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Nordkorea

Südkorea dreht Nordkorea einen wichtigen Geldhahn zu und die Propaganda-Lautsprecher auf

Südkorea dreht Nordkorea einen wichtigen Geldhahn zu und die Propaganda-Lautsprecher auf

10.02.2016, 11:2610.02.2016, 11:30

Südkorea will sich nach dem nordkoreanischen Raketenstart aus dem von beiden Staaten betriebenen Industriepark Kaesong zurückziehen. Damit soll der Norden von einer wichtigen Geldquelle für seine Raketen- und Atomwaffenprogramme abgeschnitten werden.

Die Regierung in Pjöngjang sei bereits über das Vorhaben informiert, sagte der für die Wiedervereinigung zuständige Minister Hong Yong Pyo am Mittwoch.

124 südkoreanische Firmen

Der Industriepark liegt in Nordkorea an der Grenze zum Süden und ist eines der wenigen Projekte, in dem die beiden verfeindeten koreanischen Staaten zusammenarbeiten. 

124 südkoreanische Firmen beschäftigen in dem Park fast 55'000 Nordkoreaner.
124 südkoreanische Firmen beschäftigen in dem Park fast 55'000 Nordkoreaner.
Bild: Lee Jin-man/AP/KEYSTONE

Für das verarmte Nordkorea ist Kaesong eine wichtige Einnahmequelle, allein im vergangenen Jahr flossen nach Angaben des Ministers umgerechnet ungefähr 100 Millionen Franken an Gehältern und Gebühren.

Nordkorea

Nordkorea hatte am Sonntag die internationale Gemeinschaft mit dem Start einer Langstreckenrakete alarmiert. Das wird in Verbindung mit den Atomtests als weiterer Versuch Nordkoreas bewertet, atomar bestückbare Langstreckenraketen zu entwickeln, mit denen neben den Staaten der Region selbst Teile der USA bedroht werden können.

Propaganda-Beschallung intensiviert

Daraufhin verstärkte Südkorea die Propaganda-Beschallung des Nachbarlandes. Es seien weitere Lautsprecher an der Grenze aufgebaut worden, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul am Mittwoch mit.

Südkorea baut an der Grenze weitere Lautsprecher auf.
Südkorea baut an der Grenze weitere Lautsprecher auf.
Bild: YONHAP/EPA/KEYSTONE

Zudem werde der Norden länger als bisher mit lauter Musik, Nachrichten und Propaganda-Botschaften beschallt. Berichten zufolge erfolgt dies nun sechs Stunden pro Tag.

Südkorea hatte die Propaganda-Beschallung im Januar wieder aufgenommen, als Reaktion auf den nordkoreanischen Atomtest. Dieser wurde international ebenso verurteilt wie der Raketenstart am Sonntag. (whr/sda/reu/afp)

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