International
Psychologie

Coronavirus führt zu Hamsterkäufen bei WC-Papier

Neulich in einem australischen Supermarkt.
Neulich in einem australischen Supermarkt.bild: twitter

Ein Psychologe erklärt, warum das Coronavirus zu WC-Papier-Hamsterkäufen führt

10.03.2020, 11:3110.03.2020, 12:35

Masken, Büchsen-Food, Desinfektionsmittel: Das Coronavirus führt rund um den Globus zu Hamsterkäufen.

Neuerdings reissen sich verängstige Kunden sogar um WC-Papier. Du hast richtig gehört, WC-Papier!

In Grossbritannien und Deutschland ist Toilettenpapier vielerorts ausverkauft. In den USA und Kanada haben Grossverteiler den Kauf von WC-Papier limitiert. In Australien patrouillieren Sicherheitsleute in Supermärkten, um die Leute von Hamsterkäufen abzuhalten.

Eine australische Zeitung hat sogar zusätzliche Seiten gedruckt, damit die Leser diese als «Notfall-WC-Papier» benutzen können.

Auf Twitter kursieren schon erste Hashtags: #toiletpapergate oder #toiletpapercrisis sind Ausdruck der grossen WC-Papier-Frage.

WC-Papier hilft weder gegen das Virus noch gehört es zum absolut notwendigen Notvorrat.

Wieso kaufen jetzt Menschen dennoch übermässig WC-Papier? Ein Indiz könnte sein: Der Mensch ist ein Herdentier. Befeuert durch den Anblick der leergeräumten WC-Papier-Regale im Supermarkt und die Medienberichte werden Leute dazu angestachelt, es den anderen nachzutun – ganz egal, ob das Sinn ergibt oder nicht.

Ein Psychologe erklärt gegenüber CNN: Das Horten von Toilettenpapier sei ein Umkehrschluss von Angst und Machtlosigkeit in Aktionismus, um sich auf irgendeine Weise handlungsfähig zu fühlen. Aber seien wir mal ehrlich: mit Toilettenpapier? Bei dem 4-lagigen Produkt handelt es sich um ein klassisches Luxusgut – ein Ausdruck des Wohlstands.

Ebenso fehlt es in vielen Ländern an klaren Vorgaben für den Notvorrat. Ganz im Gegensatz zur Schweiz.

In vielen anderen Kulturen, insbesondere in Asien, gilt Toilettenpapier als absolut unhygienisch. Egal ob Coronavirus oder nicht. Um sich hier nach dem WC-Besuch zu reinigen, greift man zu einem altbewährten Mittel: warmem Wasser.

(amü)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
19 Gesundheitstipps vom schlechtesten Arzt der Welt
1 / 21
19 Gesundheitstipps vom schlechtesten Arzt der Welt
«Wenn du Bauchschmerzen hast, bedeutet das, dass dein Magen etwas Öl braucht, um wieder wie geschmiert zu funktionieren. Iss viel Frittiertes und du wirst dich sofort besser fühlen!»bild: twitter ... Mehr lesen
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Mit Big Brother gegen das Coronavirus
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
60 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Frère Jacques
10.03.2020 12:54registriert Juli 2018
Benutze WC Papier beidseitig und der Erfolg liegt auf der Hand
792
Melden
Zum Kommentar
avatar
Menel
10.03.2020 12:09registriert Februar 2015
😁
Ein Psychologe erklärt, warum das Corona-Virus zu WC-Papier-Hamsterkäufen führt 
😁
688
Melden
Zum Kommentar
avatar
Supermagic
10.03.2020 11:57registriert Dezember 2014
Ist ja eigentlich sowieso komisch sowas zu benutzen. Oder hat sich schonmal jemand Dreck am Arm mit einem trockenen Tuch abgewischt?
592
Melden
Zum Kommentar
60
Deutschland will 80 Prozent der Syrer deportieren – Schweiz zieht nach
Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa wünscht sich, dass die meisten Landsleute aus Deutschland zurückkehren. Auch die Schweiz plant ein Rückkehrprogramm für syrische Staatsangehörige.
Ahmed al-Scharaa, der frühere Chef der islamistischen Rebellengruppe HTS, ist im Westen salonfähig geworden. Die USA strichen den syrischen Übergangspräsidenten, der den Langzeitdiktator Baschar al-Assad stürzte, im letzten Jahr von der Terrorliste (watson berichtete). Am Montag wurde al-Scharaa in Berlin von Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfangen. Zahlreiche Exilsyrer begrüssten ihn frenetisch mit «Allahu Akbar»-Rufen (Gott ist gross). Al-Scharaa präsentiert sich als Herrscher eines neuen Syriens, der das vom Bürgerkrieg zerrissene Land zusammenkitten will. Immer wieder sorgen allerdings Übergriffe auf Minderheiten für Negativschlagzeilen.
Zur Story