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epa04854329 Yemenis inspect the scene of an airstrike allegedly carried out by the Saudi-led coalition targeting a marketplace in Sana'a, Yemen, 20 July 2015. The Saudi-led coalition warplanes targeted at early morning a marketplace and a school, killing at least two people and wounding more than 12 others. In late March, Saudi Arabia and fellow Sunni partners started an air campaign in Yemen against the Houthis and allied military units after the rebel groups forced Yemeni President Abdo Rabbo Mansour Hadi to flee the country.  EPA/YAHYA ARHAB

Der Angriff auf Mocha ist das schwerste Bombardement seit dem Beginn der Luftschläge Ende März. Bild: YAHYA ARHAB/EPA/KEYSTONE

Mehr als 140 Tote bei schwerem Luftschlag im Jemen



Ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis hat im Jemen eine Feuerpause angekündigt. Vor deren Beginn flog das Bündnis allerdings die bislang tödlichsten Luftangriffe auf den Jemen.

Mindestens 141 Menschen wurden bei den etwa elf Bombardements am Samstag auf die Hafenstadt Mocha im Süden Jemens getötet, wie lokale medizinische Helfer und Rettungskräfte am Sonntag berichteten. Zudem gebe es weitere 200 Verletzte.

Ausser einem Elektrizitätswerk wurden auch Wohngegenden getroffen. Deshalb seien unter den Opfern vor allem Zivilisten – unter ihnen Frauen und Kinder, sagten die Helfer. Wegen des kritischen Zustandes vieler Verletzter werde mit einer steigenden Zahl von Todesopfern gerechnet.

Der Angriff auf Mocha ist das schwerste Bombardement seit dem Beginn der Luftschläge Ende März. Im Bürgerkriegsland Jemen kämpfen seit mehreren Monaten schiitische Huthis mit ihren Verbündeten gegen Anhänger des sunnitischen Exilpräsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi, der Ende März nach Riad floh.

Einige Beobachter werten die vom saudischen Bündnis am Samstag einseitig angekündigte humanitäre Feuerpause als Versuch, von dem verheerenden Ausmass des Angriffs auf Mocha abzulenken.

Fünf Tage Feuerpause

Die Koalition will am Sonntag eine Minute vor Mitternacht (22.59 Uhr MESZ) die Bombardierung des Jemens für fünf Tage einstellen, um humanitäre Hilfe in dem zerrütteten Land zuzulassen. Jemens geflüchteter Präsident soll um die Waffenruhe gebeten haben.

Die schiitischen Huthi-Rebellen lehnen die Waffenruhe allerdings ab, wie der schiitische Rebellenchef Abdel Malek al-Huthi am Sonntag über den Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. Die Waffenruhe sei vom «saudiarabischen Aggressor» verlangt worden, der eine Pause nur wolle, um noch mehr Kämpfer in der südlichen Stadt Aden mobilisieren zu können.

epa04854331 Yemenis inspect the scene of an airstrike allegedly carried out by the Saudi-led coalition targeting a marketplace in Sana'a, Yemen, 20 July 2015. The Saudi-led coalition warplanes targeted at early morning a marketplace and a school, killing at least two people and wounding more than 12 others. In late March, Saudi Arabia and fellow Sunni partners started an air campaign in Yemen against the Houthis and allied military units after the rebel groups forced Yemeni President Abdo Rabbo Mansour Hadi to flee the country.  EPA/YAHYA ARHAB

Die Luftschläge sind verheerend. Bild: YAHYA ARHAB/EPA/KEYSTONE

Das Militärbündnis hatte zuvor betont, einseitige Angriffe vonseiten der Huthis während dieser Zeit würden «beantwortet». Erst vor zwei Wochen scheiterte eine von den Vereinten Nationen vermittelte Feuerpause – Bombardements und Gefechte gingen fast unvermindert weiter.

Die Jemen-Expertin Samaa Al-Hamdani sagte dem Nachrichtensender Al-Dschasira, ein Erfolg der Waffenruhe sei nach den Erfahrungen der Vergangenheit ihrer Meinung nach unwahrscheinlich.

Laut UNO gab es bisher 3000 Tote

Durch die Kämpfe und Luftangriffe im bitterarmen Jemen steht das Land seit Wochen vor dem Kollaps. Nahrung, Medizin und Treibstoff sind knapp. Erste Seuchen breiten sich aus.

Seit März sind nach UNO-Angaben mehr als 3000 Menschen wegen des Konflikts gestorben – über die Hälfte von ihnen waren Zivilisten. Die vielen Toten der vergangenen Tage sind in diesen Zahlen nicht eingerechnet.

Am Sonntag schlugen auch im Grossraum Sanaa erneut Bomben des Militärbündnisses ein. Ziel waren Anwohnern zufolge Huthi-Stützpunkte bei und in der jemenitischen Hauptstadt.

Zuletzt hatten die Rebellen im Süden des Landes mit dem Verlust der zweitgrössten Stadt Aden eine schwere Niederlage einstecken müssen. Trotzdem kontrollieren sie noch immer weiter Teile des Landes. (lhr/sda/dpa/afp)

Machtkampf im Jemen

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Machtkampf im Jemen
quelle: x80002 / stringer
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