DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Kim Jong Un ist wieder da – sagt Nordkorea

02.05.2020, 06:2402.05.2020, 16:24

Nach rund dreiwöchiger Abwesenheit hat sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un laut Medienberichten wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. Kim habe an einer Zeremonie zur Fertigstellung einer Düngemittelfabrik in der Provinz Pyongan teilgenommen.

Kim Jong Un auf einer Aufnahme, die am 12. April von den nordkoreanischen Behörden veröffentlicht wurde.
Kim Jong Un auf einer Aufnahme, die am 12. April von den nordkoreanischen Behörden veröffentlicht wurde. Bild: AP

Dies berichteten Nordkoreas Staatsmedien laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap am Samstag. Die nordkoreanische Zeitung «Rodong Sinmun» veröffentlichte Fotos von dem Besuch in der Provinz Süd-Pyongan. Darauf ist neben Kim und anderen ranghohen Vertretern auch Kims Schwester und enge Beraterin Kom Yo Jong zu sehen.

Grosse Inszenierung

Kim habe an der Zeremonie teilgenommen und alle Teilnehmer seien bei seinem Auftritt «in tosende 'Hurra'-Rufe ausgebrochen», berichteten die Medien weiter. Kim habe die Fabrik besichtigt und sei über die Produktionsprozesse informiert worden.

«Mit grosser Ergriffenheit» habe Kim gesagt, dass sein Grossvater Kim Il Sung und sein Vater Kim Jong Il über «die Nachricht, dass die moderne Phosphatdünger-Fabrik gebaut worden ist, sehr begeistert gewesen wären», hiess es weiter.

Dieses Bild im nordkorianischen Staatsfernsehen soll Kim Jong Un bei der Eröffnung der Fabrik zeigen.
Dieses Bild im nordkorianischen Staatsfernsehen soll Kim Jong Un bei der Eröffnung der Fabrik zeigen.Bild: AP

Zuletzt hatte Kims Abwesenheit international für Aufsehen gesorgt. Berichte über eine angeblich schwere Erkrankung Kims, der erst Mitte 30 ist, wurden von Nordkorea nicht kommentiert. So hatte Kim am 15. April nicht an den für das Regime wichtigen Feierlichkeiten anlässlich des Geburtstages des 1994 verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung teilgenommen.

US-Präsident Donald Trump sagte in Washington angesprochen auf die Berichte: «Ich möchte das lieber noch nicht kommentieren.» Man werde sich zu gegebener Zeit äussern.

Rauchen und Übergewicht

Das Präsidialamt in Südkorea hatte indes Berichten des US-Nachrichtensenders CNN widersprochen, wonach Kim nach einer Operation «in ernsthafter Gefahr» sei. Das südkoreanische Nachrichtenportal «Daily NK» hatte zuvor schon unter Berufung auf einen Informanten im Nachbarland gemeldet, Kim sei am 12. April am Herzen operiert worden. Nach einem Eingriff erhole er sich wieder. Kim ist übergewichtig und soll starker Raucher sein.

Am vergangenen Sonntag zitierte der Sender Fox News den aussenpolitischen Präsidentenberater Moon Chung In aus Südkorea mit den Worten, Kim sei «am Leben, und es geht im gut». Kim befinde sich seit dem 13. April in Wonsan.

Gesicherte Erkenntnisse zur Lage in Nordkorea, das weitgehend von der Aussenwelt isoliert ist, gibt es allerdings nicht. Die Führung in Pjöngjang kontrolliert die Informationen über Kim und seine Familie in der Regel äusserst streng.

Kim Jong Un war im Jahr 2014 schon einmal fast sechs Wochen von der Bildfläche verschwunden. Danach zeigte er sich mit einem Gehstock. Der Geheimdienst in Südkorea vermutete damals, dass eine Zyste am Sprunggelenk von Kim entfernt worden war. (sda/dpa/reu/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Kim vs. Trump: Der Konflikt um Nordkorea eskaliert

1 / 8
Kim vs. Trump: Der Konflikt um Nordkorea eskaliert
quelle: epa/yonhap / kcna / kcna
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Nuklear-Drohung oder einfach Trumps Lieblings-Redewendung?

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

27 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Menel
02.05.2020 01:22registriert Februar 2015
...oder sein Doppelgänger 😉
11718
Melden
Zum Kommentar
avatar
Glenn Quagmire
02.05.2020 07:49registriert Juli 2015
Sagt Nordkorea
Animiertes GIFGIF abspielen
5112
Melden
Zum Kommentar
avatar
atmo
02.05.2020 02:09registriert August 2015
...so ein Theater, das um ihn gemacht wird, man könnte meinen, er wäre ein grosser Führer eines grossen Landes.
Dabei ist er ein dickes Diktator-Würstchen, das sich aufplustert mit einer vermeintlichen Atombombe und immer mal wieder ein paar Raketen abfeuert. Man sollte nicht mehr über ihn berichten.
7444
Melden
Zum Kommentar
27
ETH-Militärforscher: «Wir wissen, dass die russischen Truppen schwere Verluste erleiden»
Ukrainische Soldaten machen Gebietsgewinne und befreien Städte. Das einst Undenkbare scheint möglich: Ein Sieg des viel kleineren Landes. Ein Militäranalyst der ETH Zürich schätzt die Lage ein. Russland sei noch nicht geschlagen, warnt er.

Mit Mariupol hat die Ukraine diese Woche zwar eine wichtige Stadt an die Russen verloren, aber dies erst nach einem Kampf, der viel länger dauerte als erwartet. Weitere Erfolge der Russen rücken in weite Ferne. Den Kampf um Charkiw – nach Kiew die zweitgrösste Stadt – haben sie aufgegeben, die Ukrainer gewinnen Gebiete zurück. Bilder von ukrainischen Soldaten an der russischen Grenze gingen um die Welt. Schafft das Land, dessen Niederlage anfänglich nur eine Frage der Zeit war, nach der Befreiung der Gegend um Kiew nun die Wende vollends?

Zur Story