schlepper gefasst
Über die Zahl der Festgenommenen besteht noch Unklarheit: Anfänglich berichteten die meisten österreichischen Medien, dass ein einzelner Schlepper verhaftet wurde, wahrscheinlich der Fahrer des LKWs. Mittlerweile ist die Rede von mehreren Schleppern, die gefasst wurden.
10:02
Hintermänner in Rumänien vermutet
Unbestätigten Medienberichten zufolge wurde der Schlepper in Ungarn gefasst. Die Hintermänner der Schlepperorganisation werden gemäss Krone aber nach wie vor in Rumänien vermutet.
10:00
Pressekonferenz
Um 11 Uhr hat die Landespolizei Burgenland zu einer Pressekonferenz eingeladen. Dort sollen exakte Angaben zur Zahl der Opfer und zu den Ermittlungen gegen den mutmasslichen Schlepper gemacht werden.

In dem in Österreich geparkten Schlepper-LKW sind nach Regierungsangaben mehr Flüchtlinge zu Tode gekommen als zunächst erwartet. Die Ermittler hätten im Fahrzeug mehr als 70 Leichen geborgen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Freitag.

Die Tageszeitung «Krone» hatte zuvor auf ihrer Internetseite berichtet, es handle sich um 71 Tote. Diese Zahl sei nicht ganz korrekt, sagte der Sprecher. Exakte Angaben will die Polizei bei einer für 11 Uhr geplanten Medienkonferenz machen.

Gemäss unbestätigten Meldungen hat die Polizei den Schlepper gefasst. Oe24 berichtet, dass die Spur der Ermittler nach Ungarn geführt hätte. Um 11 Uhr ist eine Pressekonferenz in der Landespolizeidirektion Burgenland geplant.

In der Nacht zum Freitag waren die Leichen aus dem verlassenen Lastwagen geborgen worden. Anschliessend wurden sie laut Angaben der Landespolizei des Burgenlands in die Gerichtsmedizin Wien gebracht.

Untersucht wird, woran die Menschen gestorben sind. Unklar ist nach wie vor, woher sie stammten und wann sie gestorben sind.

Schlepper wohl nicht mehr in Österreich

Mitarbeiter des Autobahn-Streckendienstes hatten den 7.5 Tonnen schweren LKW am Donnerstag im Autobahnabschnitt bei Parndorf 50 Kilometer südöstlich von Wien entdeckt. Aus dem Laderaum quoll laut offiziellen Angaben Verwesungsflüssigkeit. Die Behörden gingen zunächst von 20 bis 50 Toten aus.

Unter der Führung eines Krisenstabs fahndeten österreichische und ungarische Beamte zudem nach den verschwundenen Schleppern. Die Behörden gingen zuletzt davon aus, dass sich diese nicht mehr in Österreich aufhalten.

Im an Ungarn grenzenden Burgenland wurden allein in den vergangenen beiden Tagen hunderte Flüchtlinge aufgegriffen, sagte der Chef der Landespolizei Hans Peter Doskozil. In den kommenden Tagen sei wegen der nahenden Fertigstellung des ungarischen Grenzzauns zudem mit einer Verschärfung der Schlepperproblematik zu rechnen. Österreich verzeichnete zuletzt stark gestiegene Flüchtlingszahlen. (wst/sda/dpa/apa/reu)

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