International
Migration

Deutscher Innenminister beklagt wachsende Gewalt gegen Flüchtlinge

Deutscher Innenminister beklagt wachsende Gewalt gegen Flüchtlinge

09.10.2015, 06:3809.10.2015, 06:38

Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière hat eine wachsende Gewalt gegen Flüchtlinge beklagt. Die fremdenfeindlichen Übergriffe hätten markant zugenommen, sagte der Politiker in einem Interview.

«Insgesamt gab es in diesem Jahr bereits mehr als 490 Straftaten gegen Asylbewerberunterkünfte», sagte de Maizière den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Zwei Drittel der Tatverdächtigen seien «Bürger aus der Region, die sich bisher nichts zu Schulden kommen liessen».

Ein geplantes Flüchtlingsheim im deutschen Bischhagen am 3. Oktober.
Ein geplantes Flüchtlingsheim im deutschen Bischhagen am 3. Oktober.
Bild: EPA/DPA / Wichmann TV

Der Politiker sagte weiter: «Ich finde diesen Zuwachs an Menschen, die Gewalt anwenden, besorgniserregend.» De Maizière zufolge wird die Gewalt gegen Asylbewerber begleitet von «Hassmails, von Beleidigungen, von einer Gossensprache». Er ergänzt: «Wir müssen darum kämpfen, dass man bestimmte Dinge einfach nicht sagt und tut.»

Ausserdem sage de Maizière, dass sich bisher keine Hinweise bewahrheitet hätten, wonach Terroristen unter den Flüchtlingen nach Deutschland gekommen seien. Nachrichtendienste aus dem Ausland hätten solche Hinweise geliefert. «Wir nehmen all diese Hinweise ernst und gehen ihnen nach», sagte der Innenminister.

(sda/reu/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5
«Achtung, sie greifen an!»: Wie der G7-Protest plötzlich eskalierte
Rund 20'000 Menschen demonstrierten an diesem Sonntag in Genf gegen den G7-Gipfel. Während die Mehrheit der Demonstrierenden friedlich blieb, gewann eine Minderheit nach und nach die Oberhand und verwandelte das Ende des Tages in eine angespannte Konfrontation mit der Polizei. Eine Reportage.
Eigentlich hatte alles gut begonnen. Am Sonntagnachmittag um 14 Uhr herrscht im Park de la Perle beim Genfersee eine festliche Stimmung. Mehrere tausend Menschen sind ans rechte Seeufer gekommen, um an der von der No-G7-Koalition organisierten Demonstration gegen den Gipfel teilzunehmen. Familien sind mit ihren Kindern, Hunden und Kinderwagen erschienen. Palästinensische Fahnen wehen über der Menge. Sprechchöre hallen durch die Luft, die Atmosphäre ist ausgelassen und friedlich.
Zur Story