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Papst Leo über Aufrüstung, Migration und KI vor dem spanischen Parlament

Pope Leo XIV is flanked by Francina Armengol, President of the Congress of Deputies of Spain, left, and Pedro Rollan Ojeda, President of the Senate of Spain, as he meets with members of the Spanish Pa ...
Papst Leo XIV bei seiner Rede vor dem spanischen Parlament.Bild: keystone

Papst Leo XIV sieht weltweite Aufrüstung als «besorgniserregend»

08.06.2026, 13:2508.06.2026, 13:25

Papst Leo XIV. hat im spanischen Parlament vor einer zunehmenden Militarisierung und dem Einsatz künstlicher Intelligenz in Waffensystemen gewarnt.

Es sei «besorgniserregend, dass sich an verschiedenen Orten der Welt, auch in Europa, die Aufrüstung erneut als fast unvermeidliche Antwort auf die Instabilität der internationalen Lage darstellt», sagte der Papst am dritten Tag seines Spanien-Besuchs.

Die Welt befinde sich in einer «tiefen geistigen und kulturellen Krise», die sich in Gewalt, Polarisierung und gegenseitigem Misstrauen äussere. Das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken forderte deshalb mehr Orientierung an Diplomatie und Völkerrecht. Aufrüstung und Kriege seien keine Lösung.

Wahre Sicherheit entstehe durch Gerechtigkeit, Dialog, die Achtung des Völkerrechts und eine Politik, die das Wohl der Menschen über Kriegsinteressen stelle, sagte der 70 Jahre alte US-Amerikaner. Mit Blick auf die militärische Nutzung künstlicher Intelligenz betonte er, Entscheidungen über Leben und Tod dürften niemals automatisierten Systemen überlassen werden.

Papst fordert humane Migrationspolitik

Mit Verweis auf seine jüngst veröffentlichte Enzyklika «Magnifica humanitas» betonte Leo, technologische Entwicklung sei niemals neutral. Sie nehme «die Züge derjenigen an, die sie konzipieren, finanzieren, regulieren und nutzen». Entscheidend sei, welchen Platz der Mensch in politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen einnehme.

epa13024192 Pope Leo XIV (C) leaves the Lower House in Madrid, Spain, 08 June 2026. Pope Leo XIV is undertaking an official six-day visit to Spain from 06 to 12 June 2026, covering Madrid, Barcelona,  ...
Wie bereits sein Vorgänger Franziskus, äussert sich Papst Leo XIV auch zu weltpolitischen Angelegenheiten.Bild: keystone

Leo sprach auch die «tragische Migrationskrise» an. Die Situation von Migranten und Flüchtlingen erfordere eine Politik, die den Menschen in den Mittelpunkt stelle und Fluchtursachen bekämpfe. Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Religion, Sprache oder sozialer Lage verletze den Grundsatz der gleichen Würde aller Menschen.

Das Thema sei keine blosse demografische oder wirtschaftliche Frage, sondern vor allem eine moralische und rechtliche Herausforderung für die internationale Gemeinschaft. Der Papst forderte sichere und legale Zugangswege sowie eine stärkere Bekämpfung der Fluchtursachen. Zum Abschluss seines Spanien-Besuchs will er auf den Kanarischen Inseln Migranten treffen.

Minutenlange Standing Ovations und zahlreiche «Bravo»-Rufe

Zudem warnte Leo vor gesellschaftlicher Polarisierung und rief zu mehr Respekt im politischen Diskurs auf. Unterschiede dürften nicht zur Abwertung politischer Gegner führen, sondern müssten demokratisch ausgehandelt werden.

epa13024316 Pope Leo XIV is applauded at the end of his speech at the Spanish Parliament in Madrid, Spain, 08 June, 2026. Pope Leo XIV is on an official six-day visit to Spain from 06 to 12 June 2026, ...
Mitglieder des spanischen Parlaments beim Applaus für die Rede von Papst Leo XIV.Bild: keystone

Nach der Rede erhielt der Papst minutenlangen Applaus, begleitet von «Bravo»- und «Viva»-Rufen. Die Standing Ovations dauerten laut Medien sieben Minuten. Kommentatoren des Senders RTVE und weiterer Medien bezeichneten den Auftritt als «historisch» und verwiesen auf die erste Rede eines Papstes im spanischen Parlament. Zudem habe Leo gezeigt, dass er den Kurs seines Vorgängers Franziskus fortsetzen wolle und klare Worte zu den drängendsten Problemen der Gegenwart finde, hiess es. (nil/sda/dpa)

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