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47 Tote bei Luftangriff auf Schulbus im Jemen – darunter viele Kinder



Bei einem verheerenden Luftangriff auf einen Schulbus im Jemen sind mindestens 47 Menschen getötet worden, die meisten davon Kinder und Teenager. Bei dem Massaker wurden am Donnerstag zudem mehr als 60 weitere Menschen verletzt.

Das sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Jussef al-Hadri, der Nachrichtenagentur DPA. Das Ministerium, das von schiitischen Huthi-Rebellen geführt wird, macht das von Saudi-Arabien geführte Militärbündnis für den Angriff nördlich der Hauptstadt Sanaa verantwortlich. Die Allianz hat die Lufthoheit über dem Bürgerkriegsland und hat in der Vergangenheit bereits Hochzeiten und Trauerfeiern angegriffen.

Das Militärbündnis übernahm die Verantwortung für den Luftangriff. In einer von der saudiarabischen Nachrichtenagentur SPA veröffentlichten Stellungnahme sprach es von einem «legitimen Militäreinsatz».

Es handle sich um die Vergeltung für einen Raketenangriff der jemenitischen Rebellen auf die saudiarabische Stadt Dschisan am Vortag, hiess es. Dabei seien ein Mensch getötet und weitere verletzt worden. Seit mehr als drei Jahren bombardiert die Koalition Stellungen der Huthi-Rebellen und tötete dabei Tausende Menschen, darunter viele Zivilisten.

Einer der schwersten Angriffe

Seit der Eskalation des Konfliktes 2015 sind insgesamt mehr als 10'000 Menschen getötet worden, darunter Tausende Zivilisten. Der Angriff am Donnerstag ist einer der schwersten auf unbeteiligte Menschen in dem Bürgerkrieg.

Anwohner berichteten, der Bus habe Kinder in eine Sommerschule nahe dem Ort Dahjan fahren sollen, als er getroffen wurde. Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes sprach in einem Tweet von Dutzenden Toten sowie Verletzten, die in einem Krankenhaus behandelt würden.

Bilder, die im Internet kursierten, zeigten verkohlte und verstümmelten Kinderleichen in einem Krankenhaus; teilweise sind sie noch an den Tropf angeschlossen. Auf Videos sind herzzerreissende Schreie von Verletzten zu hören. Blutüberströmt und mit Staub in den Haaren wird ein kleiner Junge auf eine Liege gehoben. Seinen blauen Schulranzen trägt er noch auf dem Rücken. Die Bilder konnten zunächst nicht auf Echtheit überprüfen.

Keinen Zugang zu Versorgung

Auch wegen der Luftangriffe bezeichnen die Vereinten Nationen den Konflikt als schwerste humanitäre Krise der Gegenwart. Infrastruktur und Versorgungseinrichtungen sind vielerorts zerstört. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO hat mehr als die Hälfte der 28 Millionen Jemeniten keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Mehr als 22 Millionen sind nach Uno-Angaben auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Die Ort des Angriffs, die Provinz Saada im Norden des Jemen, ist das Stammland der Huthi-Rebellen, die das Land 2014 zu weiten Teilen eroberten. Bis heute kontrollieren sie vor allem den Norden des Landes und die Hauptstadt Sanaa.

Erst vor einer Woche hatte der Uno-Sondergesandte für den Jemen, Martin Griffiths, die ersten Friedensgesprächen seit zwei Jahren angekündigt. Er wolle die Konfliktparteien zum 6. September nach Genf einladen.

Doch tobt der Krieg weiter: Erst am Freitag hatte ein Bombardement nahe eines Krankenhauses in der strategisch wichtigen Hafenstadt Hudaidah mehr als 50 Menschen getötet. Am Donnerstag gab es zudem mindestens fünf weitere Luftangriffe auf Sanaa. (sda/dpa)

Fast 18 Mio. Menschen in Jemen haben nicht genügend Essen

Video: srf/SDA SRF

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