DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Papst schickt Präsidenten Chinas und Taiwans zeitgleich Telegramme



Pope Francis disembarks from his plane upon arrival at Haneda international airport in Tokyo Saturday, Nov. 23, 2019. Pope Francis arrived in Japan for a three-day visit. (AP Photo/Koji Sasahara)

Die Ankunft im windigen Japan. Bild: AP

Auf dem Flug nach Japan hat Papst Franziskus Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping und der Präsidentin Taiwans, Tsai Ing-wen, am Samstag jeweils ähnliche Grusstelegramme geschickt.

Obwohl die demokratische Insel von der kommunistischen Führung in Peking nicht als Staat, sondern nur als Teil der Volksrepublik angesehen wird, adressierte der Papst das Schreiben an «Ihre Exzellenz Tsai Ing-wen, Präsidentin der Republik China (Taiwan)». Papst Franziskus traf am Samstag in Japan ein, der zweiten und letzten Station seiner Asien-Reise.

Der Vatikan gehört zu den 15 Staaten weltweit, die Taiwan noch gegen den Widerstand aus Peking diplomatisch anerkennen. Es ist neben der Unterdrückung papsttreuer Katholiken in China eines der Hindernisse, die Franziskus bisher daran hindern, sich seinen grossen Wunsch zu erfüllen, auch einmal China besuchen zu können.

Papst empfängt 150 Obdachlose in Sixtinischer Kapelle

Auf jeder Reise schickt der Papst den Präsidenten der Staaten, die er überfliegt, ein Telegramm und wünscht ihnen Wohlergehen und Frieden.

Der Papst schickte auch Hongkong Regierungschefin Carrie Lam ein Grusstelegramm. Darin beschrieb er die seit Monaten von Unruhen heimgesuchte chinesische Sonderverwaltungsregion als «Territorium» und wünschte den sieben Millionen Hongkongern «Wohlergehen und Frieden».

Während er an Chinas Staatschef schrieb, «für die Nation und ihr Volk» zu beten, liess er Taiwans Präsidentin wissen, dass seine Gebete «allen Menschen in Taiwan» gelte. Der Hinweis in den Telegrammen auf den erbetenen Frieden gewinnt auch hier besondere Bedeutung, da Peking mit einer gewaltsamen Eroberung Taiwans droht.

Schweizerin Marguerite Bays wird vom Papst heilig gesprochen

Video: srf

Der Streit geht auf den Bürgerkrieg zurück, als die Truppen der nationalchinesischen Kuomintang-Partei vor der Machtübernahme der Kommunisten 1949 in Peking von Festlandchina nach Taiwan geflüchtet sind. Bis heute lautet der Name «Republik China», da sich Taiwan als Nachfolger der bis dahin in China existierenden Republik versteht.

Mehr als zwei Jahrzehnte hielt die «Republik China» in Taiwan sogar noch den ständigen Sitz Chinas im Uno-Sicherheitsrat. Taipeh musste ihn 1971 an die Volksrepublik abgeben und verlor seine Uno-Mitgliedschaft. Die Regierung in Taipeh ist seither aber selbst von dem Anspruch abgerückt, ganz China zu repräsentieren. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

1,6 Millionen für Franziskus – Der Papst besucht Polen

Papst mag keine Küsse auf die Hand

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Darum haben China, Japan und Südkorea noch praktisch niemanden geimpft

Die asiatischen Wirtschaftsmächte China, Südkorea und Japan bekämpften die Coronapandemie resolut und erfolgreich. Doch mit der Impfung – und damit langfristigen Öffnungen – wartete man lange. Die Gründe dafür sind unterschiedlich.

In China brach das Coronavirus aus, Südkorea und der asiatische Raum waren danach am schnellsten ebenfalls betroffen. Aber die Länder ergriffen drastische Massnahmen. So konnte die Pandemie weitestgehend unter Kontrolle gehalten werden.

Von den drei grossen Wirtschaftsmächten China, Südkorea und Japan verzeichnete einzig Letztgenannte im Januar eine wirklich nennenswerte dritte Welle. Doch auch in Japan halten sich die bisherigen fast 8000 Todesfälle bei rund 126 Millionen in Grenzen. Die …

Artikel lesen
Link zum Artikel