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epaselect epa04917129 Refugees cheer as they arrive at the main train station in Munich, Germany, 06 September 2015. Thousands more exhausted refugees were setting foot in Germany for the second day 06 September after enduring grueling journeys across Hungary and Austria. Many of the refugees are fleeing war-torn countries such as Syria and Afghanistan, and thus qualify for international protection, but EU countries disagree on how to best handle the surge.  EPA/SVEN HOPPE

Kamen vornehmlich in Zügen: Übers Wochenende erreichten 20'000 Migranten München.
Bild: EPA/DPA

Weitere 10'000 Flüchtlinge kommen in München an – Oberbürgermeister: «Wir stossen an unsere Grenzen»



Die Münchner Behörden rechnen damit, dass heute Montag erneut rund 10'000 Flüchtlinge in der Stadt eintreffen. Oberbürgermeister Reiter warnt davor, die Behörden und die freiwilligen Helfer stiessen an ihre Grenze und fordert eine bessere Verteilung der Schutzsuchenden.

Von Samstag bis Montagmorgen waren bereits 20'000 Migranten in der Stadt eingetroffen. Viele von ihnen reisten bereits in andere Bundesländer weiter. Der Sprecher von Finanzminister Wolfgang Schäuble lässt sich wie folgt zitieren: «Alles was getan werden muss, wird auch finanziert werden.»

Griechenland will handeln

Die griechische Regierung will die Situation auf der Insel Lesbos, wo sich zwischen 12'000 und 18'000 Flüchtlinge aufhalten sollen, entschärfen. 12'000 Flüchtlinge sollen in den nächsten fünf Tagen mit Fähren aufs Festland nach Athen gebracht werden. Zudem will man weitere Schiffe als provisorische Unterkünfte herrichten. (tat)

Wie die Münchner Tageszeitung «tz» schreibt, rechnet Bundeskanzlerin Merkel für das kommende Jahr mit Gesamtkosten von 10 Milliarden Euro für die Bewältigung der Flüchtlingskrise.

Orban und die Döner-Buden

Münchens Regierungspräsident Hillenbrand fordert, dass auch in Leipzig ein Drehkreuz eingerichtet werden soll. Oberbürgermeister Reiter hatte zuvor gesagt, man wolle mit Österreich vereinbaren, dass keine weiteren Züge nach München geleitet würden.

Auch Ungarns Ministerpräsident Orban, der in der Migrationsfrage eine harte Linie verfolgt, hat sich erneut zu Wort gemeldet. Niemand könne erwarten, dass Ungarn sich ändere. Orban sprach sich weiter gegen eine Änderung der «kulturellen und ethnischen Zusammensetzung» seines Landes aus. Die Politik seines Kabinetts beruhe aber nicht auf einer nicht-muslimischen Haltung. Man freue sich darüber, dass es in Budapest Döner-Buden gebe.

Lage in Ungarn entspannt sich

Nach dem Grenzübertritt von Tausenden Flüchtlingen aus Ungarn nach Österreich am Wochenende hat sich die Lage nach Polizeiangaben vorerst beruhigt. In der Nacht seien noch etwa 280 Menschen aus Ungarn gekommen, sagte ein Sprecher am Montag im österreichischen Eisenstadt.

Die Erstversorgungsstellen, in denen zuvor Tausende Menschen im Grenzgebiet aufgenommen worden waren, seien praktisch leer. Im Laufe des Tages erwartete die Polizei etwa 400 Menschen aus Ungarn. Die Einsatzkräfte seien jedoch bereit, falls die Zahlen wieder stark steigen sollten. Wahrscheinlich sei die Beruhigung der Lage nur vorübergehend, hiess es. (tat/sda/dpa)

Wie die Flüchtlinge in München ankamen – ein Zeitraffer-Video

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YouTube/BBC News

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