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Drama an mazedonischer Grenze: Gestrandete Flüchtlinge nähen sich die Lippen zu 



Hunderte Flüchtlinge haben mit spektakulären Protesten auf ihre Abweisung an der griechisch-mazedonischen Grenze bei Gevgelija reagiert. Einige nähten sich den Mund zu, während sich andere Männer mit nackten Oberkörpern in der Kälte präsentierten.

epaselect epa05038285 A migrant stitches the lips of a fellow migrant from Iran in an act of protest against restrictions imposed by Balkan countries on the movement of migrants near Gevegelija, The Former Yugoslav Republic of Macedonia, 23 November 2015. Macedonia, Serbia, Croatia and Slovenia on 19 November stopped entry to all economic migrants, allowing only refugees from war-torn Syria, Iraq and Afghanistan to pass. Migrants barred from crossing the border line have been protesting for four days.  EPA/GEORGI LICOVSKI

Zu allem bereit: Dieser Mann lässt isch aus Protest die Lippen zunähen.
Bild: GEORGI LICOVSKI/EPA/KEYSTONE

Das beobachtete ein Reporter der Fotoagentur epa. Mazedonien lässt seit mehreren Tagen nur mehr noch Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan ins Land. Die anderen Asylsuchenden werden an der Grenze pauschal abgewiesen.

Das Balkanland ist nach Griechenland das erste europäische Transitland für die Flüchtlinge auf ihrem Weg in die Mitte Europas. Die meisten von ihnen kommen in Schlauchbooten aus der Türkei und landen nach einer oft lebensgefährlichen Überfahrt auf griechischen Inseln in der Ostägäis. Von dort begeben sie sich zur mazedonischen Grenze.

A stranded Bangladeshi migrant with slogans painted on his body protests at the border between Greece and Macedonia near the Greek village of Idomeni November 23, 2015.  Moroccans, Iranians and Pakistanis on Greece’s northern border with Macedonia blocked rail traffic and demanded passage to western Europe on Monday, stranded by a policy of filtering migrants in the Balkans that has raised human rights concerns. One Iranian man, declaring a hunger strike, stripped to the waist, sewed his lips together with nylon and sat down in front of lines of Macedonian riot police.   REUTERS/Yannis Behrakis

Dieser Mann würde lieber sterben, als nach Bangladesch zurückzukehren. 
Bild: YANNIS BEHRAKIS/REUTERS

Flüchtlinge aus Pakistan, Bangladesch, dem Iran und Afrika kommen aber nun von dort nicht weiter. Tausende von ihnen sind inzwischen in einem Auffanglager bei Idomeni auf der griechischen Seite der Grenze gestrandet, wie Aktivisten berichteten. Manche versuchen, ihre Reise mit Hilfe von Schleppern fortzusetzen. (sda/dpa/cma)

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    Alle Leser-Kommentare
  • ferox77 24.11.2015 09:52
    Highlight Highlight "Das Balkanland ist nach Griechenland das erste europäische Transitland für die Flüchtlinge auf ihrem Weg in die Mitte Europas"

    Konkret: Das Balkanland ist nach Griechenland das erste europäische Transitland für die angeblichen Flüchtlinge auf ihrem Weg in die Sozialsysteme Mitteleuropas.
  • Wilhelm Dingo 23.11.2015 20:41
    Highlight Highlight Kann / will Europa alle Armen der Welt aufnehmen? Weder die USA, Kanada noch ein anderer Staat tut das...
  • AdiB 23.11.2015 18:21
    Highlight Highlight kann ich nachvollziehen das man pakistanis, inder und iraner nicht rein lässt. schaut euch nur mal wie hoch das armeeebudget dieser länder ist das sind milliarden jährlich und wie viel für sozialsysteme und bildung ausgegeben wird. das sind reiche länder mit armer bevölkerung. es liegt an der bevölkerung dort den umschwung zu machen.
  • pun 23.11.2015 15:27
    Highlight Highlight Die nächste unmenschliche Schweinerei an Europas Aussengrenzen! Genau das will doch Daesh, um mehr Kanonenfutter anziehen zu können!
    • Jonasn 23.11.2015 16:30
      Highlight Highlight Es ist noch nicht einmal eine Aussengrenze, sondern die Grenze zwischen Griechen Land und Mazedonien. Eine EU interne Grenze. Aber die Mazedonien haben genau wie die Serben und Slowenen dichtgemacht für alle ausser Syrer, iraker und Afghanen. Und bei vielen Afghanen erkennen Sie einfach die Papiere nicht an und lassen Säue auch nicht durch
    • Kamy 23.11.2015 16:54
      Highlight Highlight Echt unverständlich wieso die sich die Lippen zunähen.. macht das Verhandeln sicher nicht einfacher.
    • Zuki 23.11.2015 18:34
      Highlight Highlight @Jonasn Es ist schon eine EU Aussengrenze. Einfach der umgekehrte Weg. Sie wollen aus der EU (Griechenland) in Mazedonien die EU verlassen nach Mazedonien und durch Serbien weiter in Kroatien wieder die EU betreten.
    Weitere Antworten anzeigen

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