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Zuschauer pöbelt wegen Nahost-Krieg gegen Radiohead-Sänger Thom Yorke

Zuschauer pöbelt wegen Nahost-Krieg gegen Radiohead-Sänger – dieser stürmt von der Bühne

31.10.2024, 14:48
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Thom Yorke, Frontmann der britischen Rockband Radiohead, hat bei einem Solo-Konzert im australischen Melbourne einen Zwischenrufer zur Rede gestellt – und anschliessend wütend die Bühne verlassen.

: Thom Yorke of the group The Smile during the Tour Summer 2024, 24 June 2024, Auditorium Parco della Musica, Rome, Italy. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAp169 20240624_zea_p169_390 Copyright: x ...
Sänger Thom Yorke bei einem Konzert im Juni.Bild: www.imago-images.de

Der Zuschauer hatte in der Sidney Myer Music Bowl laustark Yorke dafür kritisiert, dass er sich nicht öffentlich zum Gaza-Konflikt positioniere. Der Sänger (56) forderte den Mann daraufhin auf, sich nicht wie ein «Feigling» zu verstecken und sich öffentlich auf der Bühne zu äussern.

«Komm auf die verdammte Bühne und sag, was du zu sagen hast», rief der sichtlich verärgerte Künstler ins Publikum. «Willst du allen den Abend vermiesen?» Als der Störer aber nicht kam und stattdessen weiter dazwischenrief, legte Yorke seine Gitarre ab. «Ok, mach nur, bis später dann», erklärte er und verliess unter enttäuschten Rufen der Fans die Bühne.

Der Zwischenfall im Video:

Video: twitter/ZaffranRiver

Einige Minuten später kam Yorke aber zurück und spielte unter dem Jubel des Publikums sein letztes Lied des Abends: «Karma Police» von Radiohead. Ein Video des Zwischenfalls ging im Internet viral.

Schon früher Kritik wegen Auftritten in Israel

Nach zwei Auftritten in Melbourne spielt Yorke ab Freitag zwei Konzerte vor dem Sydney Opera House. Anschliessend geht es weiter nach Singapur und Japan.

Die 1985 in Oxford gegründete Rockband Radiohead ist bekannt für soziale und politische Texte. Unter anderem bezog Yorke auch schon zu Tibets politischem Kampf gegen China Position und spielte Konzerte, bei denen die tibetische Flagge über seinem Klavier hing.

Bereits in der Vergangenheit musste die Band Auftritte in Israel verteidigen. 2017 schrieb Yorke nach öffentlicher Kritik in einem Tweet: «In einem Land zu spielen ist nicht dasselbe, wie dessen Regierung zu unterstützen.» Er fügte hinzu: «Wir unterstützen (den israelischen Ministerpräsidenten) Netanjahu genauso wenig wie Trump, aber wir spielen trotzdem in Amerika.» (dab/sda/dpa)

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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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So oder so
31.10.2024 15:00registriert Januar 2020
«Wir unterstützen Netanjahu genauso wenig wie Trump, aber wir spielen trotzdem in Amerika.»

Bravo , genau so ist es.
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Gen X
31.10.2024 15:37registriert August 2023
Es gibt Künstler*innen, die äussern sich zu Problemen dieser Welt. Das ist ihr gutes Recht und niemand kann etwas dagegen sagen, auch wenn man mit der Meinung übereinstimmt.
Andere wiederum halten sich raus und sagen nicht. Auch hier gipt: es ist deren Recht und niemand hat etwas dagegen zu sagen.
Aber zu verlangen, dass Künstler*innen zu Problemen Stellung nehmen, ist anmassend.
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Die - Vladi!
31.10.2024 15:53registriert Oktober 2024
Einmal mehr ein trauriges Beispiel dafür, dass sich eine Menge von einzelnen tumben Schreihälsen die "Agenda" diktieren lassen muss. Nur weiter so, das kommt sicher gut...
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