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Blutbad im Bordell: Drei Frauen in Wien erstochen

Blutbad im Bordell: Drei Frauen in Wien erstochen

26.02.2024, 05:3226.02.2024, 17:55
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Nach dem gewaltsamen Tod von drei Frauen in einem Bordell in Wien sind der Hergang und das Motiv für die Tat weiter unklar. Ein 27-jähriger Tatverdächtiger wurde nach Angaben der Polizei am Samstag vernommen. Der Mann war am Freitagabend in der Nähe des Tatorts in einer Grünanlage festgenommen worden. Er habe sich aggressiv verhalten und sei deshalb mit einer Elektroschockpistole ausser Gefecht gesetzt worden, sagte ein Polizeisprecher am Samstag der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Die vermutliche Tatwaffe, ein Messer, habe der Afghane noch dabeigehabt. Laut Polizei wies der Mann Schnittverletzungen auf, die er sich bei der Tatausführung selbst zugefügt haben dürfte.

Heftige Schnitt- und Stichverletzungen

Den Beamten bot sich beim Eintreffen ein schreckliches Bild. Die getöteten Frauen wiesen den Angaben zufolge heftige Schnitt- und Stichverletzungen auf, sodass den Einsatzkräften schon beim Betreten des Tatorts klar war, dass für die Opfer jede ärztliche Hilfe zu spät kam. Eine vierte Mitarbeiterin des Studios hatte sich in einem Zimmer eingesperrt, sagte der Polizeisprecher weiter. Sie sei als Ohrenzeugin mittlerweile befragt worden.

Das Tatgeschehen habe sich auf mehrere Räumlichkeiten erstreckt, die Leichen seien in unterschiedlichen Zimmern gefunden worden, sagte der Polizeisprecher weiter. Gegen die bisher nicht identifizierten Opfer sei mit ungemein heftiger Gewalt vorgegangen worden.

Der 27-Jährige war nach bisherigen Erkenntnissen der letzte Besucher in dem Studio. Ob der Mann dort Dienstleistungen in Anspruch genommen hat oder sogleich mit einem Messer auf die Frauen losging, war weiterhin unklar.

Die Polizei war von einem Passanten alarmiert worden, dem eine Blutspur aufgefallen war. Die zog sich vom Eingangsbereich des Lokals bis auf die gegenüberliegende Strassenseite. Dort stiessen die Beamten auf den 27-Jährigen.

Die Sozialdemokraten im Bund forderten angesichts der jüngsten tödlichen Attacken auf Frauen – am Freitag waren in Wien auch eine 13-Jährige und ihre Mutter getötet worden – einen nationalen Aktionsplan zum Gewaltschutz. Jede dritte Frau in Österreich sei von Gewalt betroffen, sagte die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner. (sda/dpa)

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18 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Katerchen
25.02.2024 12:54registriert März 2023
Wieder "ein tragischer Einzelfall"
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Rivka
25.02.2024 19:03registriert April 2021
Es ist einiges über den Mörder bekannt und die Vermutung warum er die Frauen niedergemetzelt hat, geht bei vielen in die gleiche Richtung. Aber sagen dürfen wir es nicht, weil gewisse Kreise wohlbekannte Probleme totschweigen und dann lieber jammern, weil populistische Parteien mehr Zulauf bekommen.
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el cóndor terminado
25.02.2024 15:50registriert Juni 2021
Nur ein Einzelfall. Mal wieder.
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