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Kim Jong Un ist wieder da – sagt Nordkorea



Nach rund dreiwöchiger Abwesenheit hat sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un laut Medienberichten wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. Kim habe an einer Zeremonie zur Fertigstellung einer Düngemittelfabrik in der Provinz Pyongan teilgenommen.

FILE - In this undated file photo provided by the North Korean government on April 12, 2020, North Korean leader Kim Jong Un inspects an air defense unit in the western area, of North Korea. North Korean state media says on Saturday, May 2, 2020, Kim has made his first public appearance in several weeks amid rumors about his health. (Korean Central News Agency/Korea News Service via AP, File)
Kim Jong Un

Kim Jong Un auf einer Aufnahme, die am 12. April von den nordkoreanischen Behörden veröffentlicht wurde. Bild: AP

Dies berichteten Nordkoreas Staatsmedien laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap am Samstag. Die nordkoreanische Zeitung «Rodong Sinmun» veröffentlichte Fotos von dem Besuch in der Provinz Süd-Pyongan. Darauf ist neben Kim und anderen ranghohen Vertretern auch Kims Schwester und enge Beraterin Kom Yo Jong zu sehen.

Grosse Inszenierung

Kim habe an der Zeremonie teilgenommen und alle Teilnehmer seien bei seinem Auftritt «in tosende 'Hurra'-Rufe ausgebrochen», berichteten die Medien weiter. Kim habe die Fabrik besichtigt und sei über die Produktionsprozesse informiert worden.

«Mit grosser Ergriffenheit» habe Kim gesagt, dass sein Grossvater Kim Il Sung und sein Vater Kim Jong Il über «die Nachricht, dass die moderne Phosphatdünger-Fabrik gebaut worden ist, sehr begeistert gewesen wären», hiess es weiter.

People watch a TV showing an image of North Korean leader Kim Jong Un during a news program at the Seoul Railway Station in Seoul, South Korea, Saturday, May 2, 2020. Kim made his first public appearance in 20 days as he celebrated the completion of a fertilizer factory near Pyongyang, state media said Saturday, ending an absence that had triggered global rumors that he was seriously ill. The sign reads:

Dieses Bild im nordkorianischen Staatsfernsehen soll Kim Jong Un bei der Eröffnung der Fabrik zeigen. Bild: AP

Zuletzt hatte Kims Abwesenheit international für Aufsehen gesorgt. Berichte über eine angeblich schwere Erkrankung Kims, der erst Mitte 30 ist, wurden von Nordkorea nicht kommentiert. So hatte Kim am 15. April nicht an den für das Regime wichtigen Feierlichkeiten anlässlich des Geburtstages des 1994 verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung teilgenommen.

US-Präsident Donald Trump sagte in Washington angesprochen auf die Berichte: «Ich möchte das lieber noch nicht kommentieren.» Man werde sich zu gegebener Zeit äussern.

Rauchen und Übergewicht

Das Präsidialamt in Südkorea hatte indes Berichten des US-Nachrichtensenders CNN widersprochen, wonach Kim nach einer Operation «in ernsthafter Gefahr» sei. Das südkoreanische Nachrichtenportal «Daily NK» hatte zuvor schon unter Berufung auf einen Informanten im Nachbarland gemeldet, Kim sei am 12. April am Herzen operiert worden. Nach einem Eingriff erhole er sich wieder. Kim ist übergewichtig und soll starker Raucher sein.

Am vergangenen Sonntag zitierte der Sender Fox News den aussenpolitischen Präsidentenberater Moon Chung In aus Südkorea mit den Worten, Kim sei «am Leben, und es geht im gut». Kim befinde sich seit dem 13. April in Wonsan.

Gesicherte Erkenntnisse zur Lage in Nordkorea, das weitgehend von der Aussenwelt isoliert ist, gibt es allerdings nicht. Die Führung in Pjöngjang kontrolliert die Informationen über Kim und seine Familie in der Regel äusserst streng.

Kim Jong Un war im Jahr 2014 schon einmal fast sechs Wochen von der Bildfläche verschwunden. Danach zeigte er sich mit einem Gehstock. Der Geheimdienst in Südkorea vermutete damals, dass eine Zyste am Sprunggelenk von Kim entfernt worden war. (sda/dpa/reu/afp)

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