International
Naher Osten

Gaza: Einziges Kraftwerk vorübergehend abgeschaltet

«Katastrophale Situation» in Gaza – einziges Kraftwerk vorübergehend abgeschaltet

06.08.2022, 14:4406.08.2022, 17:05

Das einzige Kraftwerk im Gazastreifen ist nach palästinensischen Angaben wegen Treibstoffmangels vorübergehend abgeschaltet worden. Die Stromgesellschaft in Gaza teilte mit:

«Aufgrund der gegenwärtigen Umstände und dem fehlenden Treibstoff wurde das Kraftwerk abgeschaltet.»

Die Stromversorgung in dem Palästinensergebiet werde deshalb auf vier Stunden reduziert – bisher waren es zwölf. Aus Angst vor Angriffen nach der Festnahme eines militanten Palästinenserführers hatte Israel die Einfuhr von Treibstoff in das Gebiet am Montag gestoppt.

epa10108357 (FILE) - A general view of the power plant that generates electricity in central Gaza Strip, 18 August 2020 (reissued 06 August 2022). A statement from Gaza's electricity distribution ...
Das Kraftwerk in Gaza, Aufnahme von 2020.Bild: keystone

Ein Beamter der Stromgesellschaft teilte mit, die Abschaltung des Kraftwerks führe zu einer «katastrophalen Situation» im Gazastreifen. Das Gebiet habe schon zuvor unter zu geringen Strommengen gelitten. Demnach seien täglich rund 550 Megawatt Strom notwendig, um die Bedürfnisse der rund zwei Millionen Einwohner abzudecken. Zuletzt seien jedoch nur 180 Megawatt verfügbar gewesen.

Aus palästinensischen Sicherheitsquellen hiess es, dass Israel ursprünglich den Grenzübergang für die Einfuhr begrenzter Mengen an Treibstoff wieder öffnen wollte, die Entscheidung aber in letzter Minute zurücknahm. Vorangegangen seien demnach Vermittlungsversuche.

Israels Streitkräfte hatten am Freitag eine grossangelegte Militäraktion gegen die extremistische Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad (PIJ) im Gazastreifen begonnen. Bei Luftangriffen wurden palästinensischen Angaben zufolge mindestens 13 Menschen getötet, darunter der Militärchef Taisir al-Dschabari. Militante Palästinenser reagierten mit Raketenbeschuss auf Israel.

Israel hatte 2007 eine Blockade des Gazastreifens verschärft, die inzwischen von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen die Massnahme mit Sicherheitserwägungen.

(yam/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Um Sarah Ferguson steht es schlecht: Ex von Andrew ist angeblich obdachlos
Der Skandal um Ex-Prinz Andrew erschüttert weiterhin das britische Königshaus. Seine ehemalige Frau Sarah Ferguson ist seit seiner Festnahme abgetaucht, nun gibt es Neuigkeiten zu ihrem Aufenthaltsort.
Das britische Königshaus steht seit Jahren immer wieder wegen Verbindungen zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein unter Druck. Die Festnahme von Andrew bildete den zwischenzeitlichen Tiefpunkt. Der Ex-Prinz steht unter Verdacht, vertrauliche Informationen an den verurteilten Sexualstraftäter Epstein weitergeleitet zu haben.
Zur Story