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Papst Franziskus besucht Aids-Kranke in Mosambik



epa07820352 Pope Francis during the meeting with bishops, priests, religious, consacreted and seminarians, cathechists and animator at the Cathedral of the Immaculate Conception in Maputo, Mozambique, 05 September 2019. Pope Francis will visit Mozambique, Madagascar, Mauritius on his three-nation trip to Africa, from 04 to 10 September 2019.  EPA/LUCA ZENNARO

Begehrt: Der Papst in Afrika. Bild: EPA

Papst Franziskus am Freitag in Maputo, der Hauptstadt von Mosambik, eine Messe vor rund 60'000 Gläubigen gefeiert. Zuvor hatte er eine Klinik für Aids-Kranke besucht.

Er lobte das Mitgefühl der Mitarbeiter der Einrichtung, die «jenen leisen Schrei vernommen haben, der fast unhörbar von so vielen Menschen ausgeht, die in der Schande, an den Rand gedrängt und von allen verurteilt leben». Dies gebe Frauen und Kindern «Würde zurück».

Der Klinikbesuch gilt als grosse symbolische Geste: Mosambik kämpft mit hohen HIV-Infektionszahlen. Laut der UNO-Organisation Unaids waren im Jahr 2018 in dem südostafrikanischen Land mit 27 Millionen Einwohnern 2.2 Millionen Menschen HIV-positiv, davon 60 Prozent Frauen.

Das Land zählte 150'000 Neuinfektionen, 54'000 Mosambikaner starben im vergangenen Jahr an den Folgen der Krankheit. Nur 30 Prozent der infizierten 15- bis 24-Jährigen wüssten, wie die Übertragung des HI-Virus verhindert werden könne.

Heikles Thema umgangen

Bei seinem Besuch in der Klinik vermied es der Papst, das Thema der Prävention von Geschlechtskrankheiten anzusprechen. Nach wie vor sind sexuell übertragbare Krankheiten ein heikles Thema für die katholische Kirche, insbesondere bei Reisen, die den Papst nach Afrika führen.

Die katholische Kirche lehnt nach wie vor jede Form der Empfängnisverhütung ab. Franziskus ist der Ansicht, Geschlechtsverkehr müsse «offen für das Leben» sein. Ende November 2016 hatte er zu «verantwortungsvollem Verhalten» bei der Bekämpfung der Ausbreitung von Aids auf, gab aber nicht an, ob dazu auch die Verwendung von Kondomen gehört.

Unter seinem Vorgänger Papst Benedikt XVI. war das Thema besonders in den Fokus gerückt: Dieser hatte 2009 international für Entsetzen gesorgt, als er sagte, Kondome würden das Aids-Problem nicht lösen, sondern verschlimmern. Ein Jahr später korrigierte er seine Aussage und äusserte, dass «in einigen Fällen» die Verwendung von Kondomen gerechtfertigt sei, um eine Ansteckung zu verhindern.

Gegen Rache und Vergeltung

Zu der Messe in einem überfüllten Stadion am Stadtrand von Maputo kamen nach Angaben der Veranstalter 60'000 Gläubige. Einige waren trotz begrenzter Mittel von weit her angereist.

Franziskus sprach sich gegen Rache aus und sagte, es könne keine Nation und Gesellschaft auf Gewalt aufgebaut werden. Auf Portugiesisch sagte der Papst, die Menschen sollten niemals dem alten Gesetz der Vergeltung folgen.

Hintergrund der Worte dürfte der jahrzehntelange Bürgerkrieg sein, der Mosambik prägte. Erst vor einem Monat hatten die Regierung und die Renamo-Rebellen einen Friedensvertrag unterzeichnet.

Renamo wandelte sich damit zur wichtigsten Oppositionspartei im Land. Bei einem Treffen mit Staatschef Filipe Nyusi am Donnerstag hatte der Papst das Abkommen ausdrücklich gelobt.

Weiterflug nach Madagaskar

Am Freitagnachmittag wollte Franziskus nach Madagaskar fliegen. Auf der Insel wird er den Grossteil seiner Afrika-Reise verbringen. Madagaskar ist eines der ärmsten Länder der Welt, drei Viertel der Bevölkerung leben von weniger als zwei Dollar am Tag. In dem christlich geprägten Inselstaat wird der Besuch von Franziskus mit Spannung erwartet. (aeg/sda/afp)

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Tragain 06.09.2019 17:41
    Highlight Highlight „Franziskus ist der Ansicht, Geschlechtsverkehr müsse «offen für das Leben» sein.“

    Naja, offen fürs Leben ist es bestimmt nicht, wenn man HIV-Positiv ist und ungeschützten Geschlechtsverkehr hat, weil die Katholische Kirche Kondome verbietet...

    Ich finde, der Besuch ist an Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten🤢
  • pamayer 06.09.2019 17:05
    Highlight Highlight Solange der Papst gegen Kondome wettert soll er gefälligst solche bigotten Aktionen unterlassen.
    Zynismus pur. In nomine Dominik. Zum Kotzen.
  • Ale Ice 06.09.2019 16:52
    Highlight Highlight Warum ich diesen Artikel gelesen habe?
    Weil ich immer noch hoffe, dass dieser Mann endlich grünes Licht für Kondome gibt.
    Warum mir das wichtig ist?
    Weil allzuviele Leute auf ihn hören und er damit einen Beitrag zur Vermeidung unnötigen Leids beitragen könnte.
    • Silent_Revolution 06.09.2019 17:36
      Highlight Highlight Dann wäre grünes Licht für Bildung und Wohlstand angebracht.

      Aber bestimmt nicht die Hoffnung darauf, dass jene die beides im Überfluss horten, mit einem Spinner in der Klu-Klux Klans Kutte als Sprachrohr, der dritten Welt vermitteln, dass sie Kondome nutzen dürfen, welche sie sich sowieso nicht leisten können.
    • Shabaqa 07.09.2019 00:22
      Highlight Highlight Die katholische Kirche sagt auch: Kein Sex vor der Ehe und dann bis zum Rest des Lebens nur mit dem Ehepartner. Darauf hört auch niemand, sonst wäre HIV nicht so ein grosses Problem. Ich glaube daher nicht, dass allzu viele Menschen deshalb keine Kondome verwenden, weil die Kirche sie verbietet.

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